Wohnungsnot im Oberallgäu

Singvögel finden keine freien Bruthöhlen

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Der Trauerschnäpper verdankt seinen Namen unter anderem seinem schwarz-weißen Federkleid.

Sonthofen – Der Trauerschnäpper verbringt die Winter in West- und Zentral-Afrika. Bis der wanderfreudige Vogel nach seiner langen Reise z. B. aus Ghana, bei uns im Brutgebiet ankommt, sind die Bruthöhlen zum großen Teil bereits von Meisen und Co. belegt. Natürliche Baumhöhlen sind in unseren Wäldern, Parks und Gärten inzwischen so selten geworden, dass der Konkurrenzkampf um sie groß ist.

In Sonthofen hat man sich angestrengt, um den Trauerschnäpper anzulocken. Der Rat des Landesbund für Vogelschutz (LBV) den für ihn bestimmten Nistkasten erst bei seiner Ankunft anzubringen, hat Wirkung gezeigt.

In Sonthofen war der Trauerschnäpper vom Vorjahr schon in einem Privatgarten bekannt. Nachdem im April ein Männchen eine Woche lang, um ein Weibchen geworben hat sind sie nun als Paar eingezogen. Nisthilfen ersetzen keinen Baum als Lebensraum, weiß Biologin Brigitte Kraft vom LBV. Ein Ersatz für fehlende Höhlen können sie für manche Tierarten wie Fledermäuse, Siebenschläfer oder Vögel zumindest teilweise sein. Allzu oft müssen ältere Bäume weichen und mit ihnen gehen Astlöcher, Spechthöhlen und andere Hohlräume verloren. Der Erhalt dieser Biotope hat für den LBV oberste Priorität. Muss ein Baum dennoch gefällt werden so sollte zumindest ein Teil des Stammes stehen gelassen werden. Der ökologische Nutzen dieses Holzes ist beispielsweise auch für Wildbienen und andere Insekten noch sehr groß. Mehr zum Thema Nisthilfen unter www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/nistkaesten

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