Mit Sicherheit lustig

Ihre eigenen Erfahrungen mit Wanderwegen haben der Kranzegger Gastronom Ernst Kleinheinz und die Gemeinde Rettenberg. Nach einem Unfall vor vier Jahren auf dem „Lustigen Wanderweg“ hat die Gemeinde jetzt die Haftungsfrage für die Wanderwege in ihrem Gebiet übernommen und mit der Sanierung der wichtigsten Wege begonnen.

Bürgermeister Oliver Kunz spricht schon von einem Vorzeigeweg, den die Gemeinde, genauer gesagt die Arbeiter des Bauhofes, geschaffen hätten. Die gefährlichen Passagen des „Lustigen Wanderweges“ sind in den vergangenen Monaten entschärft worden, Stege über den Wildbach wurden durch massive Konstruktionen ersetzt. „Rund 30000 Euro haben wir bislang in die Wegesanierung gesteckt“, überschlägt Bürgermeister Kunz die Investitionen in Wander-Sicherheit. Aktuell wird ein Wanderwegekonzept der Gemeinde erstellt. Immerhin ist die Rettenberger Flur zwischen Rottachberg und Grünten ein beliebtes Wandergebiet für Einheimische und Urlauber. Einen Unfall wie er sich im Jahr 2005 auf dem „Lustigen Wanderweg“ ereignete, könne man zwar nie ausschließen, doch ist inzwischen zumindest die Haftungsfrage geklärt. Vor vier Jahren war ein Wanderer in den Wildbach gestürzt und hatte sich verletzt, als ein Brückengeländer brach, als er sich darauf setzen wollte. Gastwirt Kleinheinz, „Erfinder“ und Betreuer des Witzeweges entlang des Wildbaches, wurde zu einem Bußgeld verurteilt, und geriet in die Schlagzeilen. Das Bußgeld übernahm schließlich der damalige Bürgermeister. Wirt Kleinheinz jedenfalls verging trotz Witzetafeln das Lachen. Abbringen ließ er sich aber nicht von seinem lustigen Weg. Inzwischen ist die Gemeinde gegen etwaige Ansprüche Dritter versichert. „Andernfalls hätten wir alle ehrenamtlichen Betreuer und die privaten Grundbesitzer vergrätzt“, betont Bürgermeister Oliver Kunz. Wer sich engagiere, dürfe nicht Gefahr laufen, dafür möglicherweise noch bestraft zu werden. Zwei morsche Stege wurden durch massive Stahlbrücken ersetzt. Hier konnte die Gemeinde auf den früheren Illersteg bei Immenstadt-Stein zurück greifen, der dort durch einen Neubau ersetzt wurde. Weitere Stege haben die Bauhof-arbeiter durch Stahlträger ersetzt auf denen Bohlen aus Lärchenholz montiert sind. Bei einem Unwetter im Jahr 2001 waren sämtliche Stege und Brücken im Tobel zerstört worden. Weitere schwierige Stellen entlang des „Lustigen Wanderweges“ wurden entschärft. Kleine Treppen mit Betonstufen erleichtern an einigen Stellen den Auf- und Abstieg. Massive Gelände geben den Wanderern Halt und verhindern einen Absturz ins Tobel. Einige Passagen wurden mit einer Hackschnitzel-Auflage versehen. Man habe - nicht zuletzt aufgrund der schlechten Erfahrungen - bewusst auf solide, einfache und dauerhafte Konstruktionen gesetzt, sagt Bürgermeister Kunz. Ganz einfach waren die Sanierungsarbeiten im Tobel allerdings nicht. Manche Stellen seien mit den notwendigen Geräten nur zu erreichen gewesen „wenn alles passt“, erinnert sich Bauhof-Chef Michel Thoma. Im Winter ginge ohnehin nichts. „Für unsere Arbeiten haben wir Lob und Tadel geerntet“, meint Thoma weiter. Die Betontreppen stießen auf geteiltes Echo. Nicht so bei Bürgermeister Kunz. „Ohne die engagierte Arbeit hätten wir das nie stemmen können...“, lobt Kunz seine Mannschaft im Bauhof und die ehrenamtlichen Wegebetreuer.

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