Starke Frauen braucht das Land!

Die Arbeit der Landfrauen - der Bäuerinnen und der Frauen auf dem Land - wurde beim Oberallgäuer Landfrauentag in Thalkirchdorf gewürdigt. Gerade die Entwicklung des ländliche Raumes sei ohne engagierte, ehrenamtliche Arbeit der Landfrauengruppen nicht denkbar, so der Tenor der Grußworte. „In allen Krisen waren es die Frauen, die schauten, dass es weiter ging“, lenkte die Referentin des diesjährigen Landfrauentages, die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, Brigitte Scherb, den Blick auf die aktuelle Krise der Landwirtschaft. Gerade in schwierigen Zeiten zeige sich - nicht nur in der Landwirtschaft - dass Frauen nachhaltiger und zukunftsorientierter handelten, brachte Brigitte Scherb die Rolle der Frau in der Gesellschaft auf den Punkt.

„Was nutzt uns das Klagen über den schlechten Milchpreis?“ fragte die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes in die Runde im Thaler Festsaal. Die Landwirtschaft habe schon viele Krisen durchgemacht. Die Beständigkeit des Wandels sei nicht wegzudiskutieren. Krise dürfe nicht gleich als Katastrophe angesehen werden, auch wenn sie für jeden eine eigene Ausprägung habe und als persönliches Schicksal empfunden werde. „Es gilt, den Strukturwandel menschlich erträglich zu machen und den ländlichen Raum lebenswert zu erhalten.“ Sie selbst lebt im Raum Braunschweig auf einem Ackerbaubetrieb. Als Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes vertritt Brigitte Scherb mehr als 70000 Landfrauen . Und genau dabei sei die Rolle der Frau entscheidend, betonte Brigitte Scherb. Frauen müssten viel stärker als bisher in Entscheidungsprozesse einbezogen wreden. „Ein hoher Frauenanteil in der Führungsetage schützt Unternehmen vor der Talfahrt“, skizziert sie die rfahrung von Wirtschaftsforschern. In Deutschland sieht sie in diesem Punkt allerdings noch Aufholbedarf. „Gerade Frauen in der Landwirtschaft und auf dem Land erkennen Chancen und nutzen sie“, sagte Brigitte Scherb. „Viele glauben an die Zukunft der Landwirtschaft in Europa. Sie wollen dem ländlichen Raum neue Impulse geben.“ Junge Frauen erschlössen neue Erwerbszweige und zeigten besonderen unternehmerischen Geist, stellte Brigitte Scherb fest. Sie seien fachlich fit und zeigten soziale Kompetenzen. Quasi alles, was zur Krisenbewältigung beitrage. Dem Bildungswillen müssten die Verbände entsprechend dem veränderten Arbeits- und Lebensbedingungen Rechnung tragen. Moderne Landfrauen hätten nun einmal nicht Zeit noch Lust nachmittgs einen Kurs zu besuchen. Das breite Bildungsangebot der Landfrauenverbände sei „unerreicht“. Frauen hätten mehr Gespür für das Machbare. „Das zeichnet die Landfrauenarbeit aus“, so Scherb. Frauen wollten am politischen Dialog mitwirken: „Als Akteure auf dem Spielfeld, nicht als selbsternannte Schiedsrichter.“ Der Landfrauenverband, die Landfrauen, könnten durchaus ein Machtfaktor sein, kritisierte die Präsidentin ihre Standeskolleginnen. „Doch die Frauen nutzen ihre Position nicht.“ Nur der setzte seine Interessen durch, der „sein Ding“ öffentlich zur Sprache bringe. „Wir dürfen nicht nur nett sein, sondern kämpferischer!“, forderte Brigitte Scherb auf und beklagte: „Leider wählen Frauen nicht unbedingt Frauen.“ Was die Sitaution auf den landwirtschaftlichen Betrieben angehe, so Scherb weiter, dürfe man die Grenze nicht zu eng sehen. Auch ein 200-Kühe-Hof sei heutzutage ein Familienbetrieb. Und dessen „Herz, Seele und Motor“ seien nun einmal die Frauen. Familienbetriebe seine das Rückgrat der Wirtschaft und einer freiheitlichen Gesellschaft, betonte die Landfrauen-Präsidentin. „Frauen sind nicht nur mitarbeitende Familienangehörige - wir sind Mitunternehmerinnen!“ rundete sie die Rolle der „Multitalente“ in den Betrieben ab. Die „Qualitäten“ der Landfrauen schätzt auch der Ober-allgäuer Landrat, Gebahrd kaiser, hoch ein. „Sie leisten engagierte Arbeit für den ländlichen Raum.“ Eine Arbeit, die Kreisbäuerin Ulrike Müller, für ganz wesentlich erachtet: Für Frauen habe des Wort Nachhaltigkeit eine umfassende Bedeutung im sozialen Gefüge. „Übernehmen wir alle Verantwortung für unsere Heimat und setzen uns täglich in der Dorfgemeinschaft dafür ein. Ich bin überzeugt, es lohnt sich!“ appellierte sie an ihre Berufskolleginnen.

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