Berufliche Bildung lohnt sich

Ulrich Wagner (Hauptgeschäftsführer HWK Schwaben, von links), Dr. Simone Strohmayr (stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion) und Hans-Peter Rauch (Präsident HWK Schwaben).

Berufliche Bildung und das Zusammenspiel von Familie und handwerklicher Tätigkeit waren die Topthemen des Dialogs zwischen dem Präsidenten der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) Hans-Peter Rauch, HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner und der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Dr. Simone Strohmayr (SPD).

Durch sinkende Schulabgängerzahlen und ein verändertes Bildungsverhalten ist das berufliche Ausbildungssystem in Deutschland unter Druck gekommen – und das, obwohl es international als Königsweg zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Die Arbeitslosen- und Erwerbslosenquoten beruflich Qualifizierter sind äußert gering und in vielen Wirtschaftsbereichen werden Fachkräfte mit beruflichem Abschluss gesucht. „Gerade mit einer Fortbildung zum Meister, Techniker oder Fachwirt stehen gute Karriere- und Einkommensperspektiven offen“, so HWK-Präsident Hans-Peter Rauch.

Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten sollte aber sein, für alle Jugendlichen den beruflichen Weg zu finden, der ihnen am besten entspricht – unvoreingenommen und im Bewusstsein der tatsächlichen Perspektiven. HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner betont: „Diese Botschaft – und nicht die alleinige Fokussierung auf einen möglichst hohen Akademikeranteil – sollte im Zentrum der politischen, sozialpartnerschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion stehen.“

Handwerk und Familie – das passt zusammen

Das Handwerk ist seit jeher familienorientiert: Über drei Viertel aller Betriebe sind Familienbetriebe, die von einem Ehepaar geleitet und in denen oft auch die eigenen Kinder ausgebildet und beschäftigt werden. Die kleinen und mittleren Betriebe des Handwerks sind häufig familienfreundliche Arbeitgeber, ohne dies besonders herauszustellen. Sie unterhalten zwar meist keine speziellen Einrichtungen wie eine Mittagskantine für ihre Beschäftigten oder einen Betriebskindergarten für deren Kinder, wie es in manchen großen Unternehmen der Fall ist. Ihr Vorteil liegt jedoch darin, dass sie aufgrund der geringen Betriebsgröße individuell auf die einzelnen Bedürfnisse der Beschäftigten eingehen können.

„Wertschätzung und Anerkennung gebührt auch denjenigen, die berufliche und familiäre Pflichten miteinander vereinen, ob das nun die Betriebe oder die Arbeitnehmer sind“, stellte Dr. Simone Strohmayr fest.

Es sei ein grundsätzlich richtiger Weg, für Kinder unter drei Jahren die professionelle Betreuung in Krippen und von Tagesmüttern auszubauen. Denn nur wenn ein ausreichendes Angebot von Kinderbetreuungsmöglichkeiten zur Verfügung steht, seien eine echte Wahlfreiheit der Eltern und eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich, so Strohmayr weiter.

Dazu gehöre auch, dass die Öffnungszeiten von Krippen und Kindergärten stärker auf den Bedarf der Eltern eingestellt würden. Notwendig seien Ganztagsbetreuungsangebote und Betreuungsmöglichkeiten an Samstagen sowie während der Schulferienzeiten – sowohl im Kindergarten als auch in der Schule.

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