Solidarität mit dem Chef

Mit Transparenten mit dem Schriftzug „Wir wollen unseren Chef Peter Müller behalten“ demonstrierten die Mitarbeiter der kommunalen Betriebe vor der Gemeinderatsitzung. Foto: Heinrich Bonert

Auf den ersten Blick widersprüchliche Dinge geschehen unterm Nebelhorn: Die Angestellten mehrerer kommunaler Betriebe der Gemeinde Oberstdorf demonstrierten vorige Woche für den Verbleib ihres Chefs Peter Müller im Amt. Obwohl dieser zuvor selbst die Gemeinde um eine Aufhebung seines Dienstverhältnisses gebeten hatte. Warum dann also die „Mahnwache“ von über 30 Mitarbeitern vor einer Gemeinderatsitzung?

„Wir wollen uns solidarisch mit unserem Chef zeigen und hoffen, dass es zu einer vernünftigen Lösung kommt“, so Armin Stöckle, Technischer Leiter der Kommunalen Dienste Oberstdorf (KDO). Von „schwierigen Rahmenbedingungen“, „sehen unsere Arbeit in den jetzigen Strukturen eingeschränkt“ und „möchten wissen wie es weiter geht“, war bei der Demonstration zu hören. Die Mitarbeiter der KDO, der Energieversorgung (EVO) und der Wasserversorgung (WVO) wünschen sich eine „klare Marschrichtung für die Zukunft“. Auf den zweiten Blick zeigt sich somit, wie sich hier in letzter Zeit Einiges an Spannungen und Unzufriedenheit aufgebaut hat. Was nun durch die Aktion der Mitarbeiter aus den Hinterzimmern der Kommunalpolitik auf die Strasse getragen wurde. Ein Weggang Müllers würde eine ziemliche Lücke in der Personalstruktur der Gemeinde hinterlassen. Er hat bei insgesamt sieben Gesellschaften, die der Gemeinde gehören oder an denen sie beteiligt ist, Führungspositionen inne. Dabei auch bei der Kur- und Verkehrsbetriebe AG, zu der die Söllereckbahn gehört. Deren Geschäftführung wird Müller im August 2012 aufgeben. Die Türen scheinen bei dem Konflikt noch nicht zugeschlagen, was sich an der Gesprächsbereitschaft von Müller und Bürgermeister Laurent Mies zeigt. Müller zeigte sich „überrascht“ und „gerührt“ vom Einsatz seiner Mitarbeiter. Er bestätigte, dass er selbst um eine Aufhebung seines Arbeitsverhältnisses mit der Gemeinde gebeten habe, diese aber nicht angenommen wurde. „Vorerst gibt es noch keine Entscheidung“, schließt Müller ein Bleiben nicht aus und setzt auf ein „klärendes Gespräch“. Er will eine Entscheidung über die „grundsätzliche Ausrichtung der kommunalen Betriebe“. Ihm gehe es um längerfristige Planungen beim den Mitarbeiten und den Finanzmitteln, damit „wieder Ruhe in die Arbeit einkehrt“, so Müller. Das Ganze habe sich sehr kurzfristig entwickelt, verweist Bürgermeister Mies darauf, dass es noch keinen Beschluss des Gemeinderates gibt. „Wir werden noch einmal darüber sprechen, wie es weitergeht und wo die gegenseitigen Bedürfnisse und Interessen liegen“, will Mies die „Motivation“ für eine zukünftige Zusammenarbeit ausloten.

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