Laufen gegen den Krebs

Professor Dr. Thomas Licht

Oberstaufen - Sport und regelmäßige Bewegung können die Entwicklung einer Krebserkrankung günstig beeinflussen beziehungsweise ein Krebs-Risiko deutlich mindern. Darauf verweist Professor Dr. Thomas Licht, Chefarzt der Medizinischen Onkologie und Ärztlicher Direktor der BRK Schlossbergklinik, anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar.

„Noch vor wenigen Jahren haben Onkologen zu körperlicher Schonung bei Krebserkrankungen geraten. Mittlerweile belegen wissenschaftliche Studien jedoch eindeutig, dass Sport bei Krebs die Heilungschancen um 25 bis 40 Prozent verbessern kann“, erklärt Licht. Demnach seien sportliche Aktivitäten das einfachste Mittel, mit dem Betroffene den Verlauf von Krebskrankheiten günstig beeinflussen könnten. Gleichzeitig trage Sport dazu bei, Nebenerscheinungen wie Erschöpfung, Depressionen und Angst zu mindern. 

Doch soweit muss es vielleicht erst gar nicht kommen, wenn Sport präventiv betrieben wird, wie Licht weiß: „Regelmäßige Bewegung im Vorfeld kann das Risiko einer Erkrankung senken, insbesondere bei Dickdarm- und Gebärmutterkrebs sowie bei bestimmten Formen von Brustkrebs. Sport ist letztlich ein Medikament.“ 

Aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse setzt Licht daher während der Behandlung in den Chemotherapie-Pausen sowie bei der onkologischen Rehabilitation in der Klinik auf körperliche Aktivitäten. „Im Vordergrund sollen natürlich Freude und Spaß an der Bewegung stehen. Deshalb fühen wir unsere Sportkurse überwiegend in Gruppen durch. Zusätzlich bauen wir derzeit eine eigene Krebssportgruppe auf, in der sich Patienten trotz ihrer Erkrankung körperlich fit halten können.“ 

2013 wurden in der Schlossbergklinik in den Bereichen Akut-Onkologie und Rehabilitation 2.100 Krebspatienten stationär sowie über 1.000 Patienten ambulant behandelt. Zu den Sportangeboten der Einrichtung zählen Wasser-, Wirbelsäulen-, Hocker- und Beckenbodengymnastik. Außerdem Fitnesstraining, Gleichgewichts- und Sturzprophylaxe und Atemtherapie. Im Outdoor-Bereich stehen Walking, Nordic Walking und Terraintraining auf dem Programm. Im Winter wird Skilanglauf und Schneeschuhwandern angeboten, im Sommer Segeln auf dem nahe gelegenen Alpsee. 

 „Ausschlaggebend ist nicht, für welche Sportart Patienten sich entscheiden, sondern darauf, dass sie kontinuierlich etwas für sich tun – ganz egal, wie alt sie sind“, sagt Licht.

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