Schüsse ins Messfeld

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Geschossen wird wie früher; aber die Schussauswertung ist mit der neuen elektronische Anlage beim Schützenverein Akams jetzt „Spitze“.

Als erster Schützenverein in Immenstadt hat der SV Akams auf moderne Technik gesetzt und seinen Schießstand im Vereinsheim „aufgerüstet“. Acht Schießbahnen verfügen jetzt über eine moderne vollelektronische Schieß- und Auswerteeinrichtung.

Die „Feuertaufe“ hat die neue Anlage mit Bravour bestanden: Bei einem Eröffnungsschießen testeten 20 Schützinnen und Schützen die Neuheit und sammelten erste Erfahrungen. Nach einer kurze Umstellungsphase waren alle begeistert. Der Schützenverein Akams mische beim Rundenwettkampf längst vorne mit, meint der Erste Schützenmeister, Klaus Lindebar; jetzt sei der Verein auch technisch bestens aufgestellt: „Das haben sonst nur große Schützenvereine.“

Im Prinzip wird geschossen „wie früher“ – mit Einlegen der üblichen Kugel, Anvisieren des Ziels... Doch hier beginnt bereits die Neuerung. Die Schützen zielen nicht mehr auf die bekannten Pappscheiben, die die Kugel letztendlich durchschlägt, am Besten im schwarzen Zentrum. Die Zielscheibe wird praktisch durch eine Projektion dargestellt. Die Ziellage, die Stelle an der die Kugel die eingeblendete Scheibe trifft, wird in einem Messfeld mit in mehreren Reihen angeordneten Infrarot-Lichtschranken absolut genau berechnet – mit einer Messgenauigkeit von einem Zehntel Millimeter. Und der Clou: Das Ergebnis des Schusses wird sofort auf einem Monitor am Schießstand dargestellt. Das bislang erforderliche Zurückfahren der Scheibe zum Platz des Schützen mittels eines Seilzugmechanismus ist passé. Die Auswertung wird sofort protokolliert; der Sportschütze kann entsprechend reagieren, ohne sich um seine Zielscheibe kümmern zu müssen wie früher. Ein Blick nach oben zum Bildschirm genügt jetzt.

Noch etwas haben sich die Akamser Schützen gegönnt: Das Geschehen an jedem der acht Schießstände kann auf einem großformatigen Monitor im „Vereinsstüble“ live verfolgt werden. Das mache die Sache bei Wettkämpfen noch spannender, sagt Klaus Lindebar. Die Technik und die Software erlauben vielfältige Auswertemöglichkeiten – per Mausklick.

Bevor das „neue Schießen“ beginnen konnte, stand erst einmal der Komplettumbau des bestehenden Schießstands auf dem Programm mit der sportlichen Terminvorgabe, dass bis zum Herbst alles stehen sollte, wenn des neue Schießjahr beginnt. Von Mai bis Mitte Oktober ging es rund mit Ausbau der alten Einrichtung, diversen Umbauten und vielen ausgefeilten Finessen. Vor allem die perfekte Beleuchtung verlangte etliche Versuche und viel Fingerspitzengefühl. „Der harte Kern der Baumannschaft war praktisch jeden Abend bei der Arbeit“, betont Hans-Peter Linder, der die Idee von der elektronischen Anlage maßgeblich eingefädelt und den Vereinsmitgliedern mehrfach nahe gebracht hatte. Oft sei man gleich nach der Arbeit auf die Baustelle gekommen und erst spät abends nach Hause gegangen. Auf rund 550 Arbeitsstunden kamen die fleißigen Helfer unterm Strich. „Ohne Besprechungen und Planungen.“

Linder und sein Team stießen bei ihrer Sponsorensuche fast überall auf offene Ohren. Mehr als 20 000 Euro kamen überraschend schnell zusammen bei privaten Spendern und Gönnern, Sponsoren und den Immenstädter Stiftungen. Die Finanzierung der Anlage, die immerhin rund 30 000 Euro kostete, war so mit unter Dach und Fach. „Wir haben eine optimale Lösung gesucht und gefunden“, sagt Hans-Peter Linder in seinem Rückblick auf die vergangenen Wochen und Monate.

gts

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