Ein Blueser geht in Rente

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Johann Seeweg (rechts, mit Al Jones) geht zwar beruflich in Rente, musikalisch jedoch noch lange nicht.

Rhythm and Blues trifft Chicago-Blues trifft Mundharmonika. Drei bedeutende Vertreter des Blues in Süddeutschland – J. F. (in der Besetzung Johann Seeweg, Erika Seeweg und Johann Sehrwind), die Al Jones Blues Band und der Mundharmonikasolist Fredl Eichner – gaben sich ein Stelldichein auf dem Nebelhorn.

Wobei vor allem Eichner mit seinem Mundharmonikaspiel (auch mal auf dem Kopf stehend) die Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hinriss. Für Seeweg war es ein besonderes Konzert – hatte er doch seinen vorletzten Arbeitstag am Nebelhorn, bevor er in den Ruhestand geht. Was nicht bedeutet, dass es auch keinen Blues mehr an der Station Höfatsblick gibt. „Das Bluesfestival geht weiter“, verkündete Seeweg schon den Termin im nächsten Sommer. „Vielleicht klappt es dann auch wieder mal draußen“. Das Oberstdorfer Original wird wieder dabei sein – nicht mehr als Bahner sondern „nur“ noch als Blueser.

Am Fuße des Nebelhorns geboren, hatte Seeweg schon mit 18 Jahren begonnnen bei der Bahn zu arbeiten. Nach einigen Jahren in der Fotobranche zog es den Gitarristen, Fotografenmeister, Mundartliteraten und leidenschaftlichen Bergbahner 2009 wieder aufs Nebelhorn. Wo er unübersehbar – am liebsten an der Gipfelstation – seinen Dienst als Kabinenbegleiter und Maschinist tat.

Was 2012 mit einer Geburtstagparty begann, hat sich inzwischen als hochkarätig besetztes Bluesfest etabliert, das eine feste Fangemeinde sein Eigen nennen kann. So traten schon Legenden wie Alex Ligertwood (Santana), Brian Auger und zuletzt der Drummer Pete York (Spencer Davis Group) auf. Der Auftritt mit Al Jones und Fredl Eicher mündete in eine ausgelassenen Schlusssession auf 1935 Meter Meereshöhe, bei der alle Musiker noch mal zu Hochform aufliefen und sich als große Musikerfamilie präsentierten. Das Publikum war hautnah dabei und freut sich schon auf die nächste Bluesnacht am Berg.

Heinrich Bonert

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