Stadtradeln im Oberallgäu und Kempten

Direktor des Immenstädter Gymnasiums ist der dritte "Radlstar"

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Finale beim Stadtradeln 2020: Die beiden Radlstars Michael Renner (links vorne) und Gerhard Hock (hinten rechts) mit der Oberallgäuer Landrätin Baier-Müller und Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle.

Oberallgäu – Vom 24. Juni bis zum 14. Juli fand die Fahrrad- und Klimaschutz-Kampagne „Stadtradeln“ im Oberallgäu und Kempten statt. Dabei haben die vielen hundert Radler in beiden Kommunen zusammengenommen nahezu eine halbe Million Kilometer erradelt. Bürgermeister Gerhard Hock, Durach, und Direktor Michael Renner vom Gymnasium Immenstadt, stellten sich der Herausforderung, drei Wochen lang ausschließlich das Rad zu nutzen. Ziel von Stadtradeln: Das Fahrrad als klimaschonendes Alltagsverkehrsmittel zu würdigen. Ihre Erfahrungen schildern die beiden „Stars“.

Herr Renner, Ihr persönliches Ziel war, 2 000 Kilometer zurückzulegen. Haben Sie das erreicht?

Michael Renner: Ja, die 2000 Kilometer sind erreicht, am Ende habe ich sogar 2070 km erradelt – jetzt „glüht“ mein Hintern und braucht Pause.

Herr Hock, sind Sie stolz auf Durach?

Gerhard Hock: Ich bin tatsächlich stolz auf die Duracher Radler, denn wir liegen (auf Anhieb!) mit gut 17 500 Kilometer auf dem dritten Platz im Landkreis. Auf meinem Tacho sind etwas mehr als 500 km, das ist in Ordnung, wenn auch nicht herausragend.

Gab es ein schönstes oder ein dramatisches Erlebnis in den vergangenen 3 Wochen im Zusammenhang mit Stadtradeln?

Gerhard Hock: Das schönste Erlebnis war, dass die von mir persönlich angesprochenen Radler fast vollständig als Teammitglieder aufgetaucht sind.

Michael Renner: Das schönste Erlebnis war eine Fahrt am Sonntagmorgen, als ich in Wiggensbach bei herrlichem Wetter gestartet bin. Die Morgenstunden haben einen ganz besonderen Reiz. Die aufgehende Sonne, Nebel im Illertal, der Tau in den Wiesen, die Silhouette der Berge im Hintergrund und dann die Stille, denn der Verkehr geht erst später los. Das Allgäu ist schon eine besondere Gegend. Wir müssen dankbar sein, dass wir hier leben dürfen. Das alles ist Motivation und Belohnung pur.

Das dramatischste Erlebnis war, als ich einer beim Radeln gestürzten Schülerin begegnet bin und Erste-Hilfe leistete. Blut überall, aber Gott sei Dank hat sich die Verletzung als nicht schwerwiegend herausgestellt.

Mit welchem Verkehrsmittel geht es nach Stadtradeln weiter? Saßen Sie schon wieder im Auto?

Michael Renner: Das gute Radel-Wetter hat die vergangenen Wochen geprägt, gestern beim Regen bin ich dann aber doch mal wieder mit dem Auto gefahren.

Gerhard Hock: Gestern Vormittag war ich mit dem Fahrrad unterwegs, nachmittags ging es mit den Bürgermeisterkollegen per Auto ins Rappenalptal, um gemeinsam zur Mindelheimer Hütte hochzuwandern. Während des Wettbewerbs gab es zwei Ausnahmen: An einem Wochenende musste ich meine Tochter zu einer Party bringen. Ein andermal ist mir die Kette auf dem Weg in die Arbeit gerissen, so dass ich per Autostopp weitergefahren bin. Im Rathaus habe ich ein Ersatzrad ausgeliehen und so ging‘s dann wieder weiter.

Das Radfahren kann man grundsätzlich jedem Bürgermeister empfehlen, weil so ein schneller und unmittelbarer Kontakt zum Bürger hergestellt werden kann. Es ist eben ganz einfach, zu halten und mit den Leuten zu sprechen.

Das Interview wurde vom Stadtradeln-Koordinationsteam beim Landkreis Oberallgäu geführt: „Wir bedanken uns noch einmal herzlich bei den 933 Mitradlern und natürlich ganz besonders bei den den beiden Radlstars. Radeln Sie weiterhin: Es ist klimaneutral, gesund, sauber, leise, günstig und man kommt mit den Menschen ins Gespräch.“

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