"Ein bisschen Luther tut gut" - Kanzelrede von Markus Söder in Oberstaufen

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Minister Markus Söder schöpft Kraft im Gebet und im Glauben. und meinte in seiner Kanzelrede: „Ein bisschen Luther schadet keinem.“

Oberstaufen – Als letzter Redner der Reihe „Kanzelrede“ der Evangelischen Kirchengemeinde Oberstaufen rundete der Bayerische Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder das Projekt zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“ ab.

Söder sprach dabei nicht als Mitglied der Bayerischen Staatsregierung, sondern als berufenes Mitglied der Evangelischen Landessynode in Bayern. Er ermunterte die Gottesdienstbesucher in der Heilig-Geist-Kirche, den christlichen Glauben mutig und selbstbewusst zu vertreten, die Frohe Botschaft mit frohem Gesicht nach außen zu tragen. 

Keine weitere Rede über die Leistungen Martin Luthers, die Kirche oder die Landespolitik wolle er als letzter Redner der Reihe „Kanzelrede“ in Oberstaufen halten, stellte Söder zu Beginn seines „Auftritts“ als Kanzelredner in der Heilig-Geist-Kirche fest. Vielmehr sei es ihm ein Anliegen, seine ganz persönliche Einstellung zum Glauben und zum Christsein darzulegen. Dabei gewährte er auch den einen oder anderen Einblick in sein Leben mit und im Glauben und „würzte“ seine Betrachtungen mit humorvollen Einlagen. Beim 1. FC Nürnberg, bekannte Club-Fan Söder nebenbei, brauche es derzeit „viel Gebet“. 

Söders Vater habe in Anbetracht des schon in jungen Jahren forschen Mundwerk seines Sohnes bereits angedeutet, zu was das womöglich führen könne: Politiker oder Pfarrer. Söder wurde „professioneller“ Politiker als er 1994 in den Bayerischen Landtag gewählt wurde. Die Verwurzelung im christlichen Glauben habe schon in früher Jugend eingesetzt und wurde aber in der Zeit des frühen Todes seiner Mutter besonders intensiv. Seitdem, so bekennt Markus Söder, sei der Glaube und das Gebet ein wichtiger Bereich seines Lebens: „Ich schöpfe Kraft aus dem Glauben.“ Und: „Glaube ist in gewisser Weise kompromisslos. Ein bisschen glauben geht nicht.“ 

Söder bringt die Zielrichtung seiner Kanzelrede auf den Punkt: „Trauen wir uns doch, für den eigenen Glauben zu werben!“ Auf einen Gott, der jeden in seiner Besonderheit mit allen Stärken und Schwächen annehme, sei letztlich immer Verlass. Er, Söder, lese immer wieder in der Bibel und erlebe die Heilige Schrift als Ratgeber und Quelle der Hilfe und der Kraft. 

Das Reformationsjubiläum sei lange und viel gefeiert worden, so Söder, „aber dabei zu historisch“ gewürdigt worden. Und Luther? Luther habe die Kirche reformiert und erneuert. „Heute wäre Luther der Star jeder Talkshow und hätte einen eigenen Twitterkanal!“, meinte Söder. Luther habe aus einer Kirche in Not mit der Reformation eine Kirche für alle gemacht, eine Volkskirche. Er habe andere mit seiner Sichtweise begeistert. Wie sich Luther nicht habe zwingen lassen, von seiner Meinung abzuweichen, solle jeder Christ zu seiner eigenen Meinung stehen, auch in Fragen des Glaubens. Söder: „Ein bisschen Luther schadet keinem.“ In der Politik sei das heute oftmals anders, bedauerte der Abgeordnete. Sein Wunsch zum Ausklang des Jubiläumsjahres sei es, betonte Söder, dass die Christen den Mut aufbrächten, zu ihrem Glauben zu stehen. „Glaube ist mehr als der Kirchenbesuch. Glaube ist ein Kompass.“ Glaube könne das Leben befruchten und bereichern: „Bei mir tut er es.“ Söders abschließender Appell: „Man darf sich trauen, zu Gott zu stehen, mit Gott und über den Glauben zu reden.“ 

Nach den Betrachtungen Söders konnte Pfarrer Frank Wagner nicht umhin, dessen Bemerkung über die vom Vater angedeutete wahrscheinliche Berufswahl aufzugreifen: „Ihr Vater hatte Recht – es hätte auch für einen guten Pfarrer gereicht.“ Zum Dank für seine Kanzelrede gab es für Söder Allgäuer Käsespezialitäten und „Lutherbier“, das die Evangelische Kirchengemeinde aus Anlass des Reformationsjubiläums hatte brauen lassen.

Josef Gutsmiedl

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