»Nicht wie in alten Zeiten«

Corona im Sommer: Freizeitanlage Altstädten hat Konzept

Kann die Freizeitanlage Altstädten heuer öffnen?
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Die Stadtverwaltung hat ein schlüssiges Konzept erarbeitet, wie die Freizeitanlage Altstädten heuer geöffnet werden könnte. Ob es soweit kommt, ist jedoch noch offen.
  • VonJosef Gutsmiedl
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Sonthofen – Der Sommer samt Badesaison kann kommen. Die Stadtverwaltung hat zumindest aus ihrer Sicht alles getan, um den Badebetrieb in der Freizeitanlage Altstädten zu ermöglichen.

Ein Infektionsschutz- und Hygienekonzept für die offene Anlage mit Bad- und Gastronomiebereich steht weitgehend. Die Besucherzahl ist gedeckelt.

Baden in Corona-Zeiten

„Eine echte Herausforderung“, meint Birgit Schrott, Leiterin des Fachbereichs Tourismus/ Veranstaltungen/ Sport/ Kultur der Stadtverwaltung. „Es gibt dabei kein ‚ganz gut‘ oder ‚ganz schlecht‘, bestenfalls ein Für und Wider“, beschreibt sie die komplexe Aufgabe. Komplex nicht zuletzt, weil es gilt, den Badebereich von der Gastronomie zu trennen. Bei einem generell freien Eintritt sei zudem die Zugangskontrolle nicht einfach.

„Obwohl es das erklärte Ziel ist, die Freizeitanlage für den Badebetrieb wieder zu öffnen, werden die umfangreichen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen zu deutlichen Einschränkungen führen, vor allem bei den Besucherzahlen.“ Zu diesem Fazit kommt Birgit Schrott als sie die Öffnungsperspektive für die Freizeitanlage dem Stadtrat vorstellt. Im vergangenen Jahr blieb die Freizeitanlage pandemiebedingt geschlossen.

Maskenpflicht und Absperrgitter

In mehreren Ortsterminen und Begehungen wurden in den vergangenen Wochen und Monaten Möglichkeiten ausgelotet, unter welchen Bedingungen die Anlage heuer in Betrieb gehen könnte. Basis ist die räumliche Trennung mittels Absperrgitter in zwei Bereiche für die jeweils unterschiedliche Konzepte gelten sollen.

Das sei erforderlich, da für beide Bereiche unterschiedliche Besucherzahlen gelten und der Zugang zum Bad nicht unkontrolliert über die Gastronomie erfolgen dürfe. Auf dem gesamten Gelände gilt der Mindestabstand von 1,5 Metern und auf den markierten Wegen Maskenpflicht. „Zum Teil sind nur sehr geringe Abstandsflächen möglich“, ergänzt Schrott das Szenario. Der Toilettenbereich wird auf die Gastronomie und das Bad aufgeteilt.

Planschbecken bleiben geschlossen

Damit die „Rechnung“ entsprechend der Infektionsschutzmaßnahmen aufgeht, ergibt sich aus der nutzbaren Gesamtfläche von knapp 1 600 Quadratmetern und einer „Aufenthaltsdichte“ von einer Person je zehn Quadratmeter eine Obergrenze von 159 Besuchern für den Bade-/Freizeitbereich: 122 auf den Liegewiesen und unter der Bedachung, 29 Personen im Schwimmbecken und acht weitere im Nichtschwimmerbecken. Die Planschbecken und Umkleidekabinen bleiben geschlossen.

Ein Zu- und Ausgang ist über das untere Tor möglich – mit Einlasskontrolle durch Personal des Freizeitbades Wonnemar über ein digitales Reservierungssystem oder manuelle Erfassung. Selbst die maximale Belegung der Schwimmbecken wird durch Ausgabe von Armbändern gewährleistet. Das Wonnemar hatte kürzlich über die fehlende Planbarkeit von Öffnungsschritten geklagt.

Mit Chip zum Eis holen

Ebenso gedeckelt ist die maximale Besucherzahl für die Gastronomiefläche. Mit welcher Zahl man letztlich rechnen müsse, hängt der Sonthofer Tourismus-Chefin zufolge von den jeweiligen Abstandsregelungen ab und der zulässigen Bestuhlungsfläche. Zu- und Ausgang werden getrennt; rund um den Kiosk ist ein „Einbahnstraßen-System“ notwendig. Per Chip geregelt wird jeder Wechsel aus dem Badebereich zur Gastronomie und zurück.

Um dennoch möglichst vielen Menschen den Freibadbesuch zu ermöglichen, soll es dem Konzept zufolge zwei Zeitfenster für einen Aufenthalt geben: nach der morgendlichen Desinfektion und Grundreinigung zunächst von 10 bis 15.30 Uhr und – nach einer weiteren Reinigung nachmittags – zwischen 16 und 19 Uhr. Die Freizeitanlage schließt um 21 Uhr.

Freizeitanlage Altstädten: Öffnung ungewiss

Letztlich lasse sich ein „gewisses Infektionsrisiko“ jedoch nicht ganz ausschließen, da es sich um ein Naturfreibad handle ohne chemische Aufbereitung des Badewassers, gibt Birgit Schrott zu bedenken. Trotz des großen Aufwandes ergehe der Appell an alle Besucher, Eigenverantwortung und Rücksicht zu zeigen und die Maßnahmen zu akzeptieren und einzuhalten.

Und: Ob und unter welchen Rahmenbedingungen Freizeiteinrichtungen öffnen könnten, sei derzeit völlig offen, so Birgit Schrott weiter. Gegebenenfalls müsse das Konzept für die Anlage in Altstädten entsprechend angepasst werden. Sie rechne zudem nicht mit einer möglichen Eröffnung vor Juni. Mitte September wäre die Saison zu Ende.

Bürgermeister Christian Wilhelm (FW) geht nicht davon aus, dass die Freizeitanlage „überrannt“ werden wird und setzt auf „Vertrauen in die Gäste“. Wilhelm: „Es wird nicht so sein wie in alten Zeiten.“ Mancher Besucher der beliebten Freizeitanlage werde sich umschauen angesichts der neuen Situation. Andererseits ist der Bürgermeister zuversichtlich, dass die meisten Besucher nicht zuletzt „Wiederholungstäter im positiven Sinn“ sein werden.

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