Bürgerversammlung in Sonthofen: Stadt wartet sehnlichst auf die Konversionsflächen

"Wir hoffen auf 2022"

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Bereits im kommenden Jahr sollen die Umbaumaßnahmen am Bahnhofsvorplatz zum „Mobilitätszentrum“ beginnen.

Schulden, Verkehr, Konversion und anstehende Projekte standen im Fokus des Jahresberichts, den Sonthofens Erster Bürgermeister Christian Wilhelm bei der Bürgerversammlung am Montag vorstellte. "Wir hoffen auf 2022" sagte er angesichts der sich weiter verzögernden Baumaßnahmen auf der GOB.

Gut besucht war die Bürgerversammlung der Stadt Sonthofen vergangenen Montag: 130 Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt waren ins Haus Oberallgäu gekommen, um dem Jahresbericht von 1. Bürgermeister Christian Wilhelm über die Situation der Stadt zu lauschen und sich an Infoständen über aktuelle Projekte der Stadt oder die Arbeit von Polizei, Bundeswehr und Amtsgericht zu informieren.

Eine der größten Herausforderungen bei seinem Amtsantritt als Erster Bürgermeister im Jahr 2014 sei die Haushaltskonsolidierung gewesen, so Christian Wilhelm in seinem Jahresbericht. Zwar war der Höchststand aus dem „Schicksalsjahr“ 2012 mit knapp 39 Millionen Euro Schulden der Stadt Sont­hofen schon ausgestanden, dennoch übernahm Wilhelm 2014 die Amtsgeschäfte einer Stadt mit 36,5 Millionen Euro Schulden.

Gute und schlechte Nachrichten

Bei der diesjährigen Bürgerversammlung konnte er nun eine sehr positive Mitteilung machen: durch strikte Sparmaßnahmen und nicht zuletzt die derzeit niedrigen Zinsen wird die Stadt voraussichtlich Ende 2018 ihren Schuldenberg auf 29,65 Millionen Euro abgetragen haben. „Wir wollten 2020 die 30 Millionen Euro-Marke knacken und hatten das so nicht erwartet“, freute sich der Bürgermeister. Gleichzeitig lobte er den Stadtrat und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung für ihre Unterstützung und Mitarbeit beim Sparen. Trotz der Schuldenlage müsse die Stadt jedoch weiter investieren, um fit für die Zukunft zu sein: in Infrastruktur, Straßenunterhalt, Sanierungen, Grunderwerb,...

Die schlechte Nachricht des Jahres 2018: Der Umbau der Generaloberst-Beck-Kaserne verzögert sich weiter, der Umzug der Bundeswehr aus den Arealen in der Stadt wird nicht vor 2022 erfolgen. Dadurch rückt die Konversion weiter in die Zukunft, der geplante Grundstückserwerb durch die Stadt und damit die Möglichkeit, Gewerbeflächen und dringend benötigte Wohnflächen auszuweisen. „Wir hoffen auf 2022“, so Bürgermeister Christian Wilhelm“, „wir hoffen, dass die Areale frei werden, wir hoffen, dass sich an der politischen Lagen nichts ändert!“

Wichtige Projekte bis 2022

Wichtige Projekte, die die Stadt in den kommenden Jahren angehen will und muss, sind unter anderem die Generalsanierung der Marktanger-Tiefgarage, der Neubau der in die Jahre gekommenen Johannis-Kindertagesstätte sowie der Neubau eines Kinderhortes am Schulgelände der Grundschule an der Berghofer Straße. Im April 2019 sollen die Bauarbeiten an der Bahnunterführung an der Immenstädter Straße beginnen. Fahrbahn und Gehwege werden verbreitert, so dass künftig zwei Fahrbahnen unter der Brücke durchführen, und Fußgänger wie auch Radfahrer genügend Platz zur Verfügung haben.

