Der Schatz im Kellergewölbe

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Der „Hoffotograf“ Joseph Heimhuber begleitete auch den Prinzeregenten Luitpold auf seinen Jagdausflügen in den Allgäuer Bergen.

Sonthofen - Einen beeindruckenden Überblick über die Arbeit der engagierten Fotopioniere Heimhuber zeigt derzeit die Ausstellung „Visuelles Gedächtnis Allgäu“ im Landratsamt Oberallgäu in Sonthofen. Die Fotos zeigen die kulturelle, wirtschaftliche und landschaftliche Entwicklug der Region, aber auch private Szenen.

Keine andere Region in Europa wurde so ausgiebig und professionell über ein Jahrhundert hinweg im Bild dokumentiert wie das Oberallgäu und seine angrenzenden Regionen. Seit 1876 ist das Fotohaus Heimhuber in Familienhand, mittlerweile in vierter Generation. 

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass das Fotoarchiv des Hauses mehrere hunderttausend historische Aufnahmen umfasst – ein Bestand, der in seiner Fülle und Kontinuität nahezu einzigartig ist. Ein Bildarchiv für das Allgäu, damals aufgenommen auf großen Glasplatten, werden die Aufnahmen im Rahmen des Projekts „Visuelles Gedächtnis Allgäu“ nun erfasst und digitalisiert. Ein Überblick über die Bandbreite der Aufnahmen, die im Archiv zu finden sind, zeigt die Ausstellung „Visuelles Gedächtnis Allgäu – Archiv Heimhuber“ im Landratsamt Oberallgäu und anschließend im Heimathaus Sonthofen. 

Vor einigen Jahren stieß ein Team des Bayerischen Fernsehens bei Dreharbeiten über Landschaftsfotografie in Sonthofen auf einen „Schatz“: Im Keller des alteingesessenen Fotohauses Heimhuber fand sich das wohl bedeutendste foto-historische Regionalarchiv Deutschlands. Daguerreotypien, Metallplatten, Glasnegative aller je existierenden Formate … die Arbeit von drei Generationen engagierter Fotopioniere, angefangen im Jahre 1876 mit dem „Königlich Bayerischen Hoffotografen“ Joseph Heimhuber, schlummerte in einem dunklen Gewölbe des Heimhuber-Stammhauses in Sonthofen. Nur eine sachgerechte Umbettung, Archivierung und Lagerung kann diesen Schatz vor seiner Zerstörung bewahren. Bevor der Fotobestand der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, bedarf es umfangreicher Maßnahmen. 

Dank der Überlassung der Familie Heimhuber und der Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und weiterer Sponsoren kann dieses einmalige Archiv für das Allgäu gerettet werden. Die Ausstellung zeigt Ausschnitte aus dem erstaunlichen Fundus der Fotopioniere. Kulturelle, wirtschaftliche und landschaftliche Entwicklungen sind dokumentiert. Gesellschaftliche und historische Ereignisse sind ebenso festgehalten wie private Szenen aus allen Bereichen des Lebens. 

Bis Mittwoch, 26. Februar, ist die Ausstellung im Foyer des Landratsamts Oberallgäu in Sonthofen während der Öffnungszeiten zu sehen. Vom 1. März bis 22. Juni präsentiert das Heimathaus Sonthofen, Sonnenstraße 1, Dienstag bis Donnerstag, Samstag und Sonntag jeweils von 15 bis 18 Uhr die Fotoausstellung.

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