Ein lebendiges Miteinander im Kinderhort

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Das Erfolgsmodell „Inklusion“ im Sonthofer Kinderhort Regenbogen präsentierten (von rechts) Ulrike Fischer (Leiterin Kinderhaus Regenbogen), Susanne Beckers (Geschäftsführerin ev. Kindertagesstätten) und Claudia Ritter (Jugendamtsleiterin).

Sonthofen – Zum Thema Inklusion im Sonthofer Kinderhort Regenbogen informierten sich kürzlich neben dem Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde auch 1. Bürgermeister Christian Wilhelm und mehrere Stadträte.

Das Fazit: Die im Kinderhort gelebte Inklusion ist ein erfolgreiches Modellprojekt im Oberallgäu mit Vorbildcharakter für andere Landkreise.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Sonthofen ist der Träger des Kinderhortes im Kinderhaus Regenbogen. Seit Jahren schon ist die Integration und die Inklusion von Kindern für die Kirchengemeinde eine Herzensangelegenheit. In den Konzepten für ihre Kinderkrippen, ihren Kindergarten und ihre Schulkindbetreuung im Kinderhort sind deshalb diese Aufgaben auch als wichtige pädagogische Ziele formuliert.

Die evangelischen Kindertagesstätten verfügen in ihren Kinderkrippen über drei Plätze mit Inklusionsstatus („I-Plätze“), im Kindergarten über 68 I-Plätze und im Kinderhort über acht I-Plätze. Das Ergebnis des Modellprojektes „Inklusion“ im Kinderhort Regenbogen wurde jetzt dem Kirchenvorstand der Kirchengemeinde, dem 1. Bürgermeister der Stadt Sonthofen und seinen Stadträten vorgestellt.

Die Geschäftsführerin der evangelischen Kindertagesstätten, Susanne Beckers, und die Leiterin des Kreisjugendamtes, Claudia Ritter, informierten über die Notwendigkeit einer frühzeitigen Förderung von Kindern mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten. „Der Förderbedarf bei diesen Beeinträchtigungen nimmt ständig zu!“, so die Jugendamtsleiterin. Eine frühzeitige Förderung sei aber wichtig, um jedem Kind eine optimale Entfaltung seiner Fähigkeiten zu ermöglichen.

Hortleiterin Ulrike Fischer und Heilerziehungspflegerin Rebecca Burchard berichteten, dass die Erzieherinnen hierfür regelmäßige Aus- und Weiterbildungen erhalten würden. Sie informierten weiter , was sie bei Auffälligkeiten tun; wie sie auf die Eltern zugehen; wodurch sich ihre besondere pädagogische Arbeit auszeichne; welche besondere Förderung das Kind erfahre und welche administrativen Voraussetzungen für eine therapeutische Betreuung zu erfüllen seien.

„Der Hort ist ein Paradebeispiel für das Leben von Inklusion“, so Ulrike Fischer. Die Kinder spielen, toben und lernen miteinander – wie selbstverständlich. Der Therapeut kommt regelmäßig in den Hort und betreut das Kind vor Ort in einem der Räume. Zuweilen gibt es auch Gruppentherapiesitzungen, zu welchen auch andere Kinder eingeladen werden, die sich über das Mitmachen sehr freuen.

„In einem solchen pädagogischen Umfeld wird mein Kind nicht als „I-Kind“ aufgenommen,“ sagte eine Mutter, „sondern als ein ganz normales Kind.“ Es erlebe keine Stigmatisierung, sondern könne sich unbeschwert entwickeln.

Die Mutter, die Erzieherinnen, die Therapeuten, die Schule und das Jugendamt würden sich als Partner auf Augenhöhe begegnen, als ein „Partner für das Kind“. Die Zusammenarbeit aller wäre ausgezeichnet. Die inklusive Arbeit und Förderung im Hort sei ein Erfolgsmodell und eine große Entlastung für die Eltern, betonte Susanne Beckers.

Die Stadträtinnen Elfriede Roth und Steffanie Blaser-Reimund waren überrascht und froh über ein solch „kinderpädagogisches Juwel“ in ihrer Stadt. Gut fanden sie auch, dass ab dem neuen Schuljahr auch im Kinderhort Rieden „I-Plätze“ angeboten werden.

Hans Ehrenfeld

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