Ohne Bauern geht es nicht

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Die Berglandwirtschaft ist quer durch den Alpenraum die Grundlage für einen funktionierenden Tourismus, indem sie die attraktive Erholungslandschaft prägt.

Allgäu – Eine aktive Berglandwirtschaft ist auch künftig unverzichtbar, um die Alpenregion als Natur-, Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum zu erhalten. Dies ist die Kernaussage einer von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in Auftrag gegebenen Studie zur Berglandwirtschaft.

Nach der von der Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf angefertigten Untersuchung kommt der Berglandwirtschaft eine wirtschaftliche Schlüsselrolle im Alpenraum zu, gleichzeitig leisten die Landwirte „einen nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag“ zum Erhalt der Biodiversität in den Bergen. Allerdings ist nach Aussage der Wissenschaftler auch künftig eine angemessene Honorierung der gesellschaftlichen Leistungen notwendig. „Die Studie bestätigt unseren agrarpolitischen Weg, der den Bergbauern eine besondere Rolle zumisst“, sagte der Minister in München. 

Einige Vorschläge der Studie seien bereits umgesetzt, etwa im Rahmen der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung. Andere würden in die künftige Ausge- staltung wichtiger Förderprogramme wie des Bayerischen Bergbauernprogramms oder der Weideprämie einfließen. Brunner: „Wir werden den Bergbauern auch in Zukunft als verlässlicher Partner zu Seite stehen.“ 

Laut dem Abschlussbericht der Evaluierung ist die Berglandwirtschaft mit ihrem positiven Image ein Aushängeschild für ganz Bayern. Im Alpenraum sei sie zentrale Voraussetzung für Tourismus, Lebensmittelverarbeitung, Handel und damit auch für die Beschäftigung. Aufgrund der kleinteiligen Strukturen und der eingeschränkten Möglichkeiten zur Rationalisierung werde sie allerdings auch künftig Unterstützung benötigen. Grundsätzlich reichten derzeit die Fördermaßnahmen des Freistaats und der Europäischen Union aus, um die Bewirtschaftung sicher zu stellen. Insbesondere die Ausgleichszulage, die Agrarumweltmaßnahmen, das Bergbauernpro- gramm sowie die Direktzahlungen tragen dazu bei. Dennoch liegt die Gewinnsituation der Haupterwerbsbetriebe im Berggebiet bis zu 14 Prozent unter den bayerischen Vergleichswerten. 

Dabei sind generell Betriebe mit Alm- oder Alpflächen wirtschaftlich stabiler als solche, die nur Talflächen bewirtschaften. Ein besonderes Augenmerk sollte der Studie zufolge deshalb auf die Talbetriebe gelegt werden. Denn wirtschaftliche Talbetriebe seien auch Basis für den Fortbestand der Alm- und Alpwirtschaft. Außerdem müsse überlegt werden, die Förderung künftig stärker regional zu differenzieren, um ihre Treffsicherheit zu erhöhen. So zeigen sich starke Unterschiede zwischen den südlichen zentralalpinen Regionen mit ihren schlechteren natürlichen Produktions- voraussetzungen und dem nördlichen Voralpenland. 

Auch sehen es die Wissenschaftler als notwendig an, für die alpinen Kleinbetriebe noch stärkere Investitionsanreize zur Modernisierung zu schaffen. Ebenso sollten spezifische Merkmale wie die Hangneigung bei der Flächenförderung eine noch größere Rolle spielen. Darüber hinaus werden auch flächenunabhängige Strategien zur Erhöhung der Wertschöpfung empfohlen. Dazu zählen Konzepte zur Ausweitung des Ökolandbaus im Berggebiet ebenso wie die Stärkung der Vermarktung regionstypischer Qualitätsprodukte durch geografische Herkunftsangaben oder der Aufbau integrierter Vermarktungsketten mit größeren Wertschöpfungspartnern. 

In Bayern zählen rund 240.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche zum Berggebiet. Hier wirtschaften insgesamt rund 9.500 Betriebe, Hauptproduktionsrichtung ist mit 6.200 Betrieben die Milchviehhaltung. Die Lichtweidefläche der knapp 1.400 Almen und Alpen beträgt zusammengenommen rund 40.000 Hektar. Der gesamte Abschlussbericht der Evaluierung ist auf den Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten  zu finden.

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