Schnell in den Süden!

Offiziell „abgehakt“ und beseitigt wurde das Nadelöhr B 19 im südlichen Landkreis Oberallgäu mit der Verkehrsfreigabe des letzte Teilstücks zwischen Thanners und Immenstadt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrministerium, Karin Roth, beseitigten das „letzte Hindernis“ des 100-Millionen-Projektes in Form eines Trassierbandes. Damit gingen 40 Jahre Planungen, Diskussionen und schließlich zehn Jahre Bauarbeiten zu Ende.

Für Bruno Fischle, den Chef des Staatlichen Bauamtes Kempten, war es „Meilenstein“ und Geburtstagsgeschenk in einem, als die B 19 neu jetzt in ihrem Gesamtausbau von 14 Kilometer Länge dem Verkehr übergeben wurde. „Die Zeit ist eine Meisterin; sie ordnet viele Dinge“, spielte der Leitende Baudirektor auf die 40 Jahre dauernde „endlose Geschichte der B 19“ zwischen Waltenhofen und Immenstadt an. Die meisten Jahre war Fischle beruflich mit dem Dauerbrenner B 19 beschäftigt. „Sie alle haben das Unmöglich möglich gemacht“, brachte Karin Roth, Parlamentarische Staatssekretätin im Bundesverkehrministerium die „unendliche Geschichte“ auf den Punkt. Die Zeit sei dennoch gut genutzt gewesen, um nach umsichtiger Planung die bestmögliche Lösung zu finden: „Vieles wurde hier vernünftig geregelt.“ Am Ende seien alle davon überzeugt, dass es der richtige Weg war, so die Staatssekretärin. Immerhin habe der Bund 100 Millionen Euro in das Projekt B 19 neu gesteckt. Allein die Kosten für den letzten Bauabschnitt von sechs Kilometern Länge betrugen 46 Millionen Euro. „Das sind ja letztlich auch Steuergelder - Ihr Geld!“, stellte Karin Roth fest. Am Ende seien alle davon überzeugt gewesen, dass es richtig war, so zu bauen. Die B 19 neu entspreche nun einem Standard, der angesichts der zukünftigen Verkehrsentwicklung notwendig sei. Mobilität sei unabdingbar, so Roth. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nahm die „Steilvorlage“ auf und appellierte an die Bundespolitik „kräftig auch bei uns zu investieren“, nachdem die vorrangigen Investitionen in den neuen Bundesländern gemacht wurden. Er, Herrmann, sehe da noch Nachholbedarf in Bayern und im Allgäu. Es handle sich ja auch um Steuergelder aus Bayern. „Ein bisschen was“ dürfe schon zurück kommen und in Bayerns Straßennetz investiert werden, bemerkte Herrmann. Sichtlich froh über das nun endlich erreichte Ende der Geschichte B 19 neu zeigte sich auch der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser. Das Mittelzentrum Immenstadt-Sonthofen sei nun - symbolhaft über die neue Illerbrücke - durch die B 19 neu mit dem Oberzentrum Kempten verbunden. „Auch mit Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Kaiser erinnerte mit dem Goethe-Zitat an den Kampf um die Trassenführung und Dimension der neuen Straße. Er dankte allen, die seit vielen Jahren für eine B 19 neu gekämpft hätten, wie etwa der ehemalige Landtagsabgeordnete Alfons Zeller oder der Bundestagsabgeordnete Dr. Gerd Müller. „Während unsere Grünen-Abgeordneten bis zum Schluss gegen diese Straße waren“, sagt Kaiser. Und stolz ist Kaiser darauf, dass es schließlich ohne Gerichtsverfahren abging. Dass sei nicht zuletzt auch den Anliegern und Grundstücksbesitzern zu verdanken, „die bereit waren, diesen Weg mitzugehen“, lobt Kaiser alle Betroffenen. Mit der neuen Bundesstraße 19 sei das Allgäu „nun endlich an das Verkehrswegenetz der Bundesrepublik angeschlossen, so Landrat Kaiser weiter. Verkehrserschließung und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit seien untrennbar verbunden. Mit der Fertigstellung ergäben sich neue Möglichkeiten und Perspektiven. Der Ausbau der B 19 stelle keine Bedrohung dar, wie mitunter befürchtet. Kaiser: „Sie ist wichtig für unsere Urlaubs- und Tourismusregion.“ Die B 19 neu sei die Chance, Kaufkraft ins Oberallgäu zu ziehen. Für die weitere Entwicklung der Region sie die B 19 „ganz ganz wichtig“, unterstrich Gebhard Kaiser. Rund 20000 Fahrzeuge waren durchschnittlich jeden Tag auf der alten B 19 unterwegs. Und die Straße war jahrzehntelang als klassische Staustrecke in den Verkehrsmeldungen eine „Nummer 1“. Die alte Straße wird mit der Freigabe der B 19 neu nicht „abgebaut“. Immerhin erschließt sie nach wie vor das Gewerbegebiet bei Seifen, und - noch Zukunftsmusik - neue Gewerbeansiedlungen zwischen Thanners und Immenstadt.

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