Im "Quartier Goethestraße" sollen 160 Wohnungen entstehen

Wohnraum schaffen und das Viertel aufwerten

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Vor allem die Gebäude zwischen Goethestraße und B308 sind stark sanierungsbedürftig.

Fehlender Wohnraum – um dagegen vorzugehen, will die Stadt Sonthofen die innerstädtische Bebauung im „Quartier Goethestraße“ zur Schaffung von mehr bezahlbaren Wohnungen „nachverdichten“ – und das Viertel gleichzeitig aufwerten.

„Die Stadt Sonthofen braucht dringend bezahlbaren Wohnraum, aber einen, der bei den Bürgern ankommen muss“, sagte Bürgermeister Christian Wilhelm in der Stadtratssitzung vergangene Woche. Die Warteliste beim SWW Oberallgäu (Sozial-Wirtschafts-Werk) sei lang – so gebe es alleine für Sonthofen 400 Wohnungsanfragen.

Deshalb habe die Stadt in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Wohnungsbauunternehmen SWW geprüft, wo es die schnellsten Realisierungsmöglichkeiten gebe und wo Flächen schnell verfügbar seien. Die Stadt dürfe zudem der Zuschüsse wegen nicht gewinn­orientiert bauen. Deshalb habe der Bau- und Umweltausschuss dem Stadtrat die Ausarbeitung eines Bebauungsplans für das so genannte „Wohnquartier Goethestraße“ vorgeschlagen. Dieses wird begrenzt im Norden durch die Östliche Alpenstraße (B 308), im Osten durch die Schillerstraße, im Süden durch die Jahnstraße und im Westen durch die Eichendorffstraße.

Mit dem Bebauungsplan sollen folgende Ziele erreicht werden: 

- Schaffung von bezahlbarem Wohnraum 

- Errichtung von rund 160 Wohnungen unter Berücksichtigung sozialer, ökonomischer und ökologischer Aspekte in mehreren Bauabschnitten über einen Zeitraum von acht Jahren 

- behutsamer Flächenverbrauch durch ergänzende Bebauung vorhandener Grundstücke und Schaffung von verkehrsberuhigten Zonen.

Im Mittelpunkt stehe die „Entwicklung des Quartiers hin zu zeitgemäßem Wohnen“, erklärte Fritz Weidlich, Fachbereichsleiter Bauverwaltung der Stadt im Gespräch mit dem Kreisbote. Neben den Renovierungsarbeiten und dem Bau, bzw. Anbau von Gebäuden ist auch angedacht, den Verlauf und damit auch die Bedeutung der Goethestraße zu ändern – weg von der vielbefahrenen Durchgangsstraße, hin zum verkehrsberuhigten Bereich, so Weidlich. Wie das „Quartier“ letztendlich in Zukunft aussehen soll, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden.

SWW-Geschäftsführer Martin Kaiser stellte im Stadtrat die städtebaulichen Planungsideen des SWW im „Quartier Goethestraße“ vor. „Der Gebäudebestand ist alt (1950er Jahre) und mit Masse sanierungsbedürftig“, so Martin Kaiser. Insbesondere die Gebäude zwischen Goethestraße und B 308. Die Gebäude sollen erhalten werden, denn: „wir brauchen den Altbestand für die Umsetzung des Baukonzeptes.“ Stadtrat Michael Borth (Grüne) forderte: „Achtet bloß auf unsere großen Bäume in der Goethestraße!“

Der angedachte Maßnahmenkatalog umfasst Leistungen wie Abbruch, Strang- und Generalsanierung, Aufstockung, Schaffung von Barrierefreiheit – auch durch An- bzw. Einbau von Aufzügen. Zudem sollen in ausgesuchten Baulücken des Areals ein- und zweigeschossige Häuser errichtet werden. Stadtrat Engelbert Bechteler (CSU) gab zu bedenken, dass mit den 160 geplanten Wohnungen der Bedarf bei weitem nicht abgedeckt werde. „Warum nicht höher bauen?“

Hinsichtlich der Wohnungsgröße wird der Schwerpunkt auf dem Bau von Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen liegen, da hier der größte Bedarf besteht. Alles in allem solle bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, damit der soziale Frieden gewahrt bleibe. Deshalb sei beabsichtigt, die bisherige Durchschnittsmiete (5,47 Euro/qm) nur um einen Euro/qm anzuheben.

Die Parksituation in der Gegend soll durch den Bau von Tiefgaragen entspannt werden. Es sollen verkehrsberuhigte Zonen und gemeinschaftlich nutzbare Grünflächen entstehen. Das SWW plant zudem die Einführung eines „Quartiermanagements“, um das Zusammenleben von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen im Rahmen von Hilfe zur Selbsthilfe, Nachbarschaftshilfe, semi-professionelle Hilfe und professionelle Hilfe zu unterstützen. Es soll ein lebendiger sozialer Raum werden, ein „Mit­anond“. „Aus diesem Grunde haben wir die Bewohner schon sehr früh in die Planungen miteinbezogen wie z.B. im Rahmen einer Mieterbefragung, eines Mieterfestes und einer Beteiligungsveranstaltung“, so Kaiser „Und ein Bewohnervertreter ist sogar beratendes Mitglied in der Jury des Realisierungswettbewerbes.“ Die Bürgerbeteiligung sei sehr hoch.

Der Stadtrat beschloss die Erstellung eines Bebauungsplanes einstimmig.

In einem Realisierungswettbewerb sollen Architekturbüros dazu aufgerufen werden, Pläne zur Umgestaltung des Quartiers vorzulegen.

Am Mittwoch, 17. Oktober, um 19.30 Uhr, findet zum Projekt „Quartier Goethestraße“ eine Bürgerbeteiligung im Haus Oberallgäu statt.

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