Mit schwerem Gerät im Wald

Sieben Kilometer frisch sanierte Wasserabläufe im Eschacher Wald

Grabenbagger in Aktion im Eschacher Wald
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Grabenbagger in Aktion: Mit viel Gefühl muss Fahrer Alexander Kiefer das große Gerät bedienen.

Oberallgäu – Wer im Eschacher Wald zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, dem fallen am Wegesrand frisch ausgehobene Gräben und ein großer Bagger auf. Zugeschwemmte Wasserabläufe und Durchlässe werden von Ablagerungen befreit. „Im Einsatz ist die Forsttechnik der Bayerischen Staatsforsten“, weiß Sonthofens Staatsforsten-Chef Jann Oetting.

Verantwortlich für die Arbeiten an den Forstwegen ist Revierleiter Simon Lipp. Er berichtet von mehrfachen Starkregen zwischen den Hitzeperioden der vergangenen Sommerwochen. „Bis zu 70 Liter pro Quadratmeter fielen innerhalb einer Nacht vom Himmel. Da wundert es einen nicht, wenn Durchlässe und Gräben zu gespült werden.“

Verstopfte Durchlässe führen dazu, dass sich das Wasser einen anderen Weg bahnt. Zuerst bilden sich kleinere Rinnsale, häufig direkt über den Forstweg. Diese werden im Laufe der Zeit immer größer und tiefer, bis sogar teilweise die Fahrbahn weggespült wird.

Revierleiter Simon Lipp erläutert dazu: „Wir müssen das angeschwemmte Material so schnell wie möglich entfernen und die Durchlässe reinigen, um einen Wasserabfluss zu gewährleisten. Sonst können sich Gefahren für Erholungssuchende ergeben.“ Am Vortag noch ohne Beschädigung, kann nach Starkregen schon am Tag darauf ein Riss im Weg klaffen. Unvorhersehbar für Mountainbiker und Wanderer.

Um die Gräben frei zu räumen, wird ein Grabenbagger mit einer besonders geformten Schaufel eingesetzt. Diese spezielle Schaufel passt sich dem Wegekörper perfekt an. Ohne viel Material vom Weg selber abzutragen, kann die Schaufel die Gräben Meter für Meter frei räumen.

„Trotzdem braucht der Fahrer des Grabenbaggers viel Gefühl und Übung im Umgang mit der großen Maschine, dafür benötigt man Profis. Gut, dass wir bei den Bayerischen Staatsforsten unsere eigene Forsttechnik in Anspruch nehmen können. Dort arbeitet sehr gut ausgebildetes Personal, das diese Herausforderungen einwandfrei meistert“, erläutert Forstbetriebsleiter Jann Oetting.

Nach vier Tagen und circa sieben Kilometern frisch gepflegten Wegen, zieht der Grabenbagger wieder weiter aus dem Eschacher Wald. Andere Reviere warten auch schon auf die spezielle Maschine.

Eine kleine Besonderheit zum Schluss: Die von Bewuchs freigeräumten und frisch angeschnittenen Böschungen sind besonders bei Wildbienen beliebt. Dort lassen sich optimale Brutröhren anlegen. „Als Nebeneffekt zur Wegepflege ein kleiner Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt!“, freut sich Revierleiter Simon Lipp.

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