Starkes Haus für starke Mannschaft

Das Landratsamt Oberallgäu ist - 37 Jahre nach der bayerischen Gemeindegebietsreform - endlich unter einem Dach. Mit einer Feierstunde und einem anschließenden Tag der offenen Tür wurde der „Abschluss“ gefeiert. Nach umfangreiche Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen sind jetzt in einem Verwaltungsgebäude an einem Standort untergebracht. Die Zeit der Außenstellen hat ein Ende.

Die Kreisverwaltung möglichst unter einem Dach zusammen zu bringen, war erklärtes Ziel von Landrat Gebhard Kaiser. „Nach 37 Jahren wurde jetzt eine Einheit geschaffen und der sinnvolle Abschluss eines langen Prozesse gefunden“, sagte Kaiser. Der Landrat verspricht sich davon nicht zuletzt den letzten Schliff für die bürgernahe Verwaltung und einen modernen Dienstleistungsbetrieb: Eine Anlaufstelle, kurze Wege, bessere Erreichbarkeit. Früher waren 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im eigentlichen Landratsamt untergebracht, jetzt sind es 330, die ihren Arbeitsplatz hier finden. Die Außenstelle in Kempten und im Postgebäude in Sonthofen gehören der Vergangenheit an. Bereits Anfang diesen Jahres wurde die neu gestaltete und organisierte Zulassungsatelle und das BürgerServiceCenter im Foyer eröffnet. So lange die „Vorgeschichte“ für die Erweiterung dauerte, so schnell ging es dann, als das Projekt dann „beschlossene Sache“ war. Nur 15 Monate Bauzeit für den Neubau des „Ostflügels“ und die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen am bestehenden Gebäude. Zunächst nicht auf dem Bauplan stand die Fassadendämmung am Westflügel. Schließlich wurden sowohl Ost- und Westfassade im Zuge der Bauarbeiten „erledigt“. Damit ist das Landratsamt auch energetisch auf dem Stand der Zeit. Dabei war der Neubau zugleich Neuland und das Oberallgäu Vorreiter: Erstmals in Bayern wurde ein dreigeschossiger Neubau eines Verwaltungsgebäudes in Holzrahmenbauweise ausgeführt. „Heute würde das vielleicht gar nicht mehr so einfach gehen“, deutete Landrat Kaiser an. Es habe noch keine standardisierte Bauvorschriften gegeben für dieses Projekt; viele Details mussten mit der Baubehörde geklärt werden. „Wir haben Mut bewiesen.“ Stolz ist der Landrat auch, dass bei dem Acht-Millionen-Projekt nahezu alle Aufträge an Allgäuer Firmen vergeben werden konnten. Der Landkreis habe sich damit erneut als wichtiger Partner des heimischen Handwerks erwiesen. Kaiser lobt nicht zuletzt seine starke Mannschaft: Bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten „im laufenden Betrieb“ am Altgebäude hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großes Durchhaltevermögen gezeigt. Mitunter sei „es fast nicht mehr erträglich“ gewesen, erinnerte sich Kaiser, dessen Landratsbüro ebenfalls zur Großbaustelle geworden war, als der Erker und der Eingangsbereich umgebaut wurden. „Am Neste kann man sehen, was für ein Vogel darin wohnt“, spielte der Stellvertretende Landrat, Anton Klotz, mit einem Sprichwort auf den „aufgemöbelten“ Verwaltungsbau an. Politische Entscheidungen bedingten einen „Motor“, eine effektive Verwaltung eine „Triebfeder“ - beides verkörpere Landrat Kaiser bestens.

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