Winterdienst im Oberallgäu im Härtetest

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Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter den Winterdienst-Mannschaften der Straßenmeistereien in Sonthofen und Kempten.

Das Wort „Katastrophenwinter“ wollten weder Landrat Anton Klotz, noch der Chef der Straßenmeisterei Sonthofen und Kempten, Leonhard Koch, in den Mund nehmen, als die vorläufige Winterdienst-Bilanz vorgelegt wurde. Unterm Strich ein „strenger Winter“, der offenbar gut über die Bühne ging.

„Arbeitsintensive Wochen“ mit heftigem Schneefall hätten die Truppen der Straßenmeistereien auf Trab gehalten, so Leonhard Koch, Leiter der Straßenmeisterei Sonthofen. Auch Koch hält nichts von der Bezeichnung „Katastrophenwinter. In der zweiten Januarwoche schlug der Winter auch im Oberallgäu richtig zu. Tagelange ergiebige Schneefälle behinderten den Fahrzeugverkehr; Schneebrüche machten zeitweise einige Straßen unpassierbar. „Vor allem der schwere Nassschnee machte unseren Mitarbeitern zu schaffen.“ 

Ein Brennpunkt war die Straße am Riedbergpass, die wegen Lawinengefahr zeitweilig gesperrt werden musste und nur für Notfalleinsätze unter Begleitung von Winterdienstfahrzeugen offen gehalten wurde. Mitte Januar – als das Schlimmste vorüber war – musste die Renkertobelbrücke auf der Passhöhe von einer 250 Zentimeter hohen Schneedecke freigefräst werden. „Eine prima Leistung über Wochen hinweg“, lobte Landrat Klotz den „großartigen Einsatz“ der schlagkräftigen Straßenmeistereien. „Herzlichen Dank!“ 

Unterm Strich waren es in diesem Winter zwar weniger Einsatztage (113 in Sonthofen, 84 in Kempten), aber davon mehr sogenannte Volleinsatztage (61 im südlichen Landkreis) als im Vorjahr. Auch die Schleuder- und Fräsarbeiten kosteten mehr Zeit als im vorherigen Winter. 

Die Gesamtsumme aller Winterdienst-Stunden betrug für die Straßenmeisterei Sonthofen knapp 4000 Stunden – etwa 30 Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt. In Kempten war das Plus nicht so ausgeprägt, aber dennoch 20 Prozent über dem entsprechenden Mittelwert. Allzuviel sei vom diesjährigen Winterdienst-Etat des Landkreises in Höhe von 925 000 Euro nicht mehr da, betonte Leonhard Koch. Allein im ersten Quartal diesen Jahres seien 760 000 Euro an Kosten aufgelaufen. „Wir hoffen, dass es jetzt ruhiger wird.“ Aber es könne auch nochmal anders kommen...

gts

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