„Wir würden Sie niemals am Telefon nach sensiblen Daten fragen!“

Sparkasse Allgäu warnt vor betrügerischen Telefonanrufen

Alte Dame mit Telefon
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Manche Täter schrecken nicht mal davor zurück, für ihre Ziele sogar zum Telefon zu greifen, was aktuell regelmäßig vorkommt.

Das Thema „Phishing“ ist nicht neu. Schon seit Jahren versenden Betrüger massenweise gefälschte E-Mails im Namen großer und namhafter Unternehmen oder Kreditinstitute, in denen Sie um sensible Daten bitten. Sei es, weil angeblich eine Rechnung nicht bezahlt, ein „Sicherheitsupdate“ erforderlich wäre oder das Girokonto gesperrt wurde. Manche Täter schrecken nicht mal davor zurück, für ihre Ziele sogar zum Telefon zu greifen, was aktuell regelmäßig vorkommt. Jürgen Schugg, Abteilungsleiter Electronic Banking bei der Sparkasse Allgäu kennt diese Masche und erklärt, worauf Sie achten müssen und was Sie tun können, wenn Sie doch mal in die Falle getappt sind.

Herr Schugg, wie gehen die Täter am Telefon vor?

Jürgen Schugg: Es passiert nicht besonders häufig, weil die Masche für die Täter sehr aufwändig ist. Aber immer wieder geben sich Betrüger am Telefon als Sparkassen-Mitarbeiter, PC-Fachmann oder Polizeibeamte aus und versuchen, Passwörter, Zugangsdaten oder Transaktionsnummern (TANs) für das Online-Banking zu ergaunern. Dabei erzeugen sie Zeitdruck und geben vor, man müsse jetzt schnell handeln, weil sonst beispielsweise ein großer Geldbetrag verloren ginge. Dabei sind sie es selbst, die mit den geklauten Daten letztendlich Überweisungen ausführen – vorzugsweise ins Ausland. Prüfen Sie also immer, wenn Sie eine TAN erhalten, ob Sie diese wirklich selbst angefordert haben, weil Sie zum Beispiel gerade eine Überweisung durchführen wollen.

Woran merke ich, dass ich nicht meine Sparkasse am Telefon habe?

Jürgen Schugg: Sparkassen-Mitarbeiter würden Sie niemals am Telefon nach so sensiblen Daten wie Onlinebanking-Zugangsdaten, Passwörter oder TANs fragen – nicht mal im Notfall und schon gar nicht außerhalb der Öffnungszeiten. Auch sonst gibt es für niemanden einen legitimen Grund, von Ihnen diese vertraulichen Daten zu verlangen. Deswegen lautet der beste Tipp, wenn Sie Zweifel an der Echtheit des Anrufers haben: Beenden Sie das Gespräch, rufen Sie uns unter der Ihnen bekannten Nummer zurück (nicht über die angezeigte Rückrufnummer des eingegangenen Anrufs) und fragen Sie nach, ob es tatsächlich ein Problem gibt. Seien Sie ruhig skeptisch, das ist völlig in Ordnung. Das gilt übrigens auch dann, wenn die Rufnummer, die Sie im Display sehen, tatsächlich die Ihrer Sparkasse ist: Diese Anzeige kann recht leicht manipuliert werden.

Kann es nicht tatsächlich sein, dass ein Problem mit meinem Konto vorliegt?

Jürgen Schugg: Wenn es Unregelmäßigkeiten gibt, werden Sie kontaktiert – aber ohne, dass dabei sensible Daten abgefragt werden.

Wieso kommt es gerade jetzt vermehrt zu dieser Art von Betrug?

Jürgen Schugg: Die Corona-Pandemie ist für die Täter der perfekte Vorwand. Sie müssen nicht viel erklären. In den vergangenen Monaten haben viele Unternehmen ihre Kommunikation per E-Mail oder Telefon verstärkt – deswegen ist man derzeit als Kunde eher dazu geneigt, auch zu glauben, was die Betrüger da von einem verlangen.

Was soll ich tun, wenn ich glaube, in eine Falle getappt zu sein?

Jürgen Schugg: Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren. Wenden Sie sich an uns, schildern Sie möglichst genau, was passiert ist und welche Daten Sie herausgegeben haben. Die Beraterinnen und Berater unserer Sparkasse werden dann umgehend Erste Hilfe leisten und beispielsweise das Online-Banking sperren oder einen Überweisungsrückruf beauftragen. Sinnvoll ist es auch, bei der Polizei Anzeige zu erstatten – es handelt sich hierbei ganz klar um eine Straftat. Sie können sich sicher sein, dass wir Sie bei allem, was zu tun ist, unterstützen werden.

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