Gute Noten beim Fahrradklima-Test

Sonthofen belegt den zweiten Platz unter den fahrradfreundlichsten Städten

Dr. Johannes Buhl und Christian Wilhelm
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Der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Sonthofen Dr. Johannes Buhl und Erster Bürgermeister Christian Wilhelm freuen sich über das tolle Ergebnis in Sonthofen.

Sonthofen – Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2020 schaffte es Sonthofen auf Platz zwei von 49 der fahrradfreundlichsten Städte in seiner Größe in Bayern (Rang 18 von 415 deutschlandweit). 136 Sonthofer haben im Herbst letzten Jahres an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Besonders positiv bewerteten sie die Radverkehrsförderung der Stadt Sonthofen, den Spaßfaktor beim Radfahren und das Sicherheitsgefühl im Verkehr. Unwohl fühlen sich Sonthofens Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem im Mischverkehr.

Der „Fahrradklima-Test“ (FKT) zeigt auf, wo die Stärken und Schwächen in der Radinfrastruktur liegen und wie wohl und sicher sich RadlerInnen im Straßenverkehr ihrer Stadt fühlen. Der Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrer weltweit und wird vom ADFC mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt. Die Ergebnisse werden von der Kommunalpolitik besonders beachtet, sie liefern alle zwei Jahre wertvolle Erkenntnisse für die Mobilitätspolitik.

Im Durchschnitt erreichten die deutschen Städte beim Fahrradklima-Test die Note 3,9. Sehr unterschiedliche Noten bekamen die Oberallgäuer Gemeinden für das Fahrrad-Klima auf ihren Straßen. Sonthofen erreichte eine Drei Minus, Oberstdorf die drei bis vier und Immenstadt nur eine vier plus. Sonthofen punktet mit dem Spaßfaktor für Radfahrende, mit der Radförderung und dem Sicherheitsgefühl. „Ein beeindruckendes Ergebnis! Wir gratulieren Bürgermeister Wilhelm und seinem Team“, freut sich Tobias Heilig, der Kreisvorsitzende des ADFC Oberallgäu. „Die Corona-Zeit hat viele Menschen neu auf das Rad gelockt. Damit der Trend anhält, ist das Sicherheitsgefühl ganz entscheidend. In Sonthofen ist das glücklicherweise gut – 51 Prozent der Befragten fühlen sich beim Radfahren sicher. Damit Sonthofen in der Gunst der Radfahrer noch weiter steigt, sollten schnell die Lücken im Radwegenetz geschlossen werden“, so Heilig weiter.

Die Mehrzahl der Befragten sagt, Radfahren mache in der Stadt Spaß und dass in jüngster Zeit viel für den Radverkehr getan wurde.

Wie sich am Beispiel Sonthofen zeigt, muss es politischer Wille sein, das Fahrradfahren für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv zu machen: „Sonthofen hat sich vor gut vier Jahren aktiv auf den Weg gemacht, fahrradfreundlich zu werden. Die Umfrage zeigt, dass die Anstrengungen auch gewürdigt werden“, so Erster Bürgermeister Christian Wilhelm „die Stadtpolitik und die Verwaltung haben in Sonthofen in kurzer Zeit viel auf den Weg gebracht“.

Für den Radverkehrsbeauftragten der Stadt, Johannes Buhl, ist der Fahrradklimatest ein wichtiger Gradmesser. „Der Fahrradklimatest ist weltweit eine der größten Umfragen zur Fahrradfreundlichkeit und zeigt, wo man steht. In Sonthofen wird die Infrastruktur vergleichsweise gut bewertet, der Komfort relativ schlecht. Beim Komfort wird Fahrradmitnahme im Öffentlichen Verkehr als mangelhaft bewertet. Insgesamt zeigt die Umfrage, dass überall noch Luft nach oben ist, auch in Sonthofen.“

Auch für Bürgermeister Wilhelm ist klar, dass Sonthofen sich nicht auf den erreichten Lorbeeren ausruhen kann. „Unser Ziel ist die Stärkung des Radverkehrs für mehr Nachhaltigkeit, Lebensqualität und touristischer Belebung in Sonthofen, Dies zu erreichen fordert von uns noch einige Anstrengungen. Denn dazu gehört auch, dass sich der Fahrradfahrer sicher auf der Straße fühlen muss. Dafür braucht es ein gutes Miteinander zwischen allen Verkehrsteilnehmern“. Zur Lösung kleiner und großer Probleme trifft sich das Netzwerk fahrRad mit Vertretern der Politik, Verwaltung und engagierten Bürgern monatlich zum Austausch. Die Stadt Sonthofen bedankt sich für das ehrenamtliche Engagement im Netzwerk fahrRAD und den Teilnehmern der Umfrage.

Aber auch Oberstdorf bekommt im Farradklima-Test ein Lob für den Spaßfaktor, Kritik gibt es jedoch für die unzureichende Förderung des Radverkehrs. Platz 27 von 101 ähnlichen Kommunen.

Immenstadt schneidet im aktuellen FKT von den drei Oberallgäuer Orten am schwächsten ab. Keine Radförderung, zu viele Falschparker auf Radwegen und große Unsicherheit im Immenstädter Mischverkehr: „Damit kann die Stadt nicht zufrieden sein“, urteilt ADFC-Mann Heilig, „es sind deutlich größere Anstrengungen nötig, um aus der unteren Hälfte der bayerischen Radltabelle herauszukommen.“

Die Ergebnisse im Detail gibt es unter www.adfc-kempten.de/aktuelles/nachrichten

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