Skaten und Biken für den Wald

Mit einer „Jam-Session“ demonstrierte die Sonthofer Skater- und Bikerjugend für den Erhalt des Tannachwäldchens und des Skateparks. Foto: Eva Veit

Jugendliche hängen nur zu Hause vor PC und Fernseher rum? Sie sind lethargisch, ihnen ist alles egal, wenn sie sich irgendwo treffen stören sie die Anwohner und hinterlassen Dreck und Müll? Nein! Zumindest auf die Skater- und Biker- Jugend Sonthofens trifft dies nicht zu. Mit einer „Jam-Session“ demonstrierte diese für den Erhalt des Tannachwäldchens und damit auch des Skateparks Sonthofen. Und sie rief die Bevölkerung Sonthofens dazu auf, sich beim Bürgerforum vergangenen Donnerstag mit ihrer Meinung und ihren Vorschlägen bei der künftigen Gestaltung der Stadt einzubringen.

„Wir sind nicht organisiert, haben keine Trainer, kein öffentliches Forum. Deshalb finde ich es wichtig, dass auch die jugendlichen Skater zum Bürgerforum gehen und dort ihre Meinung sagen,“ betont Kilian Stückler. Am Skatepark, der erst vor wenigen Jahren von der Stadt angelegt wurde, treffen sich regelmäßig zwischen zehn und 20 Kinder und Jugendliche von acht bis 25 Jahren. Dort können sie mit ihren Skateboards, BMX-Rädern und Scootern fahren und Kunststücke, sogenannte „Tricks“, trainieren. Sie haben sich am Skatepark kennengelernt und sind inzwischen zu einer richtigen Clique geworden. Die Jugendlichen kümmern sich auch selbst um ihren Platz und sorgen dafür, dass dort alles in Ordnung ist. „Vor einigen Wochen haben wir den restlichen Schnee geräumt, damit wir endlich wieder fahren können,“ erläutert André Bodlin. Er hat zusammen mit Nicklas Linke die „Jam Session“ organisiert. Im vergangenen Frühjahr habe es erstmals einen von den Jugendlichen selbst organisierten „Opening Jam“ gegeben, um die neue Skateboard- und Bike-Saison zu eröffnen. Die Überlegungen in der Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonferenz ISEK, das Tannachwäldchen abzuholzen und es als Gewerbegebiet auszuschreiben, hat auch bei den Jugendlichen große Entrüstung hervorgerufen. Denn neben dem Wäldchen, das ihnen ebenfalls am Herzen liegt, würden auch Abenteuerspielplatz und Skatepark laut „Variante 2“ einem Gewerbegebiet zum Opfer fallen. Und so nutzten die Jugendlichen ihre diesjährige Saisoneröffnung, um auf ihre Weise für den Erhalt des Tannachwäldchens und des Skateparks zu kämpfen. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen demonstrierten sie ihr Können auf zwei bzw. vier Rädern und maßen sich in drei Wettbewerben in den Kategorien „Hochsprung“, „Best Trick“ (bestes Kunststück) und „Game of Skate“, bei dem immer zwei Fahrer gegeneinander antreten. Spaziergänger und Besucher wurden durch große Plakate auf das Anliegen der Jugendlichen aufmerksam gemacht. „Das Tannachwäldchen ist ein Paradies“, Unser Wäldchen ist ein Schatz“, „Skatepark forever“ oder auch „Buhl, bleib cool“ war auf ihnen zu lesen. Auch konnte man sich an einem Info-Stand über die ISEK-Planungen und das Bürger- forum zur ISEK informieren. „Hier begegnen sich Menschen“, „Hier kann ich mich austoben“, „Kinder brauchen viel Freiraum, um sich zu entfalten“ oder „Wo sollen denn die Jugendlichen hin, wenn es keinen Abenteuerspielplatz mehr gibt?“ waren nur einige der Meinungen, die Besucher und Skater schriftlich festgehalten hatten. Die Organisatoren der „Jam-Session“ zeigten sich mit dem Anklang in der Bevölkerung durchaus zufrieden. Es seien viele Interessierte, auch Eltern mit kleinen Kindern, dagewesen und auch der dritte Bürgermeister Wolfgang Deppe habe sich ihre Meinung angehört. Und die – zumeist erwachsenen – Besucher fanden für die Jugendlichen und ihr Engagement für ihren Treffpunkt durchweg lobende Worte.

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
Eine Frage der Sichtweise: Sparkasse Allgäu vs. Stadt Immenstadt
Eine Frage der Sichtweise: Sparkasse Allgäu vs. Stadt Immenstadt

Kommentare