AWO Schwaben fordert dauerhafte Verbesserung der Altenpflege

Zeit für eine Reform der Altenpflege

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Symbolbild

Allgäu – Für den Monat Juli hat es nach langem Hin und Her endlich geklappt: Die allseits in der Coronakrise gelobten Beschäftigten in der Altenpflege erhalten einen „Bundespflegebonus“. „1500 Euro Brutto gleich Netto einmalig für alle Beschäftigte in der stationären und ambulanten Altenpflege“, bringt die AWO Schwaben den Bonus auf den Punkt und ergänzt: Dauerhafte tarifmäßige Verbesserungen müssen folgen!

Diese einmalige und über die Pflegekasse finanzierte Prämie orientiert sich an der aktuell geleisteten Arbeitszeit und beträgt bei einem Vollbeschäftigten 1000 Euro. Dies steuerfrei und ohne Sozialversicherungsabzüge. Darüber hinaus steuern die Länder noch max. einen halben Tausender bei, so dass einmalig bis zu 1500 Euro die Gehaltskonten der Beschäftigten erfreuen. Allein bei der AWO Schwaben können in deren 28 Seniorenheimen und Mobilen Diensten 1350 Voll- und Teilzeitbeschäftigte diese beiden Bonusregelungen beanspruchen. Dr. Heinz Münzenrieder, der Vorsitzende der AWO Schwaben, sieht in diesen von Bund und Land aufgebrachten Bonuszahlungen zunächst ein positives Zeichen der Wertschätzung der in der Altenpflege tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Aber: Im Arbeitsleben definiere sich diese Anerkennung besonders über die Dauerhaftigkeit einer gerechten Bezahlung. Notwendig sei deshalb eine allgemeine Aufwertung des Tarifgefüges, betont die AWO Schwaben weiter.

Der AWO-Vorsitzende: „Das völlig uneinheitliche Vergütungssystem muss dringlich durch einen flächendeckenden Tarifvertrag reformiert werden. Leider vertreten insoweit die verschiedenen großen Heimträger noch keine einheitliche Linie.“ Gegebenenfalls müsste ein solcher Tarifvertrag deshalb für allgemeinverbindlich erklärt werden können. Und kurzfristig müssen die Vergütungen in der Altenpflege den höheren Gehaltszahlungen im Krankenhausbereich angeglichen werden. Die Pflegekassen sollten zudem in die Lage versetzt werden, die Qualität der Pflege – hierzu zählt auch eine ausreichende Refinanzierung der Personalkosten – zu verbessern.

Überfällig ist der AWO zufolge auch eine Anpassung der Leistungen der Pflegekassen und deren Dynamisierung. Die AWO Schwaben appelliert an alle für die Altenpflege Verantwortlichen: „Die Coronakrise kann die Chance hierfür sein, eine Reform der Altenhilfe anzugehen. Die Zeit hierfür ist reif und schöne Lobesworte sind genug gesprochen.“

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