Schulterschluss für die "Kindersache"

Viel Platz drinnen wie draußen bietet die neue Kindertagesstätte St. Nikolaus an der Missener Straße in Immenstadt. Fotos: Josef Gutsmiedl

Offiziell „in Betrieb“ ging die neue Kindertagesstätte St. Nikolaus in Immenstadt. Mit einem Gottesdienst und einem Herbstfest wurde die Tür in den Neubau an der Missener Straße symbolisch aufgestoßen, der jetzt Tagesstätte und Kindergarten unter einem Dach vereint. „Es ist geschafft“, brachte Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp den Kraftakt auf den Punkt. Viele Beteiligte hätten bei Planung und Bau mitgewirkt, erinnerte Schaupp an die Teamarbeit. „Das Werk kann sich sehen lassen.“

Mit rund 3,7 Millionen Euro sei man sogar unter den Plankosten geblieben, so Schaupp weiter, wobei die Stadt 1,3 Millionen zahlt, der Freistaat Bayern 1,1 Millionen und die Kirche 1,3 Millionen. Auch wenn der Anteil der Stadt etwa einem Ausgaben-Jahresbudget entspräche, sei diese Investition sinnvoll. Der Spruch „Kinder sind unsere Zukunft“ dürfe kein Lippenbekenntnis sein – die Stadt werde Taten folgen lassen. Angebote der Kinderbetreuung seien wichtig angesichts sich verändernder familärer und sozialer Strukturen - und nicht zuletzt ein Standortvorteil für eine Kommune, ergänzte Martin Bartl vom Jugendamt des Landkreises Oberallgäu. Vor vier Jahren war der Kindergarten St. Nikolaus vollständig abgebrannt. Der Kindergarten war übergangsweise in Räumen der Katholischen Jugendfürsorge in Bühl untergebracht. Im Neubau betreuen 16 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Leitung von Gudrun Heiß-Rieser 100 Kindergarten-Kinder und 30 Krippenkinder. Viel Licht und Luft haben die Architekten und Planer „eingebaut“, und die Außenanlagen bieten jede Menge Freiraum für Bewegung und Spiel. „Hausherr“ Pfarrer Anton Siegel unterstrich, dass die neue Kindertagesstätte nicht als Einrichtung der Pfarrei und der Kirche zu betrachten sei. „Wir sehen uns als Teil der Stadt und wollen unseren Beitrag für das Gemeinwohl leisten.“ Gerade Schwache und Kleine bräuchten Unterstützung und Förderung. Noch nicht so recht anfreunden will sich Pfarrer Siegel aber mit der jetzt offiziellen Bezeichnung „Kindertagesstätte“. Der bekannte Ausdruck „Kindergarten“ erscheine ihm passender; er verbinde damit Begriffe wie betreuen, fördern und Geborgenheit und Schutz. Mit einem ganz besonderen Erinnerungsgeschenk an den alten Kindergarten und an die Neueröffnung wartete Konrad Eberle, der ehemalige Kirchenpfleger der Pfarrei St. Nikolaus, auf. Im Schutt des abgebrannten alten Kindergartens hatte Eberle wenige Tage nach dem Brand einen Klumpen zusammengeschmolzenes Metall eines Aluminiumbauteiles entdeckt. Wie ein kleiner Schwan sei ihm der Batzen vorgekommen. Tatsächlich lässt das faustgroße Zufallskunstwerk aus den Flammen und der Asche die Konturen eines Schwanes deutlich erkennen.

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
Eine Frage der Sichtweise: Sparkasse Allgäu vs. Stadt Immenstadt
Eine Frage der Sichtweise: Sparkasse Allgäu vs. Stadt Immenstadt

Kommentare