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Sparkasse Allgäu und Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren wollen fusionieren

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Gruppenbild Sparkassenfusion Vorstände und Aufsichtsräte Kaufbeuren 2022
Zur Pressekonferenz erschienen für die Sparkasse Allgäu (von links): Heribert Schwarz (Vorstand Vertrieb), Manfred Hegedüs (Vorstandsvorsitzender) und Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle als Aufsichtsratsvorsitzender sowie auf Seiten der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren: OB Stefan Bosse als Aufsichtsratsvorsitzender, Vorstandsvorsitzender Tobias Streifinger und Angelo Picierro (Vorstand Vertrieb). © Krusche

Die Sparkasse Allgäu kündigte jüngst den Start von Fusionsgesprächen mit der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren an. Eine Entscheidung soll bis Ende Oktober fallen.

Als Anfang Januar 2022 die Kreissparkasse Augsburg und die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim zur neuen Sparkasse Schwaben-Bodensee fusionierten, wurde im Februar in der Presse auch über mögliche Fusionsverhandlungen der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren berichtet. Kaufbeu­rens Oberbürgermeister Stefan Bosse dazu: „Es hatten tatsächlich keine Gespräche dazu stattgefunden.“

Die Einladung zu Gesprächen sei erst im Spätsommer von der Sparkasse Allgäu an die Sparkasse Kaufbeuren angetragen worden. Anschließend hätte es die ersten Sondierungsgespräche gegeben, und zuletzt hätten Anfang der Woche beide Aufsichtsratsgremien unabhängig von einander den Start von Fusionsgesprächen beschlossen.

Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Allgäu, betonte: „Wir glauben, es ist ein richtiger Schritt zur richtigen Zeit“. Es würden hier zwei gesunde Partner auf Augenhöhe zusammenkommen. Daraus könne für die Menschen und Unternehmen im Allgäu Gutes entstehen, wenn man diese echte Chance nutze.

„Verlobt, aber noch nicht verheiratet“

Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kaufbeuren, Tobias Streifinger, beschrieb den momentanen Stand der Verhandlungen als „verlobt, aber noch nicht verheiratet“. Erste zielführende Gespräche seien geführt worden, in den nächsten Wochen werde weiter gesprochen. Auch der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Allgäu, Manfred Hegedüs, sieht in der größeren Kapazität der neuen Sparkasse Vorteile für die Kunden, die Mitarbeiter und auch für die Träger der Sparkasse.

Wenn sich neben den Sparkassengremien auch der Kaufbeurer Stadtrat und der Kreistag für die Fusion beider Sparkassen ausspricht, kann die neue Sparkasse Allgäu zum Anfang Juni 2023 entstehen. Sie wird dann mit einer voraussichtlichen Bilanzsumme von sieben Milliarden Euro zu den zehn größten Sparkassen in Bayern gehören. Mit 1.100 Mitarbeitern in 44 Geschäftsstellen soll neben dem weiteren Ausbau der digitalen Angebote aber auch weiterhin der persönliche Kontakt zu den Kunden und Unternehmen groß geschrieben werden. Hier betonte Streifinger: „Es wird keinen fusionsbedingten Personalabbau geben“. Man werde weiterhin in der Region ein attraktiver Arbeitgeber mit Karrierechancen und einer überdurchschnittlichen Ausbildungsquote von über 80 Auszubildenden sein. Auch Thomas Kiechle versicherte: „Standortsicherheit ist von Anfang an ein wichtiges Stichwort bei den Gesprächen gewesen.“

Vorstandsbüros in Kempten und Kaufbeuren

Um das neue gesamte Geschäftsgebiet von Buchloe bis Füssen und Sonthofen bedienen zu können, soll neben Kempten auch Kaufbeuren ein Vorstandsbüro behalten, auch sollen zentrale Verwaltungsfunktionen am Standort Kaufbeuren bleiben. Die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren hatte ihre Mitarbeiter bereits in einer Betriebsversammlung über die geplante Fusion informiert, bei der Sparkasse Allgäu wird dies noch erfolgen. Weiterhin betonten die Vorstände beider Sparkassen einhellig, dass das partnerschaftliche Miteinander mit Schulen, Vereinen und Institutionen, wie bisher weitergehen werde.

Heribert Schwarz, Vertriebsvorstand der Sparkasse Allgäu, bestätigte, dass sich aus der Fusion keine Veränderungen für Privat- oder Firmenkunden ergeben würden. Man könne dann ein viel größeres Beratungs- und Dienstleistungsangebot vorsehen, beispielsweise bei Auslandszahlungen. Angelo Picierro, Vorstandmitglied in Kaufbeuren, sieht nach der Fusion mehr Möglichkeiten und Potentiale, große Firmenkunden bei großen Projekten zu begleiten und biete durch die dann vorhandene Größe mehr Sicherheit.

„Ich freue mich. Es ist der richtiger Partner und der richtige Zeitpunkt“, bestätigte abschließend Verwaltungsratsvorsitzender Bosse. Auch Kemptens Oberbürgermeister Kiechle als Vorstandvorsitzender ist überzeugt, „dass wir alle von diesem Schritt profitieren“.

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