Schlagabtausch wegen "schonungsloser Analyse"

Immenstadt - Schlagkräftig will die Arbeitsgemeinschaft pulsierendes Immenstadt „Impuls“ auch heuer auftreten. Eine positive Bilanz aus den Aktionen im Vorjahr soll als Triebfeder für weiteren Schwung dienen. Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp konterte gegen Ende der Jahreshauptversammlung von Impuls die massiven Vorwürfe von Bori Kössel, das Image der Stadt habe seit Beginn seiner Amtszeit vor knapp einem Jahr gelitten. Die „schonungslose Analyse“ der Finananzsituation zeige, dass Geld für die weitere Stadtentwicklung derzeit fehle. Die Stadt müsse sich auf ihre Pflichtaufgaben konzentrieren und Sparpotenzial ausloten. Andererseits werde man Ideen aus der Arbeitsgemeinschaft „Impuls“ begleiten, etwa die Aufwertung der Bahnhofstraße, die der Einzelhandel vorantreiben will.

Impuls-Mitglied Bori Kössel wartete mit seiner Kritik bis zum Schluss der Jahreshauptversammlung. Unter dem Tagesordnungspunkt „Wünsche“ zog Kössel vom Leder. „Das ist ein Bericht aus dem Kosovo!“ kritisierte er die Darstellungen in der aktuellen Ausgabe des „immenstadtjournals“, einer monatlichen Publikation der Stadtverwaltung. „Das können wir uns nicht leisten.“ In der Sonderausgabe werde unter dem Titel „Quo vadis Immenstadt?“ ein Szenario wiedergegeben, dass keine Investoren anzöge, so Kössel. „Es ist an der Zeit für positive Darstellungen!“ forderte er. „Von der Champions-Legue in die Kreisklasse“ brachte Bori Kössel den Vergleich für den Abstieg der Stadt. Das aber stimme so nicht, meint Bori Kössel und fordert Bürgermeister Schaupp auf, für eine positive Außendarstellung einzutreten. „Man darf nicht nur über Pleiten und Schließungen berichten!“ Schaupp solle die Stadt in wichtigen Gremien und bei Veranstaltungen persönlich vertreten, setzt Kössel drauf. Und : „Akzeptieren Sie andere Meinungen.“ Bürgermeister Schaupp konterte diese massive Kritik des Unternehmers nicht minder engagiert. Man müsse jetzt „die Wahrheit nach außen tragen“ und könne nicht weiter wirtschaften wie bisher: „Schönrederei hilft nicht - nur die Wahrheit. Weitermachen, als sei nichts, führt an den Baum“, warnt Schaupp. Die Medienberichte verfasse zudem nicht er, bemerkt Schaupp. Andererseits müsse man „klotzen, wo es die Wirtschaftskraft der Stadt stärkt“, ergänzt der Bürgermeister und rät zu Vorsicht bei weiteren Abgabenerhöhungen. Einrichtungen wie das Hallen- und Freibad oder die Hofgarten-Stadthalle müssten auf den Prüfstand. Dann könne über Investitionen diskutiert werden, und auch darüber, wie Defizite getragen würden. „Das ist genauso wie in Ihren Betrieb“, so Schaupp zu Bori Kössel, der ein Optik-Fachgeschäft in Immenstadt leitet. Darüber hinaus, betonte Schaupp, sehe er seine Arbeitskraft und sein Knowhow besser genutzt, wenn er zum Beispiel ein Konzept für eine Verwaltungsreform entwickle und so Kosten spare. Er brauche nicht auf allen Hochzeiten tanzen, verteidigt Schaupp seine Schwerpunktsetzung. Und „gute Drähte“ zu wichtigen Entscheidern habe er allemal. Schaupp hatte in seinem Grußwort zum Auftakt der Impuls-Hauptversammlung auch „Lichtblicke“ aufgezeigt. Beim so genannte Höss-Areal am Bahnhof sei man auf einem guten Weg; ein Bebauungsplan werde bald im Stadtrat auf dem Tisch liegen. Beim Bahnhofsgebäude dagegen scheine die Bahn AG „den Braten gerochen“ zu haben, und mehr Geld heraus schlagen zu wollen. Er lasse sich aber nicht über den Tisch ziehen, unterstreicht Schaupp. „Notfalls fahre ich selbst zu Mehdorn nach Berlin.“ Dass man Investoren abschrecke, wie Kössel befürchtet, kann Schaupp nicht erkennen. Vielmehr sei eine Stadt, die „sauber ihre Aufgaben abarbeitet“ für Investoren interessant, erfahre er immer wieder.

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