Besuchermagnet AllgäuSchau

Erfolg braucht Unterstützung

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Rundgang mit dem Wirtschaftsminister: Martin Zeil (vorne von links) ließ sich von Messeveranstalter Eberhard Fetzer vor allem die mittelständischen Betriebe auf der AllgäuSchau zeigen.

Sonthofen – Heimatschau, Verbraucherausstellung, Erlebniswelt – mit diesem Konzept begeisterte die AllgäuSchau auch heuer. Gastgeber war die „Jubiläumsstadt“ Sonthofen, die sich in einem eigenen Zelt präsentierte. Bayerns Wirtschaftsminister ließ es sich nehmen, die AllgäuSchau als Schirmherr persönlich zu eröffnen.

Wermutstropfen: wegen der aktuell im Landkreis auftretenden Rindertuberkulose wurde das beliebte Tierzelt nicht aufgebaut. Und das Wetter spielte auch nicht mit. Dennoch zeigte sich AllgäuSchau-Veranstalter Eberhard Fetzer zufrieden mit der Messe in Sonthofen. 

Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl lobte Fetzer für die Mühe der Messe-Organisation; eine Arbeit, die nicht einfach sei. Die Leistungsschau sei in der Kreisstadt gut aufgehoben, so Buhl und weiter: „Die Förderung der heimischen Wirtschaft hat für uns absolute Priorität.“ Nicht ganz nachvollziehen kann der Bürgermeistern dagegen die Bedenken gegen ein aktuell geplantes Gewerbegebiet im Ortsteil Winkel. Er hoffe auf „Einsicht“, denn von dem Gewerbegebiet profitierten Sonthofen und Burgberg gleichermaßen. 

Die Kombination von Wirtschaft, Innovation, Tradition und Heimatverbundenheit zeichne den Standort Allgäu aus, unterstrich der Oberallgäuer Vize-Landrat, Anton Klotz. Das gelte auch für die AllgäuSchau, die vom Kleinunternehmer über den Mittelstand bis zum Gewerbebetrieb Möglichkeiten biete, sich zu präsentieren. Auch Klotz lenkte den Blick auf die „Problemzonen“ wie Nutzung der Wind- und Wasserkraft und warnte vor einer „Verbändepolitik“. Die politischen Entscheidungsträger hätten das Heft des Handelns nicht immer in der Hand. Sofort gebe es gegen die Projekte und Planungen zahlreiche Einwände und Proteste. „Das kann nicht die gemeinsame Zukunft sein! warb Klotz um mehr Konsens in Zukunftsfragen. 

Lobende Worte für das Allgäu hatte schließlich der Schirmherr der AllgäuSchau, Bayerns Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Mit 3,4 Prozent Arbeitslosigkeit liege die Region „ganz vorne“, sagte Staatsminister Martin Zeil. „Das Allgäu ist längst zur HighTech-Schmiede geworden. Neben Löwenzahn blühen Handel, Industrie und Dienstleistung.“ Was den immer wieder geforderten Ausbau der Breitband-Versorgung angehe, sei Bayern entschlossen, das Thema anzugehen, versicherte Zeil. Da dürfe man nicht ständig an den Vorgaben der EU-Wettbewerbskommission herum mäkeln: „Entweder dieses Modell oder keines!“ Man müsse es jetzt „einfach machen“ und die Thematik entschlossen angehen, so Zeil. 

Ganz ähnlich sei es auch bei der Verbesserung des Bahnverkehrs. In den jetzt neu erstellten Bundesverkehrswegeplan könne man „reinschreiben was wir wollen“ - aber ohne Finanzierungszusagen stehe man in zehn Jahren wieder da. Und die lange geforderte Elektifizierung der Bahnstrecke München-Lindau wird Zeil zufolge soviel teurer, weil hohe Auflagen gefordert würden. „Aber der Zug, den niemand sieht und hört, wird niemals fahren“, sagte Zeil. Über bloße Absichtserklärungen hinaus gehen müsse die Entschlossenheit nicht zuletzt bei der Energiewende, forderte Staatsminister Zeil. Er erwarte mehr Bereitschaft, sich zu den neuen Energien und damit verbundenen Projekten zu bekennen: es werde nur gemeinsam gehen. „Jeder muss bereit sein, diese Herausforderung ein Stück mitzutragen und sich auch dazu zu bekennen, wenn's konkret wird.“

Josef Gutsmiedl

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