Schritte in die Zukunft

Der Hahnenköpfle-Sessellift soll zur Kabinenbahn umgebaut werden, aber für den Sommerbetrieb weiter tabu bleiben. Foto: Heinrich Bonert

Die Modernisierung der Ifenbahn nimmt nach dem Kauf durch die Kleinwalsertaler Bergbahnen im Sommer 2009 jetzt Gestalt an. Gleichzeitig soll die Verbindung der Skigebiete durch Skiwege von der Gemeinde optimiert werden. Als letzter Schritt soll eine „Panoramabahn“ hoch über dem Schwarzwassertal das Ifengebiet mit dem Walmendinger Horn verbinden.

Die vorgestellten Maßnahmen umfassen einen Zeitraum vom acht Jahren und ein Investitionsvolumen von – grob veranschlagt – 15 Millionen Euro. Aus den bisher vier isolierten Skigebieten im Tal soll zusammen mit dem Fellhorn ein zusammenhängender Skiraum mit rund 100 Pistenkilometern und noch mehr Schneesicherheit entstehen. Damit wollen das Walsertal und die Bergbahnen für den Ski- und Wintertourismus eine tragfähige Grundlage für die nächsten Jahrzehnte schaffen. In den letzten Jahren musste das Hochtal Rückgänge bei den Übernachtungen registrieren. Laut einer neuen Tourismus-Studie will der Wintergast heute neben der Schneesicherheit ein zusammenhängendes Skigebiet mit mindestens 80 Pistenkilometern. Das Problem Im Walsertal: Die Pistenkilometer sind vorhanden (zusammen mit den Oberstdorfer Skigebieten sogar über 120 km), allerdings als nicht zusammenhängende „Insellösungen“. Nach dem Erwerb der Ifenbahn habe man sich Zeit genommen, um an Lösungen für die „Insel Ifen“ zu arbeiten, so Georg Fahrenschon, Vorstand der Kleinwalsertaler Bergbahnen. Mit den vorliegenden Plänen wolle man die Attraktivität der Region erhöhen, die Skisaison von Weihnachten bis Ostern sichern und auf die ökologischen Belange des Gebietes Rücksicht nehmen. Im Skigebiet Ifen 2000 soll ein völlig neues Konzept greifen, erläuterte sein Vorstandskollege Augustin Kröll. Die alten, schon genehmigten Pläne mit vier Liften werden danach nicht weiterverfolgt. Ifenbahn und die Hahnenköplebahn sollen neu trassiert und mit Kabinen ausgestattet werden. Für den Winter entstehen damit zwei eigene unabhängige Pistensysteme für alle Könnerstufen. Zuerst soll im kommenden Jahr die neue Beschneiungsanlage bis zum so genannten Alpbord gebaut werden. Danach Zug um Zug die neue Ifenbahn (die dann ein Stück höher als die derzeitige Sesselbahn endet), die Hahnenköplebahn und die Pendelbahn zum Walmendinger Horn. Kröll schließt damit „eine seilbahntechnische Erschließung des Schwarzwassertales definitiv aus“. Richtung Hahnenköpfle soll - wie vom Naturschutz gefordert - kein Sommerbetrieb stattfinden. Ebenso soll in der oberen Sektion nur eine Piste beschneit werden. Eingriffe in das empfindliche Karstgebiet sind laut Aussagen der Bergbahnchefs nicht notwendig. „Das Konzept ist betriebswirtschaftlich tragfähig und aus eigener Kraft zu finanzieren“, betonte Kröll. Überlegungen, das Ifengebiet mit dem Didamskopf im Bregenzerwald zu verbinden werden nicht weiter verfolgt. Ebenso die Variante, mit Liften und Pisten im Schwarzwassertal das Walmendinger Horn anzubinden. Dafür liegt eine neue, spektakuläre Lösung auf dem Tisch. Quasi als letzter Baustein des Konzeptes soll eine Pendelbahn mit zwei Kabinen vom Ifen zum Walmendinger Horn schweben. Damit könnten bis zu 1000 Gäste pro Stunde bequem zwischen den beiden Gebieten wechseln und hätten über das Skiwegenetz Anbindung an die anderen Skigebiete, so die Überlegungen der Bergbahngesellschaft. Eine Erweiterung der Parkplätze an der Auenhütte ist nicht vorgesehen. Ein Parkleitsystem soll die Autofahrer zukünftig schon an der Abzweigung der B19 vor Oberstdorf über die Parksituation bei den Bahnen informieren. Bürgermeister Andi Haid begrüßt, dass mit der Modernisierung am Ifen eine „neue Ära“ eingeleitet werden soll. Dies geschehe unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen der Bergbahnen bei gleichzeitiger Rücksichtnahme auf die Natur in dem sensiblen Gottesackergebiet. „Wir müssen mit anderen Regionen Schritt halten“, sieht er eine weltweite Konkurrenz der Wintersportorte und „die Verpflichtung, die Existenzen im Tal zu sichern“. Der Ausbau der Skiwege sei zu 80 Prozent vorhanden, so Haid. Es gelte, noch einige neuralgische Punke - wie zum Beispiel an der Walserbrücke - zu beheben um das Gesamtkonzept zu realisieren. Dabei „stehe das Einvernehmen mit den Grundbesitzern an erster Stelle“. Gleichzeitig sollen mit einem Verkehrskonzept die Busverbindungen optimiert und das Verkehrsaufkommen und die Umweltbelastung reduziert werden. Bei der Informationsveranstaltung gab es von den Bürgern überwiegend Zustimmung zu den vorgestellten Zukunftsplänen.

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