SPD-Stadtratsfraktion fordert den Erhalt des Tannachwäldchens

Die Sonthofer SPD spricht sich klar für den Erhalt des Tannachwäldchens aus. Die Abholzung eines über Jahrzehnte gewachsenen, gesunden und intensiv genutzten Natur- und Freizeitgebiets wäre eine problematische Entscheidung, weil Neupflanzungen dies erst nach Jahrzehnten kompensieren können, äußert sich die SPD in einer Presseerklärung.

Innerstädtische Grünflächen dieser Größenordnung gibt es in Sonthofen kaum. Im Interesse der Durchmischung von städtischem Raum mit größeren Grünflächen ist das Tannachwäldchen im Grunde unverzichtbar. Das Tannachwäldchen jetzt nur abzuholzen, weil es früher frei wäre als andere gewerblich nutzbare Flächen, steht diesem ökologischen Interesse entgegen. Natürlich ist die Schaffung von Gewerbeflächen für die Stadt unverzichtbar. In den nächsten Jahren entstehen in Sonthofen innerstädtisch gewerblich nutzbare Flächen. Ausweislich des geltenden Flächennutzungsplanes ist die Ansiedlung von Gewerbe auch anderenorts in der Stadt möglich. Hier sollte die Stadt zunächst nach Möglichkeiten suchen und prüfen. Potenzielle Gewerbeflächen sind vorhanden. Hier sollten mit den Eigentümern Verhandlungslösungen gesucht werden. Es fehlt für diese Umnutzung eindeutig der erforderliche finanzielle Spielraum. Die Bundesanstalt für Immobilien- aufgaben hat schon verlauten lassen, dass sie die Kasernenflächen nicht für „einen Apfel und ein Ei“ hergeben wird und darf. Jetzt für die Umnutzung des Tannachwäldchens Gelder auszugeben, die für die BIMA dann 2016 fehlen, erschwert der Stadt die in vier Jahren zu treffenden Kaufentscheidungen und ist daher ökonomisch und ökologisch verantwortungslos. Es gibt keinen Bedarfsplan für weiteres Gewerbe. Ein gemeinsames Gewerbeflächenmanagement mit anderen Gemein- den (Comunis) ist keine sinnvolle Lösung. Statt mitten in der Stadt einen Handwerks- oder Industriebetrieb zu eröffnen, tendieren Firmen bei ihren Standortentscheidungen eher dazu, an den Stadtrand zu gehen, weil sich dort für die Zukunft mehr Erweiterungs- möglichkeiten ergeben. Es gibt in Sonthofen mögliche Gewerbeflächen, hier sollte die Stadt das Gespräch mit den Eigentümern suchen. Die Standortentscheidungen von ansiedlungswilligen Unternehmen orientieren sich auch an sogenannten weichen Standortfaktoren, wie zum Beispiel dem wohnortnahen Angebot an Natur- und Freizeit- flächen. Die Ansiedlung von Gewerbe ist eine wichtige Aufgabe – sie braucht aber Augenmaß. Innerstädtische Grün- flächen sind ein Wert an sich. Der Glaube, dass als Ersatz des Wäldchens an anderer Stelle Naturflächen in doppeltem Umfang geschaffen werden könnten, erscheint gewagt.

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