Traditionelle Tritte ans Schienbein

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Auf dem Weg zum Kult-Sport? Die traditionelle „Kampfsportart“ Schibui-Gingge wurde in Oberstaufen neu entdeckt.

Oberstaufen - Schibui-Gingge - die älteren Allgäuern dürfte diese historische Sportart noch in Erinnerung sein. Die letzten inoffiziellen Wettkämpfe wurden wohl zuletzt vor 30 Jahren im Westallgäuer Ebratshofen durchgeführt. Jetzt wird dem alten Sport neues Leben eingehaucht.

Übersetzt dürfte „Schibui Gingga“ heute „Schienbein-Touching“ heißen. Es geht darum, in einem abgesperrten Ring den Gegner in drei Runden zu je zwei Minuten so oft wie möglich barfuß am Schienbein zu treffen. Dies mit beiden Händen in den Taschen der kurzen Lederhose - Standfestigkeit ist da also genauso gefragt wie Schnelligkeit. 

Moderne Trendsportarten gibt es zuhauf. Doch dass auch längst vergessene Formen des Kräftemessens ihren Reiz haben, kann man demnächst in Oberstaufen sehen, wenn beim Oberstaufner Marktfest am Sonntag, 30. Juni, ab 13 Uhr das „Schibui-Gingge“ sein offizielles Comback feiert – mit der ersten Weltmeisterschaft! Einen eigenen Schibui-Gingge-Club und „Weltverband“ gibt es auch schon. 

Ganz so „läppisch“ wie es vielleicht aussehen mag, ist die historische „Kampfsportart“ aus dem Westallgäu nicht. Schnelligkeit ist dabei genauso Trumpf wie Stand- und Trittsicherheit. Es geht darum, in einem abgesperrten Ring den Gegner in drei Runden á zwei Minuten so oft wie möglich barfuß am Schienbein zu treffen. Dies mit beiden Händen in den Taschen der kurzen Lederhose. 

Bernhard Lingg aus Oberstaufen-Willis hat die letzten Gingge-Wettkämpfe vor 30 Jahren beim Sägewerk am Schüttentobel in Ebratshofen miterlebt. Damals hat er sich mit Zeitzeugen unterhalten, die von einer schönen Tradition erzählt haben. Lingg hat dieses Erlebnis nie vergessen. Beim Oberstaufener Norglerabend konnte er Freunde für die wiederentdeckten Sportart begeistern. Spontan wurde der 1. Allgäuer Schibui-Gingge Club und gleich ein Weltverband gegründet. Vorsitzender des Allgäuer Clubs (1. Schibui-Gingge-Club Allgäu 2013) und des Weltverbandes (WorldSGV) wurde Bernhard Lingg. Sein Stellvertreter und gleichzeitig Sportwart ist Martin Beckel. Schiedsrichterobmann ist Rudi Dorner. 

Bernhard Lingg ist begeistert. „Die historische Kampfsportart ist leicht zu erlernen. Sie ist bei Weitem nicht so gefährlich wie andere Kampfsportarten. Sie macht Freude und fordert viel Koordinationsgefühl und noch mehr Kondition.“ Eine erste Meisterschaft wurde bereits in Oberstaufen ausgetragen. Auch der vorläufige Champion ist bereits gekürt. Rudi Dorner hat alle Wettkämpfe gegen Bernd Schwärzler, Wilfried Gehr, Bernhard Lingg Rudi Dorner und Martin Beckel haushoch gewonnen. Rudi Dorner darf sich damit offiziell „Meister aller Klassen“ nennen. 

Die ersten offenen Schibui-Gingge Wettkämpfe um den von der Oberstaufen Tourismus GmbH gestifteten Weltmeistergürtel-Gürtel finden im Rahmen des Marktfestes Oberstaufen am Sonntag, 30. Juni, um 13 Uhr statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich bei Andrea Presser, Oberstaufen-Tourismus-Marketing, Telefon 08386 93000, oder E-Mail an andrea.presser@oberstaufen.de. Das Startgeld beträgt 10 Euro.

gts

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