Noch einiges zu regeln

Sonthofer Stadtrat will beim neuen Postverteilerzentrum mitreden

Areal „in der hintersten Ecke“ im Illerried
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Das Areal „in der hintersten Ecke“ im Illerried werde viel zusätzlichen Verkehr durch die Straßen im Wohngebiet mit sich bringen, fürchten die Anwohner in Rieden.
  • VonJosef Gutsmiedl
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Sonthofen – „Bloß durchwinken“ wie die Gegner des geplanten Neubaus für ein Postverteilerzentrum in Rieden befürchten, kommt für den Sonthofer Stadtrat nicht in Frage. Dies wurde bei der Vorstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes in der jüngsten Sitzung deutlich.

Alle Fraktionen stellten fest, dass es gelte, wesentliche Details im Zuge des Verfahrens zu klären und gegebenenfalls in die weitere Ausarbeitung der Planung einzubringen.

Zumindest Gerlinde Horn von der Bürgerinitiative zeigt sich enttäuscht nach der Sitzung. Die Bedenken und Einwände der Gruppe von Anwohnern seien bei der Beratung des Aufstellungsbeschlusses keineswegs gewürdigt worden. Gelegenheit dazu wird es jedoch bei einer Bürgerinformation am Montag, 9. Mai, geben, versichert Bürgermeister Christian Wilhelm. Mehrheitlich hatte der Stadtrat vergangenen Woche den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zur Errichtung eines Postverteilerzentrums im Gewerbegebiet Illerried gebilligt.

„Es ist sehr schwierig, in Sonthofen Flächen in dieser Größenordnung zu finden“, erklärte Christoph Stöberl von der Bauverwaltung der Stadt. Die Post wolle in der Stadt bleiben auch nachdem sie den bisherigen Standort am Bahnhofsplatz aufgebe. Eine passende Fläche sei im Gewerbegebiet Illerried an der Mittagstraße gefunden worden. Der Bauausschuss hatte im Februar das Projekt befürwortet, während eine Initiative Riedener Bürgerinnen und Bürgern das Vorhaben kategorisch ablehnt und massive Beeinträchtigungen befürchtet. Der Stadtrat werde jedenfalls die „Bürgerschaft mitnehmen und ein Auge darauf haben wie umweltverträglich das abläuft“, versicherte Zweite Bürgermeisterin Ingrid Fischer (Grüne).

Schwerlastverkehr

Die Dimensionen und der Platzbedarf lasse sich woanders „nicht leicht abbilden“, ergänzt Stöberl. Das Gebäude werden knapp 2.000 Quadratmeter Nutzfläche aufweisen – 110 Meter in der Länge, rund 17 Meter in der Breite bei einer Höhe von rund fünf Metern.

Das Betriebskonzept zeigt einen LKW-Verkehr auf von werktags 16 Fahrzeugen, vor allem vormittags und am späten Nachmittag. Dazu kommen die An- und Abfahrten von etwa 65 Mitarbeitern, sowie 55 Auslieferfahrzeuge unterschiedlicher Art. Man dürfe dabei nicht vergessen, dass es „jetzt schon Schwerlastverkehr durch das Gewerbegebiet “ in der Mittagstraße gebe, merkt Stöberl weiter an. 1 800 Fahrzeugbewegungen gebe es hier jeden Tag ohnehin.

Alles in allem habe die Untersuchung ergeben, dass aufgrund des Betriebskonzeptes mit gut 300 zusätzlichen Fahrzeugfahrten pro Tag zu rechnen sei. Diese Mehrung verkrafte der Knotenpunkt Illerstraße und bewahre seine „gute Verkehrsqualität“, so die Erläuterung der Stadtverwaltung. Auch in den Abendstunden, urteilt das beauftragte Planungsbüro, erreiche der Knotenpunkt „eine gute Verkehrsqualität“ der Stufe B.

Auch bei den Lärmimmissionen sei keine entscheidende Verschlechterung durch das neue Verteilerzentrum zu befürchten. Sämtlichen relevanten Werte würden deutlich unterschritten. „Die Planung ist somit in Bezug auf ihre Auswirkung des anlagenbezogenen Verkehrs im öffentlichen Straßenraum aus schalltechnischer Sicht realisierbar“, folgert die Bauverwaltung. Die Situation auf dem eigentlichen Betriebsgelände müsse im Rahmen des Verfahrens noch untersucht werden. Hier sieht Christoph Stöberl keine weitere Beeinträchtigung für die Anwohner: „Das Gelände ist zu weit weg von der Wohnbebauung.“ Stadtrat Hennig Werth (Grüne) dagegen kann sich durch die nächtliche Nutzung eine „Lichtverschmutzung“ vorstellen. Eine Einschränkung sei im Gewerbegebiet kaum möglich, sagt Stöberl. Im Zuge der vorhabenbezogenen Planung könne man aber Einfluss nehmen. Genau das sei schließlich der Vorteil eines solchen Bebauungsplanes, der weitergehende Regelungsmöglichkeiten eröffne.

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