Schlagkräftiger Notarztdienst

Bereits seit 30 Jahren steht den Menschen des südlichen Oberallgäus ein Notarzt rund um die Uhr zur Verfügung. Am 5. Mai wurde der Notarztdienst damals im Kompaktsystem an der Klinik Immenstadt in Dienst gestellt.

Nachdem es, wie so oft am Geld fehlte, wurde der Notarzt von einem Rettungswagen, der tagsüber an der Klinik stationiert war, zum Einsatz gebracht. Fritz Adler und Rainer Bumann absolvierten den ersten Einsatz, an den sich beide noch genau erinnern. Es war absolutes Neuland und eine gewisse Nervosität war natürlich im Spiel, als Helfer eines Arztes Notfallpatienten zu versorgen. Der Dienst wurde zunächst nur wochentags von 8 bis 19 Uhr angeboten. Kurze Zeit darauf stellte das Bayerische Rote Kreuz BRK einen gebrauchten VW-Passat zur Verfügung, der damals vom Sonthofer Wachleiter, Karl Wörle, zum Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) umgebaut wurde. Die ärztliche Besetzung übernahm damals Frau Dr. Harbarth, die als Narkoseärztin bereits in Kempten Erfahrung als Notärztin gesammelt hatte. Herr Dr. Fuhren, der damalige Chefarzt der Narkoseabteilung am Klinikum Immenstadt, übernahm die ärztliche Leitung. Nach seinen Vorgaben wurden die Fahrzeuge und Notfallkoffer bestückt. Adler und Bumann trafen meistens mit ihren Wünschen stets auf offenen Ohren. Die beiden waren es auch, die für die Ausbildung der Ehrenamtlichen Sanis zahllose Stunden leisteten. Nachdem Frau Dr. Harbarth sich bereit erklärte, auch nachts Dienst zu tun, konnte der Notarztdienst häufig rund um die Uhr gewährleistet werden. Nach und nach standen auch Hausärzte, die eine Zusatzausbildung benötigten, zur Verfügung. Klinikärzte aus Sonthofen und Immenstadt erweiterten die Notarztgruppe. Die Oberallgäuer Rot-Kreuzler sind stolz darauf, als einer der wenigen Standorte in Schwaben einen Fahrer für den Notarzt rund um die Uhr zu stellen. Bei den meisten Standorten muss der Notarzt das Fahrzeug selber steuern. Das Rote Kreuz Oberallgäu, der sein 1977 auch den Notarztstandort Kempten betreibt, wollte damit erreichen, dass dem Notarzt am Einsatzort ein erfahrener Sani zur Seite steht. Ein weiterer wichtiger Vorteile des Rendezvous-Systems war es, dass dem Notarzt keine Mehrfachbelastung zugemutet werden musste, wenn er alleine, häufig ohne Ortskenntnis ein Fahrzeug mit Blaulicht lenken, dabei den Funk bedienen und oft als erster an der Notfallstelle bis zum Eintreffen des Rettungswagens den Patienten behandeln musste. Die dafür entstehenden Kosten übernahm der Landkreis Oberallgäu gemeinsam mit dem Roten Kreuz Oberallgäu. Lange Zeit war der Notarztstandort Sonthofen/Immenstadt für ein riesigen Einsatz-bereich zuständig. Im Westen war Oberstaufen die Grenze, im Süden das Walsertal, Richtung Norden war Thanners und im Osten Unterjoch die Einsatzgebietsgrenze. Mittlerweile betreibt das Rote Kreuz Oberallgäu weitere Notarztstandorte in Oberstdorf und im Walsertal. Die notäztliche Besetzung wird von den Kliniken in Immenstadt und Sonthofen, sowie speziell geschulten Allgemeinärzten aus Immenstadt und Sonthofen an 365 Tagen rund um die Uhr gestellt. Die Fahrer stellt das Rote Kreuz Oberallgäu. Seit Bestehen des Notarztdienstes im südlichen Oberallgäu wurden rund 35000 Einsätze gefahren. Zahlreiche Menschen haben dem Notarztdienst Oberallgäu ihr Leben zu verdanken.

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