Optimistische Stimmung beim Neujahrsempfang von Stadt und Bundeswehr

Sonthofen ist gut aufgestellt

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Oberst Hans-Christian Hettfleisch (Mitte) im Gespräch mit Landrat Gebhard Kaiser (links) und Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl (rechts).

Sonthofen – Traditionell nutzen die beiden „Gastgeber“ des gemeinsamen Neujahrsempfangs der Stadt Sonthofen und der Bundeswehr am Standort die Gelegenheit zur Rückschau und zum Ausblick. Diesmal legten sowohl Bürgermeister Hubert Buhl als auch der Standortälteste, Oberst Hans-Christian Hettfleisch, den Schwerpunkt ihrer Reden auf den Ausblick.

Die Bundeswehr werde - auch am Standort Sonthofen - die „Neuausrichtung“ fortführen. Die Stadt Sonthofen, so gab sich Buhl in seiner letzten Neujahrsansprache als Amtsinhaber optimistisch, sei gut aufgestellt für kommende Herausforderungen. 

„Alles ist im Fluss, und so verändern sich auch die Bedingungen für das gesellschaftliche Zusammenleben“, schickte Buhl seiner Betrachtung voraus. Klimawandel, Wertewandel, demografische Veränderungen – seien beeinflussbare Erscheinungen. Damit man nicht eines Tages „mit dem Rücken zur Wand“ stehe, habe die Stadt schon 1996 das Projekt „Zukunft Sonthofen“ angestoßen, um mit der Bürgerschaft die Entwicklung frühzeitig beeinflussen zu können. 

Gerade in der Kommunalpolitik müsse man die wesentlichen Veränderungen früh erkennen, Strategien entwickeln und Weichen stellen. Sonthofen, so Buhl, habe ein ganzes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, das es gelte umzusetzen und so Potenziale zu schöpfen: zusätzliche Betreuungsangebote für Kinder, Schüler, Unterstützung für Asylbewerber, Sicherheit durch Hochwasserschutz, neue Verkehrskonzepte. 

Dabei sei „Sparen“ nicht unbedingt das beste Rezept, wenn es um „Investitionen für die Zukunft der Menschen“ gehe, gab der Bürgermeister zu bedenken. Buhl appellierte an die Bürgerinnen und Bürger: „Seien Sie mit dabei; helfen Sie mit, unsere Stadt, unsere Region für unsere Kinder und Enkelkinder über alle Krisen und Schwierigkeiten hinweg lebenswert zu gestalten und zu erhalten!“ 

Seiner Rede eingeleitet hatte Bürgermeister Buhl mit dem Zitat: „Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.“ Auf diese Weisheit kam Buhl zum Schluss seiner (letzten) Neujahrsansprache zurück und erinnert an das bevorstehende Ende seiner fast 20-jährigen Amtszeit: „Als praktizierender Optimist werde ich bald in den Garten gehen.“ 

Der Standortälteste, der Kommandeur der Schule für ABC-Abwehr und gesetzliche Schutzaufgaben, Oberst Hans-Christian Hettfleisch, rückte die Anforderungen an eine „Armee im Einsatz“ wie sie die Bundeswehr längst sei, in den Mittelpunkt. Bei aller Diskussion über einen möglichen „Nachholbedarf bei Kitas, Lebensarbeitszeitkonten und Teilzeitarbeit“ dürfe man nicht vergessen, „die Soldatinnen und Soldaten immer wieder spüren zu lassen, dass sie in und durch die Gesellschaft nie und nirgends allein gelassen werden“. „Das hat nichts mit einer Gier nach Anerkennung zu tun.“ 

Der Prozess der Neuausrichtung sei im vergangenen Jahr auch am Standort Sonthofen vorangeschritten, stellte Hettfleisch in seinem Rückblick fest. Die Umorganisation der Schule sei abgeschlossen. Insgesamt hat die Schule mehr als 3600 Lehrgangsteilnehmer zu verzeichnen. Das neue Brandschutzzentrum in der Generaloberst-Beck-Kaserne habe seine Aufgaben weitestgehend übernommen und führe bereits 43 Bundeswehrfeuerwehren; in diesem Jahr sollen Hettfleisch zufolge weitere 29 Bundeswehrfeuerwehren dazu kommen. 

71 Soldaten aus Sonthofen waren an Auslandseinsätzen der Bundeswehr beteiligt. „Und neue Einsätze zeichnen sich ab“, so der Schulkommandeuer weiter. Diese Einsätze seien immer eine Belastung – für die Betroffenen selbst wie auch für ihr persönliches Umfeld. 

Vorangehen soll es heuer auf der Baustelle „Burg“, der Genraloberst-Beck-Kaserne. Nachdem im Vorjahr die Baumaßnahmen „nicht so in Fahrt gekommen seien“, werde es bald schon umfassende Arbeiten beim „Erdmassenmanagement“ geben, für das 3,8 Millionen Euro bereitgestellt wurden, kündigte Hettfleisch an. 

In seinem Dank an Bürgermeister Hubert Buhl und Landrat Gebhard Kaiser bestätigte der Schulkommandeur beiden, dass sie sich immer für das bekannt gute Miteinander von Stadt und Landkreis und Bundeswehr eingesetzt hätten. „Sie haben für 'ihre Bundeswehr' am Standort gestritten und haben zu uns gestanden.“

Josef Gutsmiedl

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