Aussicht auf eine Riesenparty

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Sebastian Eisenlauer (von links), Selina Jörg und Andreas Sander hoffen auf Top-Platzierungen bei den Winterspielen – und einen „Riesenempfang“ bei der Rückkehr.

Sonthofen – Zwei Sonthofer Sportlerinnen und Sportler und einer aus dem benachbarten Burgberg wurden Ende vergangener Woche im Rathaus in Sonthofen offiziell verabschiedet für ihre Reise zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea.

Neben den besten Wünschen für eine erfolgreiche Teilnahme deutete Sonthofens Erster Bürgermeister Christian Wilhelm bereits an: Bei der Rückkehr gibt es eine „Riesenparty“ – ob mit oder ohne Medaille im Koffer.

Obwohl Sonthofen nicht unbedingt mit der klassischen In­frastruktur eines Wintersportortes aufwarten könne, dürfe die Kreisstadt doch eine ganze Reihe von Athletinnen und Athleten auf die Reise zu den Olympischen Winterspielen 2018 im südkoreanischen PyeongChang schicken, unterstrich Sonthofens Erster Bürgermeister Christian Wilhelm. Im Rathaus hatten sich mit Selina Jörg, Sebastian Eisenlauer und Andreas Sander drei Olympia-Teilnehmer aus Sonthofen eingefunden. Wobei Wilhelm fairerweise einräumte: „Andi Sander wohnt zwar im benachbarten Burgberg – aber wir nehmen ihn gerne mit bei unserer Verabschiedung.“

Nicht dabei sein konnten bei der kleinen Feierstunde die Lang- läuferinnen Nicole Fessel, Hanna Kolb, Sandra Ringwald und der Eishockeyspieler Dennis Endras. Doch die Stadtverwaltung hatte einige Sonthofer Spitzensportler vergangener Jahrzehnte eingeladen, um zu hören, wie es vor 30 oder 50 Jahren „zuging“ bei Olympischen Winterspielen, als zum Beispiel die Ski-Asse Frank Wörndl oder Dr. Konstanze Koepff-Röhrs am Start standen.

Sepp Behr etwa, erfolgreicher Skirennläufer des SC Sonthofen, erinnerte sich an seine Auftritte bei den Olympischen Spielen in Cortina d’Ampezzo in Italien, wo er Achter im Riesenslalom und Zwölfter in der Abfahrt war; bei den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley kam er auf Rang 10 im Slalom. Viel einfacher sei damals alles gewesen; nicht der sportliche Erfolg, aber der ganze Aufenthalt. Bei einem späteren Besuch in Squaw Valley sei von den Winterspielen, die er erlebt hatte, nichts mehr zu sehen gewesen, bedauert der 86-jährige Sonthofer.

Gespannt, was in Südkorea auf die Truppe aus dem Oberallgäu zukommen wird, sind sie alle. Die „Alpinen“ wie Andi Sander haben vor zwei Jahren schon einen Probelauf auf den Pisten absolviert. „Anspruchsvolle Strecken mit einigen extremen Sprüngen“, erinnert sich Sander. Er hoffe auf bessere Ergebnisse als damals beim Test. Der 28-Jährige mit Heimatverein SG Ennepetal im Sauerland sei ja mittlerwiese „ein halber Allgäuer“ und mit einer Allgäuerin verheiratet, witzelte Christian Feger vom SC Sonthofen und meinte: Wenn Sander eine Medaille mit nach Hause bringe, sei „mehr drin“.

Nach eine Serie von guten Platzierungen zählt auch die Snowboarderin Selina Jörg zum Kreis der Medaillenanwärterinnen in Südkorea. Vor der Abreise stehe allerdings noch ein Weltcuprennen an und ein paar Trainingstage. „Für mich wird‘s erst spät Ernst.“

Fast auf den letzten Drücker löste Sebastian Eisenlauer sein Olympia-Ticket. „Jetzt bin ich ganz optimistisch“, deutete der Langläufer nach dem durchwachsenen Saisonauftakt an. Die Zeitverschiebung – immerhin acht Stunden – spiele für ihn keinen Rolle. „Wir laufen ja oft Rennen am Nachmittag.“ Los geht‘s für Eisenlauer am Dienstag, 13. Februar, um 9.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit mit dem Sprint.

„Wir fiebern alle mit!“, sagte Bürgermeister Wilhelm als er der kleinen Gruppe Sonthofer Sportler alles Gute wünschte. Er selbst werde allerdings nicht unbedingt immer gegen 3 Uhr morgens aufstehen, um die Wettkämpfe im Fernsehen zu verfolgen. Neben 250 Euro „Taschengeld“ für jeden Sont­hofer Olympiateilnehmer gab es ein kleines Kässpatzen-Set. „Dann könnt ihr Euch mal was Gscheites kochen....“, so Christian Wilhelm. Falls die Gruppe mit Medaillen heimkehre gebe es „eine Riesenparty auch für den Burgberger“. Falls es nichts werde mit dem Edelmetall, seien die Sonthofer trotzdem stolz auf ihre Sportler, versicherte Christian Wilhelm.

Josef Gutsmiedl

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