Stärke aus dem "Wir-Gefühl"

Mit einer „Premiere“ startet der Heimatbund Allgäu ins Jahr 2009: Zum ersten Mal lud der Verein zum Neujahrsempfang, um auf seine Aktionen in den nächsten Monaten einzustimmen. Und auch da wartet der Heimatbund, die Dachorganisation von 38 Heimatvereinen im Allgäu, mit weiteren „Premieren“ auf. Zentrales Projekt wird im Sommer der Allgäuer Wandertag in Immenstadt sein. Auch im Internet will der Heimatbund „Zeichen setzen“ mit dem „Allgäu Schopf“. Der Heimatbund feiert heuer sein 125-jähriges Bestehen.

Karl Stiefenhofer, Vorsitzender des Heimatbund Allgäu e.V., machte kein Hehl daraus: Der Heimatbund stehe „am Scheideweg“. Stagnierende Mitgliederzahlen und vor allem die Überalterung mache dem Verein immer mehr zu schaffen. Zudem, so stellt Stiefenhofer weiter fest, sei der Heimatbund noch „längst nicht in allen Ecken“ des Allgäus präsent. Der Heimatbund Allgäu hat rund 8000 Mitglieder in 38 Heimatvereinen. Folglich werde der Heimatbund mit Aktionen an die Öffentlichkeit gehen, die alle Altersschichten ansprächen. Zum Beispiel als Veranstalter der Allgäuer Wandertage. Der Heimatbund sieht diese Großveranstaltung rund um die Wanderlust der Deutschen als Plattform, auch jüngere Jahrgänge für den Verein zu gewinnen und das Image aufzupolieren. Zwei weitere Projekte scheinen Stiefenhofer ebenfalls geeignet, „frisches Blut“ für den Heimatbund zu begeistern. Einmal sollen Kulturdenkmäler im Allgäu systematisch erfasst und kartiert werden. Zum anderen kann er sich Vorstellen, dass auch die Mitarbeit bei den geplanten „historischen Dorfanalysen“ jüngere Allgäuer interessiert. Aus der Ecke der verstaubten Heimatümelei rauskommen will der Heimatbund allemal. Dazu, so Karl Stiefenhofer, soll das „Allgäuer Wir-Gefühl“ gestärkt werden. „Wir wollen aus dem Allgäu kein Reservat machen“. meint der Vereinsvorsitzende. Eine Ausrichtung auf die Zukunft bedeute Lebendigkeit - auch in Zukunft. Positive Veränderungen wolle der Heimatbund fördern und mittragen. Ein Ausdruck dieser Neuorientierung soll der Internet-Auftritt mit dem „Allgäu-Schopf“ sein. Der Name wurde gezielt gewählt in Anlehnung an diverse „Online-Shops“. Hier soll der Allgäuer und Allgäu-Fan alles finden, was es an Allgäu-Artikeln gibt - vom T-Shirt bis zum Rucksack, Socken und CDs. Eine Entwicklung will der Heimatbund allerdings nicht klaglos hinnehmen: Die Pläne für weitere Windräder in der Allgäuer Landschaft sind Stiefenhofer und seinen Mitstreitern ein Dorn im Auge. „Dafür ist unsere Landschaft zu schön und zu wertvoll!“ meint Stiefenhofer. Mehr als 160 neue Standorte für Windkraftanlagen seien in Planung - mit Windrädern, die weit größer seien als die bereits bestehenden. Einen Protest-Aufkleber gibt es bereits und eine Resolution soll folgen. Viel Energie und Herzblut steckt der Heimatbund in das große Projekt „Deutscher Wandertag 2013 im Allgäu“. Die Planungen laufen auf vollen Touren und einige „Probeläufe“ stehen bereits bevor. So sollen Ende August / Anfang September die „Allgäuer Wandertage 2009“ im Oberallgäu stattfinden mit Immenstadt als Mittelpunkt. Das Motto lautet „Wandern mit Kultur“ und soll die Wanderer auf die Erlebniswege führen, zu Natur und Kultur gleichermaßen bringen. In den kommenden Jahren sind das Ost- und Westallgäu als Wandertagsgegend an der Reihe, bevor im Jahr 2012 das Unterallgäu die Serie abrunden wird. „Dann müssten wir gerüstet sein für die Ausrichtung den großen Auftritt mit dem deutschen Wandertag 2013“, sagt Stiefenhofer. Das Projekt wurde vor zwei Jahren beim Wettbewerb „Neue Ideen für das Allgäu“ mit einem Preis ausgezeichnet. Die Veranstaltung soll Zehntausende in die Region locken.

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