Ein weiteres Projekt der Stadt ist die Einrichtung eines Stadtmuseums. Durch den Erwerb des „Lukashauses“ neben dem Heimathaus hat Sonthofen die Möglichkeit, sein Heimatmuseum zu vergrößern und wichtige Aspekte der Stadt- wie auch Regionalgeschichte, wie die Themen Sonthofen in den beiden Weltkriegen, Ordensburg, aber auch das Thema Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit nahezubringen. Die beiden Gebäude sollen hierzu verbunden werden, durch einen Aufzug im Heimathaus wird das künftige Stadtmuseum barrierefrei. Laut Wilhelm soll das neue Museum wesentlich mehr Besucher anziehen.

Mobilitätszentrum Sonthofen

Durch den Erwerb des Bahnhofsgebäudes durch die Stadt Sonthofen kann nun das Prestigeobjekt „Mobilitätszentrum“ in Angriff genommen werden. Zwar will die Stadt das Gebäude selbst nicht behalten, es aber nur unter bestimmten Auflagen weiterveräußern: so soll die Buchhandlung erhalten bleiben, die Toiletten sollen wieder öffentlich zugänglich werden und auch ein Bäcker oder andere Gastronomie wieder im Gebäude einziehen. Denkbar wäre auch eine Art Hostel im Gebäude und eine größere Gastronomie mit Außenbereich.

Das Bahnhofsumfeld soll den vorliegenden Plänen entsprechend umgestaltet werden: Ein zentraler Busbahnhof, Fahrradständer, eine Grünanlage sowie Gewerbeflächen in nördlicher Richtung. Das Mobilitätszentrum soll in zwei Bauabschnitten ab 2019 realisiert werden.

Projekt Radstadt

Wie der Bürgermeister in der Bürgerversammlung schilderte, arbeitet die Stadtverwaltung weiter an der Umsetzung des Projektes „Radstadt Sonthofen“. Derzeit wird ein Radverkehrskonzept entwickelt, um Wege für Radfahrer unkomplizierter und sicherer zu gestalten. Bereits umgesetzt sind die neuen roten Fahrbahnmarkierungen, und auf mehreren Schildern werden die Autofahrer an den Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zwischen Radler und Auto erinnert. Bis zur vollständigen Umsetzung des Konzeptes können jedoch zehn bis 15 Jahre ins Land ziehen, so Wilhelm. Ein wichtiger Baustein ist auch die geplante „Fahrradstraße Schillerstraße“, an der genauen Umsetzung wird jedoch noch gefeilt.

Die Themen Verkehr und Radstadt standen auch im Fokus der Fragen aus der Bevölkerung, die im Anschluss an den Jahresbericht des Bürgermeisters auf der Tagesordnung standen. So bemerkte ein Bürger, dass er in letzter Zeit keinerlei Verbesserungen für Radfahrer habe feststellen können; sanierte Straßen gäben dem Autoverkehr weiterhin mehr als genug Platz, während Radler und Fußgänger mit wenig Raum auskommen müssten. Wilhelm hob in seiner Antwort hervor, dass bereits mehrere Einbahnstraßen in beiden Richtungen für den Radfahrer freigegeben seien und dass die Umsetzung des Verkehrskonzeptes einfach noch einige Jahre dauere.

Eine weitere Anregung bezog sich auf das Thema „Fahrradstraße Schillerstraße“ und „Quartier Goethestraße“. So hatte ein Bürger den Bau einer Tiefgarage für die Goethestraße mit eigener Abfahrt von der B308 angeregt, um Grünten- und Goethestraße verkehrlich zu entlasten. Die Idee werde derzeit „wohlwollend überprüft“, so der Bürgermeister.

Warum sich noch immer nichts getan habe in Sachen Wohnmobilstellplätze, so eine andere Frage. Die Pläne, einen Teil des Marktangers als Wohnmobilstellplatz zu nutzen hätten sich zerschlagen, so Wilhelm. Konkret sollen beim Wonnemar weitere Parkflächen hierfür geschaffen werden; an dieser Stelle hätten die Durchreisenden eine gute Infrastruktur und kurze Wege in die Stadt und zu den Freizeitangeboten.

eva

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