Sprungbrett in die Zukunft

Auf dem Sprung in die berufliche Zukunft. Landrat Gebhard Kaiser (von links) und Kreishandwerksmeister Thorsten Lang mit den Innungssiegern Patrick Becherer, Simon Karg und Simon Klaus, sowie Franz Kugler, Vizepräsident der Handwerkskammer für Schwaben. Stolz auf „ihre“ Innungssieger waren die Chefs der Ausbildungsbetriebe Manfred Beinder (von rechts) und Hans-Jörg Zeller. Foto: Josef Gutsmiedl

Mit der feierlichen Freisprechung entließ die Kreishandwerkerschaft Oberallgäu 88 Junghandwerkerinnen und Junghandwerker aus den Pflichten der Ausbildung. „Ein entscheidender Schritt und der Start des großen Projektes Berufsleben“, stellte Kreishandwerksmeister Thorsten Lang fest.

Mühe, Stress - wozu? „Es ginge bestimmt auch einfacher“, meinte Kreishandwerksmeister Thorsten Lang, als er die 88 Junghandwerkerinnen und Junghandwerker aus den Pflichten und Aufgaben der Lehrzeit entließ und „frei sprach“. Eine Pflichtübung sei die Ausbildung mit ihren Anforderungen und Mühen nicht. „Aber eine wichtige Basis für Ihre berufliche Zukunft, ein Eckpfeiler für den weiteren Berufsweg.“ Vom „Schluss mit Lernen“ könne nicht die Rede sein in Zeiten des lebenslangen Lernens. Heute sei es wichtiger denn je, sich nicht in eine Richtung drängen zu lassen, sondern die berufliche Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, so Thorsten Lang weiter. Er riet, die Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung auszuloten und zu nutzen. „Qualifizierte Leute sind gesucht.“ Es gebe viele Wege gerade auch im Hand-werk, zum Beispiel über die Meisterprüfung bis zum Studium. „Die Anforderungen steigen“, ergänzte Dieter Friede, Rektor der Berufsschule Immenstadt. Der Wert der dualen Berufsausbildung - der Partnerschaft von Schule und Ausbildungsbetrieb - erweise sich immer wieder. Als Beispiel für diese Wege bezeichnete sich Sonthofens Dritter Bürgermeister, Wolfgang Deppe. Nach einer soliden Ausbildung habe er sich dann doch weiter umgesehen, und schließlich ein Studium absolviert. „Setzen Sie sich weiterhin Ziele, zeigen Sie Beharrlichkeit. Und hören Sie bei wichtigen Entscheidungen auf Ihren Bauch!“ riet Deppe. In seiner Festansprache wies Franz Kugler, Vizepräsident der Handwerkskammer für Schwaben, auf die Bedeutung des Handwerks als „Wirtschaftsmacht von nebenan“ hin. Vor diesem Hintergrund erweise sich die abgeschlossene handwerkliche Ausbildung als „Sprungbrett in die Zukunft“. Gerade im ländlichen Raum mit den zahlreichen kleineren mittelständischen Betrieben, eröffneten sich viele Chancen, so Kugler. Und dass der Mittelstand krisensicherer sei als große Konzerne, habe sich in der jüngsten Wirtschaftskrise gezeigt. Ohne Handwerk geht es nicht, meinte auch Landrat Gebhard Kaiser: Weltverbesserer gebe es genug, aber einen Nagel einschlagen könnten die wenigsten, zitierte Kaiser den Schriftsteller Hendrik Ibsen. Das Handwerk sei einer der wichtigsten Arbeitgeber im Oberallgäu. Ein Ausbluten wie in anderen Regionen gebe es hier nicht. Kaiser sieht auch Chancen bei der aktuellen Energiewende, die im Landkreis angestoßen wurde. Dennoch,. so gab der Landrat zu bedenken, sei das Berufsleben längst kein Selbstläufer mehr. „Jeder ist aufgefordert, weiter an sich zu arbeiten, sich fortzubilden.“ Das Gebot der Stunde heiße Kreativität und neue Wege gehen. Auch Kaiser dankte allen Betrieben, die bereit sind, Jugendliche auszubilden und eine berufliche Basis zu finden. Denn, so schloss Kaiser, und griff den Spruch Voltaires auf: Die Arbeit hält drei schlimme Übel von uns fern: Langeweile, Laster und Not! Mit Preisen würdigte die Kreishandwerkerschaft die Leistungen der Innungsbesten: Ilona Brandenburg (Bäckerin / Bäckerei Knoll in Wertach), Patrick Becherer (Maurer / Bauunternehmen Kennerknecht in Vorderhindelang), Simon Klaus (Schreiner / Beinder Wohndesign in Weitnau) und Simon Karg (Zimmerer / Zimmerei Hans-Jörg Zeller in Vorderhindelang).

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