Wichtige Helfer im Bergwald

Staatsforsten Sonthofen froh über freiwillige Unterstützer

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Es gab trotz anstrengender Arbeit im Bergwald durchwegs zufriedenen Gesichter.

Sonthofen - In der letzten Augustwoche hat der Deutsche Alpenverein wieder die Bayerischen Staatsforsten im Forstbetrieb Sonthofen unterstützt: Elf freiwillige Helferinnen und Helfer hatten sich Zeit genommen, um notwendige Arbeiten im Hintersteiner Tal durchzuführen. Sinn dieser seit Jahren bestehenden Kooperation ist es, die heimische Bergwelt gemeinsam zu schützen und gleichzeitig gemeinsam zu nützen.

Elisabeth Quast und drei weitere fleißige Helfer bei den Arbeiten.

Eine Premiere, so der Leiter des Forstbetriebes Sonthofen Jann Oetting, war, dass sich eine Gemeinschaft einer evangelischen Freikirche, eigens für ihr Engagement an den Alpenverein gewandt hatte um aktiv werden zu können. Keiner der Teilnehmer wohnt im Alpenraum. Aber jeder hatte den Wunsch, diese wunderschöne Gegend durch aktive Mithilfe zu schützen und somit zu erhalten.

Die zuständigen Revierleiter Rainer Ruf und Berufsjäger Josef Günster waren mit der Leistung der überwiegend jungen Erwachsenen sehr zufrieden. Wichtige Arbeiten wurden mit den Helferinnen und Helfern in dieser Woche erledigt.

Förster Rainer Ruf erläuterte, dass es nach den Schäden durch das Sturmtief „Sabine“ im Frühjahr zwingend notwendig gewesen sei, die geworfenen Flächen erneut zu bepflanzen, um die betroffenen Hänge vor einer drohenden Erosion zu schützen, um ein Abschwemmen der Humusauflage und somit eine dauerhafte, oftmals irreparable Schädigung des Bergwaldes. Dieser kann dann seine Schutzfunktion vor Lawinen und Steinschlag, sowie die Funktion des Speicherns von Niederschlägen nicht mehr erfüllen. Murenabgänge werden durch eine Bepflanzung und der damit einhergehenden Sicherung des Untergrundes durch die Baumwurzeln verhindert.

„Ein intakter Bergwald hat zahlreiche, wichtige Funktionen zu erfüllen. Unter anderem auch die Speicherung von Kohlendioxid, welches im Holz der langlebigen Bäume dauerhaft gespeichert wird“, so der erfahrene Förster.

Wildverbiss

Berufsjäger Josef Günster ergänzt, dass es nicht damit getan sei, die Flächen erneut zu bepflanzen. Vielmehr ist es eine wichtige Aufgabe, die jungen Pflänzchen vor den Wildtieren zu schützen, die die Knospen und Triebe als Nahrung schätzen. „Meine Aufgabe ist es, die Jungpflanzen im wahrsten Sinne des Wortes vor dem Verbiss von Rot-, Gams- und Rehwild zu beschützen“, erklärt Günster den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Aktion.

Ständige jagdliche Präsenz auf den Flächen, die auch als Sanierungsgebiet ausgewiesen sind, sei notwendig, um den Wald und somit auch den Lebensraum der Wildtiere zu schützen, so der Berufsjäger weiter. Für ihn ist es deshalb eine Selbstverständlichkeit, sich für angepasste Wildbestände zu engagieren.

Großes Engagement

Ein Engagement, das die Teilnehmer der Aktionswoche teilen: 1 000 junge Bäume, 600 Meter Steige und vier jagdliche Einrichtungen wurden in insgesamt 350 Arbeitsstunden gepflanzt, erhalten oder erschaffen.

„Es freut mich, dass sich Menschen – obwohl sie nicht aus der Region stammen oder hier leben – für den Bergwald engagieren. Eine Auffassung und ein Verständnis, das ich zuweilen bei anderen Menschen schmerzlich vermisse!“, so der Berufsjäger.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Aktionswoche wurde durch die Ausführungen von Rainer Ruf und Josef Günster, sowie des Forstwirtes Florian Karg, der die Steigunterhalt- und Pflanzarbeiten angeleitet hat, die die Zusammenhänge klar. Gerne werden sie im kommenden Jahr die Bayerischen Staatsforsten wieder unterstützen.

„Es kann keinen funktionierenden Bergwald geben, ohne dass forstliche und jagdliche Maßnahmen ineinanderfließen“, ergänzte abschließend der Chef der Bayerischen Staatsforsten in Sonthofen Jann Oetting, der sehr dankbar für das Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie seiner Mitarbeiter ist

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