Studieren statt marschieren

Wird Sonthofen bald Hochschulstandort? Die Stadt hat einen Antrag ans Wissenschaftsministerium gestellt und das Gelände der Jägerkaserne als Standort vorgeschlagen. Foto: Eva Veit

Die Stadt Sonthofen hat den Antrag gestellt, dass in Sonthofen eine Außenstelle der Hochschule Kempten mit dem Studienangebot zum Thema „Gesundheit und Generationen” eingerichtet wird. Dies geht aus einem Schreiben von Bürgermeister Hubert Buhl an Staatsminister Wolfgang Heubisch vom bayerischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hervor.

Buhl führt in seinem Brief aus, dass Sonthofen durch die erhebliche Reduzierung seines Bundeswehrstandortes „in den Grundzügen erheblich geschwächt” würde: durch den Abzug der Schule für Feldjäger und Stabsdienst 2009 gingen 1300 Dienstposten sowie etwa 8000 Lehrgangsteilnehmer im Jahr verloren, durch die geplante Reduzierung der ABC-Abwehrtruppe in Sonthofen sowie die Auflösung des Dienstleistungszentrums weitere 530 Dienstposten. Mit der ABC- und Selbstschutzschule sowie dem zentralen Brandschutzzentrum verblieben in Sonthofen lediglich etwa 590 Dienstposten, die nach deren Umbau in die GOB-Kaserne ziehen. Ab voraussichtlich 2017 stehen in Sonthofen zwei Kasernenareale und das STOV-Gelände an der Hans-Böckler-Straße zur Verfügung. In der Jägerkaserne befinden sich laut Buhl Lehrgangsgebäude, die sich als „Außenstelle für einen Hochschulcampus bestens eignen”, darunter ein Hörsaal für etwa 400 Personen, 41 Säle für zwischen 20 und 50 Personen, großzügige Büroräume sowie Räume für Bibliotheken und Labore. Auch Studentenwohnungen könnten in den umliegenden Gebäuden untergebracht werden. Buhl preist außerdem die Nähe des Geländes zum Stadtzentrum und Sonthofens attraktive Lage „inmitten einer einmaligen Tourismus- und Freizeitregion” an. Als Studienschwerpunkt böten sich die Fachrichtungen Sozialpädagogik und Gerontologie an. Mit diesem Antrag steht Sonthofen in Konkurrenz zu Kaufbeuren, das ebenfalls die Errichtung einer Außenstelle der Hochschule Kempten beantragt hat. Auch Kaufbeuren ist von der Bundeswehrreform stark betroffen. Neben dem Bundestagsabgeordneten Dr. Gerd Müller (CSU) haben auch die Landtagsabgeordneten Ulrike Müller und Leopold Herz (beide Freie Wähler) der Stadt Sonthofen ihre Unterstützung zugesagt und sich in Briefen oder persönlichen Gesprächen in der Staatskanzlei bereits für den Antrag Sonthofens stark gemacht.

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