Deutliche Defizite in der Ganztagesbetreuung

Sonthofen – Trotz großer Bemühungen seitens der Stadt gibt es im Bereich der Kinderbetreuung in Sonthofen noch größere Defizite. Dies ist das Ergebnis einer Diskussion der Sonthofer SPD über die Situation der Kitas und Schulen.

Es besteht immer noch erheblicher Mangel bei den freien Ganztagsangeboten an den Schulen, obwohl die Stadt Sonthofen viel Geld aus dem eigenen Haushalt investiert. Letzteres wurde vom Referatsleiter für Soziales und Ordnung Karlheinz Pfeil mit eindrucksvollen Zahlen belegt. Allein für die Mittags- und Ganztagsbetreuung erbringt die Stadt 78.500 Euro im Jahr. Hinzu kommen noch die Kosten für die Räumlichkeiten. Trotzdem müssen die Eltern noch ordentlich dazuzahlen. 

Was, wie eine alleinerziehende Mutter feststellte, nicht einfach ist. Mitunter verdiene sie in diesen Stunden weniger, als sie für die Versorgung ihrer Kinder bezahlen muss. „Eine große Schwierigkeit besteht auch darin, dass die Betreuung der Kinder bis höchstens 15.30 Uhr läuft. Dies erlaubt mir keine normale Vollzeitstelle, da könnte ich meine Kinder frühestens um 16.30 Uhr abholen.“ Ungeklärt sei auch die Unterbringung der Kinder während der 14 Wochen Ferien im Jahr. 

Diese Problematik wurde von Karlheinz Pfeil bestätigt. Es existiert zwar eine Ferienbetreuung, die aber nicht genügend Plätze für alle Kinder bietet. Außerdem muss die Finanzierung schwerpunktmäßig durch die Eltern erfolgen. Insgesamt nimmt die Nachfrage nach Ganztagsbetreuungsplätzen sprunghaft zu und es fehlen mittelfristig etwa 140 Plätze. Die Starre des Pflichtunterrichts der gebundenen Ganztagsschule, die ebenfalls in Sonthofen angeboten wird, hält offensichtlich viele Eltern von einer Teilnahme ab. 

Ebenfalls viel Geld muss die Stadt für die Schulsozialarbeit in die Hand nehmen. Positiv bewertet Pfeil, dass diese bereits im Grundschulalter angeboten wird. Insgesamt trägt die Stadt für den Unterhalt aller Schulen ein Defizit von 1,46 Millionen Euro. Und dies obwohl sich der Landkreis mit umfangreichen Gastschulbeiträgen für die weiterführenden Schulen beteiligt. Bezüglich der Situation an den Kindertagesstätten zeigte sich Pfeil zufrieden: „Es ist gelungen, baulich betrachtet, genügend Plätze zur Verfügung zu stellen. Und das obwohl die Nachfrage bei den unter drei jährigen in Zukunft noch steigen wird“. 

Die Stadt sei auch bereit, ausreichend Personal für eine Ganztagsversorgung anzubieten, habe aber das Problem, dass es auf dem Arbeitsmarkt gar nicht genügend Erzieherinnen gibt. Als Fazit nannte Pfeil das breit gefächerte Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen einen wichtigen Standortfaktor für die Zukunft Sonthofens.

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