Schillerstraße soll Nord-Süd-Achse für Radler werden

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Noch weiter auf Fahrradstraße getrimmt werden muss der Umgriff der sogenannten Traube-Kreuzung.

Auf die Zielgerade kommt das Projekt „Errichtung einer Fahrradstraße in der Schillerstraße“. Der Sonthofer Stadtrat hat jetzt mehrheitlich die Entwurfsplanung akzeptiert.

In drei Bauabschnitten soll die Schillerstraße zur Fahrradstraße umgestaltet werden. Am 28. März will die Stadtverwaltung die Planung den Anwohnern vorstellen und diskutieren. Beginn der eigentlichen Arbeiten soll noch heuer sein, Abschluss im kommenden Jahr. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 356 .000 Euro, wovon gut die Hälfte aus Bundesmitteln kommen.

Thomas Schneider vom beauftragten Planungsbüro stellte die Entwurfsplanung für die rund einen Kilometer lange Fahrradstraße dem Stadtrat vor. Drei „kritische Punkte“ machte Schneider aus: die Kreuzungen der Schillerstraße mit der Martin-Luther-Straße, der Jahnstraße und der Goethestraße. Auch die schwierige Situation an der sogenannten Traube-Kreuzung müsse bereinigt werden.

Generell seien im Rahmen der Vorplanung die „gültigen Richtlinien und der aktuelle Stand der Technik zur Errichtung einer Fahrradstraße“ Grundlage gewesen für die Gestaltungsvorgaben, so Schneider. Dem Prinzip zufolge wären Radfahrer in der der Schillerstraße dann vorrangig; Autos aber nicht „ausgesperrt“; es gilt allerdings die Tempo-30-Vorschrift. Die Vorrangregelung zugunste der Radfahrer wird an neuralgischen Stellen der Strecke mittels Rot-Einfärbung als Fahrgasse unterstrichen.

Dass es ohne gewisse bauliche Veränderungen nicht gehen werde, unterstrich Bürgermeister Christian Wilhelm und verwies auf die ohnehin schon bestehende Rechts-vor-Links-Regelung. Ein paar Rot-Markierungen auf der Fahrbahn würden nicht reichen. „Das Konfliktpotenzial wird nicht größer.“ Das Auto sei nicht mehr „Herr der Dinge“ gab Wilhelm weiter zu bedenken. Es sei an der Zeit, dem Umdenken Rechnung zu tragen, appellierte er an die Stadträte, die Fahrradstraße jetzt voran zu bringen.

Die Schillerstraße sei geradezu ideal für eine Fahrradstraße, unterstrich Stadträtin Ingrid Fischer (Grüne) und verwies aufgrund eigener Erfahrungen auf die wenig attraktiven Bedingungen etwa in der viel befahrenen Grüntenstraße. Die Schillerstraße als Fahrradstraße in Nord-Süd-Richtung werde zum sicheren Radweg in die Stadt. Allerdings gelte es, die „gefährlichen Kreuzungen“ zu entschärfen. Das meinte auch Gerhard Wimmer (SPD), der ergänzte: „Die Radstraße kann nur dann funktionieren, wenn man auf ihr genau so schnell voran kommt wie auf der Grüntenstraße. Sonst wird‘s ein Flopp!“

Ob der Vorrang für Radfahrer nicht etwa negative Auswirkungen auf die Luftqualität zeitige, weil Autofahrer noch mehr als bisher zum Stopp-und-go-Betrieb gezwungen würden, stellte Christian Lanbacher (FW) in den Raum. Bürgermeister Wilhelm zeigte jedoch „kein Verständnis für eine neuerliche CO2-Diskussion“ und beschied Lanbacher, dass die bestehende Rechts-vor-Links-Regelung ohnehin zum Anhalten zwinge. Eine Verschlechterung könne er nicht erkennen. „Wir wollen ja das Radfahren in Sonthofen attraktiver machen!“ Jede vermiedene Autofahrt diene dazu und verbessere auch die Luftqualität.

Henning Werth (Grüne) brachte es auf den Punkt: „Je mehr Menschen aufs Rad umsteigen, umso sicherer wird‘s.“ Es sei letztlich eine Frage der Zeit, bis die Fahrradstraße akzeptiert werde. Man müsse den Anspruch, Radstadt sein zu wollen, auch in der Praxis sehen können. Die Fahrradstraße kann er sich als Instrument in dieser Hinsicht vorstellen; ein Merkmal, das man letztlich auch bewerben könne. Niemand wolle das Auto gänzlich ausbremsen. Und sein Fraktionskollege Michael Borth ergänzte, dass es mit Halbherzigkeiten nach dem Motto „Wasch mich, aber mach‘ mich nicht nass“ kaum voran gehe. „Wir haben schon oft genug gehört, wie es funktionieren kann.“

gts

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