Ein starkes Netzwerk

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HANS-WERNER GOLDNER, Sonthofen - Sokrates behauptete vor 2000 Jahren, dass die Jugend „mit schlechten Manieren die Autorität verachte und keinen Respekt habe“. Doch in der Arbeitsgemeinschaft Sonthofener Jugendverbände (ASJ) ist man nicht dieser Meinung. Der Ehrenvorsitzende der ASJ, Karl-Heinz Kämpf, lobte den Gemeinsinn und das Engagement der Jugend in den Sonthofener Vereinen. Aber auch die zum 50jährigen Jubiläum der ASJ ins Haus Oberallgäu gekommenen Gäste, mit stellvertretendem Landrat Heinz Möschel und Bürgermeister Hubert Buhl an der Spitze, würdigten die gute Arbeit der Vereine und die motivierten Jugendlichen. Vorsitzender Rüdiger Walther freute sich, dass mit Ernst Enhuber, Florian Renner, dem Festredner Karl-Heinz Kämpf (sein Vorgänger war über 30 Jahre im Amt) sowie Rektor a.D. Adolf Lipp die entscheidenden „Motoren der letzen Jahrzehnte“ dabei waren. 1958 sei eine Zeit des Aufbruchs gewesen. Den Gründern der ASJ, „den Pädagogen“ Erika Engeser und Heribert Wagner sei es um die „Verwirklichung einer sehr weitblickenden, historisch bedeutsamen, jugendpolitisch relevanten und für die Jugendarbeit in Sonthofen bis heute wirksame Idee gegangen“. Heute gehören der ASJ 36 Vereine mit rund 3600 Jugendlichen an. Die Zusammenarbeit innerhalb der Vereine sei hervorragend, die Interessen könnten auf den jährlichen Delegiertentreffen der Arbeitsgemeinschaft abgestimmt werden. Die Außenkontakte der ASJ hätten sich vertieft, zum Beispiel zum Kinderschutzbund Sonthofen, dem Bayrischen Landessportverband, dem Kreisjugendring, dem Arbeitskreis Schule und Wirtschaft südliches Oberallgäu, der Kulturwerkstatt, dem Lionsclub, der Polizei und der Schulsozialarbeit der Hauptschule Sonthofen. Auch die nicht vereinsgebundene Jugend werde in die Arbeit der ASJ integriert, so mit dem Jugendhaus Sonthofen. Dieses Netzwerk der Unterstützer werde durch die Stadt Sonthofen, deren Jugendreferent - derzeit Petra Müller - automatisch Mitglied im ASJ- Vorstand sei, „institutionell verankert und verdichtet“ und bewähre sich hervorragend. Die Leistungsgemeinschaft des Einzelhandels ASS (Attraktive Stadt Sonthofen e.V.) engagiere sich ebenfalls für die Jugend und unterstütze die Aktivitäten der ASJ. Der Zuschuß der Stadt werde nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern nach einer Grundprämie als Pro-Kopf-Zuschuß für die Mitglieder und einer Aktivitätsprämie aufgeteilt. Dieses Prinzip mache bundesweit Schule, denn dadurch könne ein relativ kleiner Verein durch engagierte Jugendarbeit seinen Zuschuss beachtlich erhöhen. Dazu hätten die Gemeinschaftsaktionen der Stadtmeisterschaften im Eisschnelllauf, in der Leichtathletik, im Schwimmen, im Wasserball, im Tischtennis, im Radfahren und im Schiessen neben den Nachwuchsfussballturnieren, Eishockey- und Streethockeyturnieren beigetragen. Aktionen zum Schutze der Umwelt förderten das soziale Engagement der Jugendlichen. Bürgermeister Hubert Buhl lobte vor allem das ehrenamtliche Engagement für die Jugendarbeit in den Sonthofener Vereinen. Der ASJ habe mit seinem Weg „wesentlich zur Verbesserung des sozialen Klimas in Sonthofen“ beigetragen. Der Stellvertretende Landrat des Oberallgäus, Heinz Möschel, unterstützte dieses Engagement und bescheinigte den Vereinen, das ohne sie die Kosten des Landkreises für die Jugendhilfe dramatisch steigen würden.

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