ISPO: Die Zeichen stehen auf Nachhaltigkeit

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Eine „kompostierbare“ Jacke – auch Sportbekleidungshersteller legen mehr und mehr Wert auf Nachhaltigkeit.

Anfang Februar fand in München die weltweit größte Sportartikelmesse ISPO statt. Den Fachbesuchern wurden die Potenziale der Branche aufgezeigt, um für den Konsumenten von morgen attraktiv zu bleiben und zu werden. Digitalisierung und Nachhaltigkeit waren zwei Kernthemen auf der diesjährigen Messe.

„Wir alle tragen Verantwortung für unseren Planeten. Mit nachhaltigen Stoffen und Produktionsverfahren kann die Sportbranche einen Beitrag dazu leisten“, beschreibt Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, die Notwendigkeit nachhaltig produzierter Artikel.

Auf der ISPO werden jedes Jahr Artikel in Sachen „Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet.

Nachhaltigkeit ist ein allumfassendes Thema. Gerade in der Sportbekleidung. Der Trend zu Aktivitäten in der Natur ist ungebrochen. Es wird dabei auch immer mehr Wert auf das nachhaltig produzierte Equipment gelegt. Doch das Thema ist vielschichtig: Die Gewinnung von Rohstoffen aus recyceltem Material geht Hand in Hand mit der Verwendung von Materialien, die sich, am Ende ihrer Lebensdauer, quasi selbst kompostieren. Die Produzenten lassen sich immer neue Herstellungsverfahren einfallen. Nicht nur in der Verwendung ökologischer Materialien, sondern auch in Sachen Haltbarkeit.

Auch eine lange Lebensdauer einer Jacke oder eines Rucksacks trägt zum „grünen Fußabdruck“ bei. Auf mikrotechnologischem und -biologischem Grundwissen werden Stoffe produziert, die deutlich seltener gewaschen werden müssen, da sie Geruchsbildung verhindern oder auch weniger schnell verschmutzen. Darüber hinaus macht man sich in der Produktion auch mehr Gedanken über den bloßen Umgang mit dem eingesetzten Material und versucht, Schnitte besonders ressourcenschonend durchzuführen. Auch Wasser, das innerhalb eines Produktionsprozesses verwendet wird, wird inzwischen in vielen Bereichen wieder verwendet.

Die Individualisierung von Produkten, ein weiteres großes Thema auf der diesjährigen ISPO, ist auf dem Vormarsch. Ein Effekt, der nicht zuletzt durch die steigende Digitalisierung erreicht wird. Das eröffnet der Sportartikelindustrie zahlreiche neue Chancen: Die persönliche Gestaltung von Sportschuhen, der maßgefertigte Skischuh oder individuell entwickelte Skier. Anhand biometrischer Daten, der Einschätzung des eigenen Könnens und der Vorliebe für einen bestimmten Skityp wird die perfekte Konfiguration für den individuellen Ski ermittelt. So gestaltet und entwickelt der Kunde seinen ganz persönlichen Ski mit.

Der Trend, den Kunden in die Herstellung mit einzubeziehen, wird durch „digitale Gadgets“ beschleunigt. Tragbare Mini-Computer, die Athleten beim Sport unterstützen, erfassen eine Vielzahl von Daten. Diese bilden die Basis, um noch individuellere Produkte herzustellen.

Auf der ISPO 2019 informierten sich insgesamt rund 80 000 Besucher über Innovationen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit in den Bereichen Wintersport, Outdoor und Fitness.

Kommentar

Wer beim Kauf einer Jacke oder eines Schuhs Wert auf „Nachhaltigkeit“ legt, der muss schon genau hinschauen. Was wird wie produziert und wo? Wieviel Nachhaltigkeit steckt in dem gesamten Produkt? Ist nur der Reißverschluß biologisch abbaubar, oder wurde auch beim Herstellungsprozess auf Nachhaltigkeit geachtet? Wie sind die Produktions- und Arbeitsbedingungen in den jeweiligen Herstellungsländern? Das Thema ist komplex und vielschichtig. Bleibt zu hoffen, dass der Kunde sich letztlich im Dschungel der vielen Herstellungsverfahren, Blickwinkel und den damit einhergehenden „grünen Siegeln“ zurechtfindet, um die richtige Entscheidung treffen zu können.

Björn Ahrndt

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