Berufsbilder neu zeichnen

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Die offizielle Vertragsunterzeichnung im Hotel Sonnenalp mit (vorne von links) Dr. Susanne Schedl (Leiterin der Wirtschaftsschule Merkur) und Michael und Anna-Maria Fäßler; dahinter (von links)  als „Trauzeugen“ der neuen Partnerschaft Christina Eberle und Helmut Schenkyr (beide Wirtschaftsschule Merkur), Anja Heusel (IHK), Andrea Wilhelm (Sonnenalp), Stefanie Schwarz (Wirtschaftsschule Merkur) und Manfred Schilder (IHK Schwaben).

Ofterschwang – Einen neuen Weg der Zusammenarbeit haben jetzt das Hotel Sonnenalp Resort und die Private Wirtschaftsschule Merkur vereinbart: Absolventen der Wirtschaftsschule sollen in der Sonnenalp Berufsfelder erkunden und kennenlernen, die ihre Berufswahl möglichst zur Punktlandung werden lässt.

Als entscheidende Weichenstellung komme der Berufswahl eine wesentliche Bedeutung im Leben junger Menschen zu, betont Sonnenalp-Chefin Anna-Maria Fäßler und verweist auf die Vielfalt an Ausbildungsberufen allein in ihrem Hotel: „Aber viele Schulabgänger haben keine konkreten Vorstellungen von den heutigen Berufsbildern.“ Gerade das Handwerk biete als kreatives, anspruchsvolles Feld eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie sie unschwer am eigenen Betrieb feststelle. „Und viele Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Hauses.“ Diesen Einblick soll jetzt die Zusammenarbeit mit der Partnerschule ermöglichen.

Von einem „Mikrokosmos“ der Berufswelt in der Sonnenalp spricht Dr. Susanne Schedl, die Leiterin der Privaten Wirtschaftsschule Merkur. Eine bessere Adresse für die neue Partnerschaft könne sie sich kaum vorstellen.

Eine Tatsache, die auch Markus Brehm, den Vorsitzenden der IHK-Regionalkonferenz beschäftigt. Die IHK Schwaben könne die neue Partnerschaft der Wirtschaftsschule mit dem familiengeführten Hotel-Unternehmen nur begrüßen. „In den Köpfen – vor allem der Eltern – spukt häufig noch ein altes, längst überholtes Berufsbild herum.“ Die IHK fördere alle Bemühungen, mit überkommenen Berufsbilder aufzuräumen und den Stellenwert der klassischen Ausbildungsberufe zu verbessern, beispielsweise mit der Initiative „Lehre macht Karriere“. Brehm: „Diese Form der Zusammenarbeit kann da weiterhelfen.“ Die „kleine Stadt Sonnenalp“ sei Dank der enormen Breite an Berufsfeldern der ideale Partner für die Schule. Er, Brehm, hoffe, dass es viele weitere solcher Partnerschaften gebe, auch wenn dabei zusätzliche Belastungen für die Betriebe entstünden, etwa durch die Betreuung von Praktikanten oder das Angebot von Informationsveranstaltungen.

Es brauche allerdings Mut, in Fragen der Berufswahl und -ausbildung die Wahrheit zu sagen, so Anna-Maria Fäßler weiter. Die Berufswelt sei in einem handfesten Wandel begriffen; klassische Bürojobs würden massiv an Bedeutung verlieren.

„Wir haben den Mut zur Diskussion“, nimmt Manfred Schilder, Regionalgeschäftsführer der IHK, das Stichwort auf. Ihm sei klar, dass man mit den Bemühungen die klassische duale Ausbildung ins Rampenlicht zu bringen, durchaus „dicke Bretter“ bohre. Ein akademischer Abschluss bedeute heute jedoch keineswegs einen perfekten Berufsstart. Auch Schilder appelliert an die Eltern, ihren Kindern den Blick auch in Richtung Ausbildungsberuf zu lenken. Die Schulpartnerschaft sei dabei eine große Chance.

gts

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