Vom Krankenhaus zur Geriatrie-Klinik

Sonthofer Krankenhaus feiert 100-jähriges Jubiläum

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Im Jahr 1920 eröffnete das Krankenhaus in Sonthofen.

Sonthofen – Sie schrieben ein wichtiges Kapitel Sonthofer Geschichte: Balthasar, Therese und Apollonia Schnitzer. Die Geschwister aus einer gut situierten Gerberfamilie gaben den Startschuss für die Errichtung eines Krankenhauses in der damaligen Marktgemeinde. Sie gründeten Ende der 1880er Jahre die „Balthasar Schnitzer‘sche Krankenhausstiftung“ und stellten 30 000 Gulden zur Verfügung. Am 25. Mai 1920 wurde das Haus eröffnet. Heute, 100 Jahre später, befinden sich am gleichen Standort die Geriatrie-Kliniken Sonthofen, die zu den größten Arbeitgebern in der Kreisstadt zählen.

Die Geriatrie-Kliniken Sonthofen im Klinikverbund Allgäu bestehen aus der Akut-Klinik Sonthofen mit 35 Betten und der Reha-Klinik Allgäu mit rund 100 Betten. Sie bieten eine ganzheitliche medizinische Behandlung speziell für ältere Menschen. Die Reha-Klinik Allgäu zählt zu den größten geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen in Bayern.

„Im Allgäu sind wir das führende Reha- und Akutzentrum für Älterenmedizin“, sagt Chefarzt Dr. Ronald Treiber. „Wir sehen uns für die Zukunft gut aufgestellt, da der Anteil der älteren Menschen in unserer Gesellschaft zunimmt. Das zeigen uns auch die steigenden Patientenzahlen der letzten Jahre.“

Doch bis zu den Geriatrie-Kliniken war es ein langer und nicht immer einfacher Weg. Schon kurz nach der Eröffnung war das Krankenhaus gut ausgelastet. Viele lungenkranke Patienten kamen der guten Luft wegen sogar aus München, Stuttgart und Berlin. Und schon bald wurde die Turnhalle an der Frühlingstraße als zusätzlicher Krankensaal eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden neben der chirurgischen Station weitere Stationen für innere Medizin, Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen sowie eine Entbindungsabteilung und die Notaufnahme.

1970 endete eine Ära in der Geschichte des Hauses: Das Münchner Mutterhaus rief die Barmherzigen Schwestern wegen Nachwuchsproblemen zurück. Die Schwestern hatten 50 Jahre lang im Sonthofer Krankenhaus gearbeitet.

1998 wurde ein weiteres bedeutsames Kapitel aufgeschlagen: Das Stadtkrankenhaus Sonthofen, das Kreiskrankenhaus Immenstadt, das Krankenhaus Oberstaufen und das Krankenhaus Oberstdorf schlossen sich in der Kliniken-Oberallgäu gGmbH zusammen. Der Landkreis Oberallgäu ist neuer kommunalerTräger.

In den Folgejahren wurden in dem Haus zunehmend rote Zahlen geschrieben. Im Jahr 2003 war der Schuldenberg auf insgesamt rund 13 Millionen Euro und der jährliche Verlust auf 2,7 Millionen Euro angewachsen. Aufsichtsrat und Geschäftsführung beschlossen daher ein grundlegendes Sanierungskonzept. 2005 wurde die Geburtshilfe geschlossen, ein Jahr später die Hauptabteilung Chirurgie sowie die chirurgische Notaufnahme. 2007 wurde die Reha-Klinik Kempten-Oberallgäu am Standort Sonthofen eröffnet. 2016 stieg die Stadt Memmingen bei der Reha-Klinik ein.

„Heute kann man sagen: Die Entscheidung, sich auf die Geriatrie zu spezialisieren, war richtig“, so Altlandrat Gebhard Kaiser, Aufsichtsratsvorsitzender im Klinikverbund Allgäu. „Damit konnten wir den Standort Sonthofen nicht nur sichern, sondern auch ausbauen.“ Ein weiterer Vorteil laut Kaiser: die Kooperation mit den am Klinikstandort ansässigen Fachpraxen, die alle wichtigen Gebiete abdecken – von der Inneren Medizin bis zur Unfallchirurgie.

Die Entwicklung des Krankenhausstandortes Sonthofen seit 1920 ist in einer Präsentation auf der Internetseite der Geriatrie-Kliniken Sonthofen www.geriatrie-sonthofen.de für alle Interessierten als Download verfügbar. Später wird eine Ausstellung mit 10 Tafeln die 100-jährige Entwicklung des Klinikstandorts Sonthofen im Foyer dokumentieren, sobald die Corona-Entwicklung den Kliniken weitere Lockerungen der Besuchsrechte ermöglichen.

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