Sonthofen: Stadt fordert Kosten für die Sanierung der Bohrpfahlwand von AllgäuStern Hotel vor Gericht zurück

Jetzt wird geklagt

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Auf Grund der schadhaften Bohrpfahlwand, die den Hang vorm Abrutschen sichern soll, sackte im Mai 2012 im Buchfinkenweg plötzlich die Straße ab.

Sonthofen – Die Stadt Sonthofen wird gegen die Eigentümergemeinschaft Allgäu Stern am Landgericht Kempten Klage auf Erstattung der Sanierungskosten der maroden Bohrpfahlwand am Buchfinkenweg einreichen. Die Klage schließt eine Feststellungsklage mit ein, wer künftig für Wartung und Pflege der Bohrpfahlwand verantwortlich ist. Eine Vergleichsverhandlung zwischen Stadt und Eigentümergemeinschaft war gescheitert.

Beim Bau des Allgäu Stern Hotels Mitte der 1970er Jahre musste, um das Hotel und die Häuser am benachbarten Buchfinkenweg vor einem Hangrutsch zu schützen, eine Bohrpfahlwand in den Boden eingelassen werden. Im Mai 2012 sackte im Bereich des Buchfinkenweges der Boden ab. Es stellte sich heraus, dass die Bohrpfahlwand marode war und grundlegend saniert werden musste.

Aus Sicherheitsgründen nahm die Stadt Sonthofen in Absprache mit dem Allgäu Stern Hotel die Sanierung vor; die Kosten beliefen sich auf etwa 417.000 Euro. Die Stadt stellte der Eigentümergemeinschaft Allgäu Stern Hotel knapp 395.500 Euro in Rechnung.

Die Eigentümergemeinschaft weigerte sich jedoch, die Summe zu übernehmen mit der Begründung, die Bohrpfahlwand befinde sich auf einem Grundstück der Stadt. Sie, die Eigentümergemeinschaft, habe auch große Summen in die Sanierung der Ankerköpfe der Bohrpfahlwand, die sich auf ihrem Grundstück befinden, gesteckt.

Die Stadt Sonthofen und ihr Anwalt, Prof. Dr. Klaus Englert, argumentieren hingegen, dass die Stützwand von der Eigentümergemeinschaft errichtet worden war, um den Bau des Hotels überhaupt realisieren zu können; dies sei nur möglich gewesen, weil die Stadt die Errichtung auf ihrem Grundstück zugelassen habe. Nach einer gescheiterten Vergleichsverhandlung im November vergangenen Jahres sollte der Stadtrat am Dienstag darüber abstimmen, ob die Stadt die Summe einklagen wolle und auch gerichtlich klären lasse, wer für alle künftigen Kosten bezüglich Wartung, Prüfung und Sanierung der Bohrpfahlwand aufkommen müsse. Laut Prof. Englert könnten in naher oder ferner Zukunft Kosten in Millionenhöhe anfallen.

Englert erläuterte, dass in seinen Augen eine 90- bis 95-prozentige Chance auf eine Entscheidung des Gerichtes für die Stadt bestehe; auch bei der Feststellungsklage, wer künftig e Kosten zu tragen habe, sehe er sehr große Chancen.

Englert hob hervor, dass bis zu einer endgültigen Entscheidung Jahre ins Land ziehen könnten, falls eine der beiden Streitparteien ein Gerichtsurteil in nächsthöherer Instanz anfechten wolle. „Am Schluß sind wir alle vier bis zehn Jahre älter.“ Der Stadtrat beschloss schließlich einstimmig, Klage einzureichen.

Eva Veit

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