Sonthofen setzt auf fairen Handel

Am Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember, wurde der Stadt Sonthofen das Prädikat „Fairtrade-Stadt“ verliehen. Sonthofen ist damit die achte Stadt in Deutschland, die sich einem nachhaltigen Engagement für fairen Handel und den Standards von TransFair, des „Vereins zur Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt“ verpflichtet hat. Ein Gemeinschaftswerk war der Weg bis zur Auszeichnung, denn mit im Boot sind neben Schulen, Kirchengemeinden auch Einzelhandelsgeschäfte in der Stadt.

Mit Absichtserklärungen und einen Stadtratsbeschluss war es nicht getan, erinnert sich Bürgermeister Hubert Buhl, als die FairTrade-Auszeichnung im Rathaus offiziell übergeben wurde. „Der Titel ist das Eine - die Erfüllung der Kriterien und jedoch enorme Aufgabe“, beschrieb der Bürgermeister den Weg zur Fairtrade-Stadt. Begonnen hatte der Weg bereits im Jahr 2005, als Sonthofen anlässlich des Alpenstadt-Jahres. Damals war es eine Absichtserklärung, doch die Beziehungen zum Sonthofer Weltladen wurden enger und gipfelten in der „Sonthofer Erklärung“ und einer Reihe von Aktionen. „Und jetzt darf ich fair gehandelten Kaffee trinken“, brachte Buhl die Vorgeschichte auf den Punkt. Die Steilvorlage kam dann im März diesen Jahres, als der Stadtrat auf Anregung des Verbandes der City-Manager in Bayern beschloss, sich um den Titel „Faitrade-Stadt“ zu bewerben. Eine Projektgruppe nahm die Arbeit auf und schaffte es in gut drei Monaten alle Kriterien „auf die Reihe zu bekommen“ und Sonthofen zur „südlichsten Fairtrade-Stadt“ zu machen. „Eine wunderbare Bewerbung, die die Stadt Sonthofen innerhalb von drei Monaten vorlegte“, lobt Kathrin Bremer von TransFair die Vorarbeit. So schnell habe es noch keine Stadt geschafft, ihre Hausaufgaben zu machen. Im Sommer war der Kreis Dank der Arbeit der Projektgruppe auf zehn Geschäfte, drei Cafés und Restaurants, nahezu alle Schulen, die Kirchengemeinden und einige weitere Institutionen und Vereine angewachsen. Unter dem Motto ‘bio - regional - fair’ wolle die Stadt jedoch nicht nur den fairen Handel unterstützen, sondern auch einheimische Produkte der Landwirtschaft in der Region in die Aktion einbeziehen, spannt Bürgermeister Buhl den Bogen schon weiter. Fairtrade bedeute „Partnerschaft auf Augenhöhe“, beschreibt Renate Schiebel vom Weltladen in Sonthofen das Prinzip des fairen Handels. Faire Preise und Handelsbeziehungen sollen den Produzenten in der Dritten Welt die Existentgrundlage sichern und Entwicklungen ermöglichen. Ein Erfolgsmodell, denn inzwischen ist der Faire Handel eine internationale Bewegung; allein in Deutschland gibt es über 800 Weltläden- so zum Beispiel in Oberstdorf und Sonthofen. Und längst gibt es hier mehr als Kaffee oder Jutebeutel.

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