Exerzitien im Alltag

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Gute Erfahrungen gemacht haben Elisabeth Übele (Zweite von links) und Birigt Raimund (rechts) bei den „Exerzitien im Alltag“. Angelika Leuteritz (Zweite von rechts) leitet den Kurs in der Pfarreiengemeinschaft Sonthofen-Nord und wird dabei von Hedwig Besler unterstützt.

„Ich kann allen nur Mut machen, bei den Exerzitien im Alltag mitzumachen“, schildert die 47-jährige Birgit Raimund ihre Erfahrungen der vergangenen fünf Wochen in der Fastenzeit. Sie hat sich dem seit vielen Jahren von der Pfarreiengemeinschaft Sonthofen-Nord veranstalteten Angebot angeschlossen.

Auch als Neuling sei sie in dem von Angelika Leuteritz geführten Kreis gut aufgenommen worden. „In der Gruppe erhält man eine andere Sicht auf die Wochenthemen und wird dadurch auch zum Bibellesen angeregt“, berichtet die 68-jährige Elisabeth Übele, die das Angebot schon mehrmals wahrgenommen und jedes Mal für sich eine positive Bilanz gezogen hat.

In der Pfarreiengemeinschaft im Norden Sonthofens haben die Exerzitien im Alltag bereits Tradition. Mit Begleitmaterial des Bistums Augsburg kommen in der Fastenzeit die Teilnehmer zu wöchentlichen Treffen mit Gebet und Musik zusammen. Erst nach einem ersten Informationsabend entscheiden sich die Teilnehmer zum Mitmachen. Schließlich bedeute das für jeden: morgens eine halbstündige Gebetszeit mit Stilleübung und Impuls für den Tag und abends noch einmal rund 20 Minuten für den Tagesrückblick. „Wenn man nicht die Zeit hat, sich dafür zu öffnen, ist es momentan nicht das Richtige“, stellte die 61-jährige Angelika Leuteritz fest. Die gelernte Erzieherin und Gestaltpädagogin wird bei den sonntäglichen Treffen von Hedwig Besler unterstützt. Und eines macht die Sonthoferin klar, die als Pfarrsekretärin in Blaichach arbeitet: „Exerzitien heißt üben! Man darf nicht erwarten, dass das sofort klappt!“ In den Anhörrunden beim wöchentlichen Treffen werde dann deutlich, welche Erfahrungen die anderen mit dem Thema gemacht haben. Das ist für die Teilnehmer das Fruchtbare, „das ist für alle sehr bereichernd“, fasst sie zusammen.

Die Themen der Exerzitien im Alltag seien immer gut gewesen, blickt Elisabeth Übele zurück. Sie sehne sich nach diesem begleiteten Angebot in der Fastenzeit, das sei für sie das richtige. Die verwitwete Verwaltungsangestellte im Ruhestand vergleicht die Exerzitien im Alltag in gewisser Weise mit dem Sport: „Da hat man auch einen festen Termin und geht hin!“ Ausreden und schwänzen gelten nicht. Jeder Tag stehe dann unter einem guten Stern. Wenn sie in dieser Zeit aufwache, denke sie direkt: „Aufstehen – Stille!“ Und nicht wie sonst „Aufstehen – essen!“. Bei den Wochenangeboten sei für sie immer etwas dabei. Am Sonntag beleuchteten die Begleiterinnen noch einmal die Themen aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Für Birgit Raimund, für die bislang ihr Glaube überwiegend in der Natur stattfand, sind das Vertrauen und die Schweigepflicht innerhalb der Zusammenkünfte wichtig. „Die Gruppe ist super, hier bin ich sicher, dass ich frei reden kann und dass nichts den Raum verlässt“, ist sie begeistert über ihre neuen Erfahrungen, die sie während der Exerzitien im Alltag gemacht hat. Obwohl sich die meisten Teilnehmer bereits kannten, sei sie gut aufgenommen worden. „Ich merke, dass mir Gemeinschaft immer wichtiger wird“, stellt sie fest und ermutigt alle, dieses Angebot einmal auszuprobieren. Man solle sich nicht abschrecken lassen, von der Zeit, die für den Glauben, Gebet und Stille täglich eingeplant werden müssen. Denn wichtig sei allein: „Ich tue das für mich und schaue, was mir gut tut!“

pdsf

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