Starke Frau für die OTG

Heidi Thaumiller will zumindest bis August die OTG auf Kurs halten. Foto: Heinrich Bonert

Heidi Thaumiller ist neue Geschäftsführerin der Oberstdorf Tourismus GmbH (OTG). Das entschied die Gesellschafterversammlung auf Antrag des Mehrheitsgesellschafters, der Marktgemeinde Oberstdorf. Gleichzeitig wurden die Beschlüsse des Aufsichtsrates hinsichtlich der Anstellung des Geschäftsführers Otto-Mäx Fischer mit deutlicher Mehrheit aufgehoben. Der Versuch, Fischer das Mandat als Gemeindrat zu abzuerkennen, blieb in zwei Anläufen erfolglos. Er trat jedoch als Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Oberstdorfer Liste (UOL) zurück. Neuer Fraktionschef ist Anton Weiler.

Beim ersten Mal war die Abwahl Fischers wegen eines „Ladungsfehlers“ gescheitert. Nach damaligem Stand der Dinge hätte der Posten des OTG-Geschäftsführers als „Amtshindernis“ dem Gemeinderatsmandat entgegengestanden. Fischer hatte sich beschwert, dass er die Einladung nicht fristgerecht erhalten habe und war (als Einziger) der Sitzung ferngeblieben. Damit war die Beschlussfähigkeit nicht gegeben und die Sitzung verkam zum „Plauderstündchen“. Was einige Gemeinderäte nicht davon abhielt Tacheles zu reden und diese Vorgehensweise deutlich zu kritisieren. Auf der Gemeinderatssitzung vorige Woche stand der Punkt erneut auf der Tagesordnung. Allerdings war nun durch den Verlust des Geschäftsführerpostens das „Amtshindernis“ entfallen. Sollten die Beschlüsse der OTG-Gesellschafterversammlung angefochten werden, wäre das Thema sofort wieder aktuell. CSU-Fraktionsvorsitzender Fritz Sehrwind stellte den Antrag, die Gemeinde solle möglichst viele OTG-Anteile erwerben um eine Satzungsänderung möglich zu machen. Bis hin zu einer eventuellen Auflösung der Gesellschaft. Vertreter der Tourismuswirtschaft, von Handel und Gewerbe könnten über den Tourismusausschuss beratend eingebunden werden. Auch Martin Rees (Freie Wähler) sieht „die richtige Zeit die Gesellschaft abzuwickeln“. „Idealismus ist hier durch das Handeln einer kleinen Minderheit bestraft worden“, so Rees. Mit einer Gegenstimme (Fischer) wurde der Sehrwind-Antrag angenommen. Toni Huber (CSU) forderte eine Art Ehrenkodex, nach dem Gemeinderäte grundsätzlich rechtzeitig kundtun, wenn sie von Entscheidungen selbst betroffen sind. „Kein Postengeschacher und Selbstbedienung“, möchte er zukünftig jede Art von Eigennutz bei Ratsentscheidungen unterbinden. Er forderte Fischer auf sein Mandat niederzulegen – die UOL solle sich von den „Machenschaften“ distanzieren. Michael Schmidl, der als Vertreter der Gemeinde im OTG-Aufsichtsrat für Fischer gestimmt hatte, trat inzwischen von seinen Ämtern als Aufsichtrat und Tourismusreferent zurück. Er kam damit Entscheidungen des Gemeindrates zuvor. Schmidl sieht durch den neuen Kurs „berechtigte Wünsche der Tourismuswirtschaft nicht berücksichtigt“ und befürchtet Stagnation. Bis die Fraktionen sich auf einen Nachfolger geeinigt haben, bleibt der Referentenposten vorerst unbesetzt. Einstimmig endete die Neubesetzung der neuen Aufsichtsräte für die OTG. Sie heißen Fritz Sehrwind (CSU), Peter Titzler (FW), Siegmund Rohrmoser (Grüne/SPD), Albert Titscher (CSU), Martin Rees (FW) und Max Hornik (UOL). Heidi Thaumiller ist erst einmal die neue „starke“ Frau, die als Projektleiterin für alle Projekte und Strategien von Tourismus Oberstdorf verantwortlich ist und gleichzeitig als Geschäftsführerin die OTG leitet. Vorerst befristet bis Ende August dieses Jahres. Ob sie sich bei der Neuausschreibung der Stellen erneut bewirbt, hat sie noch nicht entschieden. Dr. Silvia Nolte - offiziell immer noch als Tourismusdirektorin im Amt - befindet sich weiterhin im Krankenstand und wird Oberstdorf im Sommer verlassen. Erst einmal „das Positive und die Motivation der Mitarbeiter nach außen zu tragen“, will Thaumiller einen Schlussstrich unter die Turbulenzen ziehen und sich bis August „voll reinhängen“. Als wichtige Aufgaben nennt sie „den Dialog mit dem Gast intensivieren, neue Zielgruppen und Werbeplattformen erschließen und die Zukunft Oberstdorfs aktiv mitgestalten“. Für die Zeit nach Ostern plant sie eine „Dialogwoche“ bei der sie die „Erwartungen, Wünsche und Ängste aller am Tourismus Beteiligten“ aufnehmen will.

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