Grünten BergWelt: Ökologisches, nachhaltiges und familienfreundliches Bergerlebnis

Genießer haben Vorfahrt am Grünten

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Sabine (von links), Martin, Michl und Anja Hagenauer wollen mit der „Grünten BergWelt“ ein nachhaltiges und familienfreundliches Naturerlebnis schaffen.

Die Bergbahnen am Grünten werden „wiederbelebt“. Die Unternehmerfamilie Hagenauer stellte bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Kranzegg die „Grünten BergWelt“ vor. Die Familie wird rund 30 Millionen Euro in den Neubau von Liftanlagen und den Rückbau von Trampelpfaden am Grünten investieren.

„Wir haben als Familie schon einige Projekte zusammen gemacht“, erzählte Anja Hagenauer, warum die Hagenauers das Projekt „Grünten BergWelt“ in Angriff genommen haben. Die Familie könne als Team einfach „wahnsinnig gut zusammen arbeiten. Der Grünten sei ihr Hausberg, so die Rettenbergerin weiter. Ein Berg für Genießer, der ein nachhaltiges Konzept verdient habe. Ein Beweggrund, den auch ihre Mutter, Sabine Hagenauer, bei der Pressekonferenz hervorhob. Sie habe die Entwicklung am Grünten schon lange mitverfolgt. Als die Liftanlagen dann erneut zum Verkauf standen, habe sie sich überlegt „Was könnte man aus dem Grünten machen? Was ist nachhaltig, was ist ökologisch?“ Und, eine weitere Frage: „Was möchte eine Familie am Grünten erleben? Was wollen die Erwachsenen, was wollen die Kinder?“

Nachhaltig und ökologisch

„Wir haben ein tragfähiges Konzept erarbeitet, wie die Grünten BergWelt nachhaltig, umweltschonend und wirtschaftlich zugleich betrieben werden kann“, so das Fazit der Rettenberger Unternehmerfamilie. Seit 2006 stellen die Hagenauers bereits an der Alpsee Bergwelt unter Beweis, wie ein Unternehmen erfolgreich wiederbelebt werden kann. „Genießer haben am Grünten Vorfahrt!“, so Anja Hagenauer. Man wolle Einheimischen und Gästen ein entschleunigtes Angebot für alle Generationen bieten.

„Weniger ist mehr“ – unter diesem Motto, so Sabine Hagenauer, die als Geschäftsführerin bereits die Alpsee Bergwelt erfolgreich leitet, soll am Grünten ein „familienfreundliches und abwechslungsreiches Natur- und Bergerlebnis für Einheimische und Gäste“ geschaffen werden. Die bestehenden sieben, noch mit Dieselaggregaten betriebenen Liftanlagen werden abgebaut und durch drei moderne ersetzt. Diese entsprechen den neuesten ökologischen und effizienten Standards und verfügen über einen elektrischen Antrieb.

Weniger ist mehr

Das Herzstück der Anlage wird eine moderne Zehner-Kabinenbahn sein, die auf einer Länge von 2 300 Metern von der Tal- über die Mittelstation bis zur neuen Grüntenhütte führen wird. Die Kabinenbahn ermöglicht es auch Familien mit Kinderwagen und Menschen mit Handicap, den Grünten zu besuchen und die Aussicht zu genießen. Im Winter bedeutet sie für Skikurse mit Kindern mehr Sicherheit und mehr Komfort.

Für den Skibetrieb ist zudem ein Sechser-Sessellift und ein kinderfreundlicher Schlepp­lift geplant. Der Ausbau der Beschneiungsanlagen soll für Schneesicherheit sorgen. Zudem erarbeitet die Familie Angebote für Winter- und Schneeschuhwanderer sowie Tourengeher. Ebenfalls geplant ist eine neue Naturrodelbahn.

An der Mittelstation entsteht ein Winter-Kinderland mit Skischulbetrieb. Das Gelände ist an dieser Stelle „optimal“ für Kinder. „Der Grünten wird im Winter für entspannten Skispaß für alle Generationen stehen“, erläuterte Michl ‚Hagenauer, der sich gemeinsam mit seiner Schwester Anja am Grünten engagieren wird.

Generell komme es im Winter nicht zu einer Erweiterung der Kapazität. Die bis 2017 betriebenen Grüntenlifte konnten stündlich bis zu 5 231 Personen befördern; die neuen Anlagen verfügen über eine Kapazität von 5 300 Personen pro Stunde. Im Vordergrund, so Michl Hagenauer, stehe der Komfort, nicht die Kapazität. Deutlich verringern wird sich der Umfang der Anlagen: Nahmen die alten Grüntenlifte eine Gesamtstrecke von 6 777 Metern in Anspruch, beträgt die Länge der neuen Bahnen nur noch 4 090 Meter. Die sieben alten Anlagen werden abgebaut, drei neue aufgebaut. Die Standorte der Altanlagen sollen rekultiviert werden. Die neue Bahn endet auch unterhalb der alten Liftanlagen – und damit außerhalb der Alpenschutzzone C.

Liftbetrieb auch im Sommer

„Weniger ist mehr – das gilt auch im Sommer“, erklärte Martin Hagenauer. Durch den Rückbau eines ausgedehnten Netzes an Trampelpfaden und die Sanierung bestehender Wege wolle man die Besucher auf weniger Strecken führen und somit wertvolle Alpflächen schonen. Ein neuer, ausgebauter Weg von der Mittelstation zur Gipfelstation dient im Winter als Naturrodelbahn.

Die bestehende Infrastruktur am Berg soll erhalten und verbessert werden. Als gemütliche Einkehr ist auf dem Grüntenplateau eine neue Grüntenhütte im Allgäuer Stil mit einer großen Sonnenterasse geplant. Die Hütte soll nicht größer werden als die bestehende. In der Küche sollen hauptsächlich Produkte der heimischen Landwirtschaft verwendet werden. Ob dort auch Schlafplätze angeboten werden steht noch nicht fest: „Wenn die Gemeinde das möchte, machen wir das. Wenn nicht, dann nicht“, so Martin Hagenauer. Überhaupt sei der Familie die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und die Einbindung der bestehenden, bewirtschafteten Hütten in das Konzept wichtig. „Nur gemeinsam geht es!“

Neu ist auch eine Walderlebnisbahn als Bereicherung des Sommerangebotes am Grünten. Die Bahn wird in den vorhandenen Baumbestand integriert, damit die Eingriffe in die Natur möglichst gering bleiben. Berg- und Talstation der Kabinenbahn werden harmonisch dem Landschaftsbild angepasst. Um ein möglichst reibungsloses Parken zu ermöglichen und die Belastung der Anwohner so gering wie möglich zu halten, erarbeiten Experten derzeit ein Parkleitsystem mit Zufahrtsbeschilderungen an den Zubringerstraßen.

Tolle Neuigkeiten

Derzeit laufen die Bauanträge, wenn alles genehmigt ist rechnet Martin Hagenauer von einer Bauzeit von ein bis zwei Jahren. So lange müssen alle Wintersportfreunde jedoch nicht warten: Im kommenden Winter werden die „alten“ Grüntenlifte nochmals in Betrieb genommen.

Für die „Grünten BergWelt“ hat sich die Betreiberfamilie vorgenommen, „moderate Preise für Familien“ anzubieten, so Sabine Hagenauer. Etwas teurer als bislang, aber nicht zu viel.

eva

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